Giersch im Garten bekämpfen

Giersch
blühender Giersch © Erich Westendarp / pixelio.de

Wer ärgert sich nicht über Unkraut im Garten? Der Giersch ist hierbei wohl das hartnäckigste Unkraut, das im Garten zu finden ist. Diese Pflanze verbreitet sich leider nicht nur über den Samen, sondern auch über unterirdische Kriechtriebe. Du kannst diese unliebsame Pflanze dennoch dauerhaft aus Deinem Garten vertreiben.

Porträt des Giersch

Heimisch ist der Giersch in Europa und Asien. Er gehört zur Familie der Doldenblütler. Nährstoffreiche und humusreiche Böden im Schatten von Gehölzen gehören zum natürlichen Lebensraum des Giersch. Dort erobert er sich mit seinen unterirdischen Kriechtrieben (Rhizome) sofort größere Flächen. Mit seinen weißen Blüten, die doldenförmig sind, erreicht er eine Höhe von ca. 100 cm, wobei das dichte Blätterwerk oftmals nicht höher als 30 cm ist.

Das regelmäßige Abhacken

Neben Ackerschachtelhalm und auch der Ackerwinde gehört der Giersch zu den hartnäckigsten Unkräuter, die Du schon beim Erscheinen der kleinsten Kolonie sofort abhacken solltest. Der Giersch zeigt sich hierbei schon im zeitigen Frühjahr, und sobald sich die ersten zarten Blätter zeigen, solltest Du konsequent handeln. Wenn Du den Pflanzteppich so mehrmals im Jahr bis auf Bodennähe abhackst, schwächst Du allmählich den Giersch und der Wuchs wird zunehmend lückiger. Dieses Vorgehen ist aber sehr mühsam und auch nicht zu 100 % von Erfolg gekrönt, denn der Giersch hat auch so noch ausreichend Kraft, um wieder auszutreiben.

Das Wurzelgeflecht roden

Giersch Bekämpfung
Giersch nahezu unsterblich © M. Großmann / pixelio.de

Deutlich effizienter ist das Roden des Wurzelgeflechtes beim Giersch. Dabei solltest Du Stück für Stück den Boden mit einer Grabgabel auflockern und das Rhizomgeflecht aus dem Boden holen. Ganz wichtig ist hierbei, dass keine Reste der Kriechwurzeln im Boden verbleiben dürfen, denn daraus entstehen sofort neue Pflanzen. Es nützt auch nichts, wenn Du den Boden, der mit Giersch durchzogen ist, einfach nur umgräbst. Vorübergehend sieht das Beet vielleicht gut aus, aber der Giersch wird sich sehr bald auch dieses Territorium wieder zurückerobern.

Deine Gärtnerprüfung: Wie gut bist Du?

Gartenprüfung

Giersch ausdunkeln und mit Vlies ersticken

Hast Du eine unbepflanzte Stelle im Garten, die von Giersch befallen ist, dann ist das Bekämpfen relativ leicht. Du solltest hier den Boden mit einer dicken Pappe abdecken und diese Pappe anschließend mit ca. 10 cm gehäckselter Rinde bestreuen. Nach ca. 2 Jahren ist die Pappe verrottet und die Rhizome des Giersch sind abgestorben.

Samen des Giersch bleiben dennoch sehr lange keimfähig, sodass Du hier jederzeit ein wachsames Auge auf das Beet haben solltest. Wenn Du das Beet weiterhin nicht benötigst, dann kannst Du es mit einem Unkrautvlies aus Kunststoff dauerhaft abdecken. Auch hier solltest Du Rindenmulch aufstreuen. Natürlich kannst Du dieses Beet dennoch bepflanzen. Dazu schneidest Du Schlitze in das Vlies und setzt an diesen Stellen die Stauden in den Boden.

Kartoffeln als natürlicher Feind des Giersch

Erfahrene Gärtner schwören auf den Anbau von Kartoffeln auf Feldern, die mit Giersch bewachsen sind. Die Kartoffelpflanzen sind hier der perfekte Unterdrücker des Giersch, denn die Blätter beschatten den Boden und gleichzeitig machen die Kartoffeln dem Giersch sowohl Wasser als auch Nährstoffe streitig.

Der letzte Ausweg – Herbizide

Wenn gar nichts mehr hilft und Du den Giersch nicht loswirst, dann musst Du an den Einsatz mit Herbiziden denken. Seit Kurzem gibt es hier ein sehr effizientes Mittel, welches den Namen Finalsan GierschFrei trägt. Laut Hersteller reichen hier zwei Behandlungen innerhalb von 2-3 Wochen, um den Giersch zu bekämpfen.

Bio-Alternative gegen Gierasch

Natürlich kannst Du Giersch auch essen, um damit das Problem zu bekämpfen. Dies ist kein Witz, denn lange bevor Giersch zum Unkraut erklärt wurde, war er eines der bekannten Wildgemüse und zählte zu den Heilkräutern. Giersch enthält große Mengen an Vitamin C, Provitamin A, Mineralstoffe und ätherische Öle. Im Geschmack ähnelt Giersch der Petersilie, dem Karottenkraut und dem Sellerie. Du kannst Giersch blanchieren, aber auch roh als Salat oder als Pesto verspeisen. Hast Du Dich entschieden, den Giersch auf diese Weise zu bekämpfen, dann solltest Du ihn im Frühjahr ab Ende März ernten und nur die jungen hellen Blätter ohne Stiel verwenden.