Krankheiten an Rosen erfolgreich bekämpfen

einzelne Rose
gesunde Rose © Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Eine gute Rosenpflege schafft die Grundlage für gesunde Pflanzen und einen herrlich blühenden Rosengarten. Doch eine Garantie dafür, dass die Rosen von Schädlingen und Rosenkrankheiten verschont bleiben, gibt es nicht. Andererseits lassen sich viele Rosenkrankheiten frühzeitig erkennen – und entsprechend behandeln.

Gesunde Rosen sind meist in der Lage, sich alleine gegen Schädlinge und Krankheiten zu wehren. Die richtige Pflege der Rosen und eine gute Gartenhygiene bilden dabei das Fundament für gesunde und kräftige Rosen. Trotzdem wird sich vermutlich jeder Rosengärtner irgendwann einmal mit Rosenkrankheiten und Pflanzenschädlingen beschäftigen müssen. Und während ein paar Krankheiten eher selten auftreten, gibt es andere Rosenkrankheiten und Rosenschädlinge, die den Rosen recht häufig zu schaffen machen. Fast alle Rosenkrankheiten sind aber schon in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Ernsthafte Probleme kann der Rosengärtner deshalb oft vermeiden. Gelbe, rote, braune oder schwarze Flecken, welke oder eingerollte Blätter, seltsame Beläge oder Löcher und andere Fraßspuren an den Blättern, den Trieben oder den Knospen sind typische Anzeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist. Doch welche Rosenkrankheiten gibt es konkret? Welche Rosenschädlinge können auftreten? Und wie kann der Rosengärtner seine Rosen vor Krankheiten schützen und kranke Rosen behandeln? Diese und weitere Fragen beantwortet unser umfassender Ratgeber zu Rosenkrankheiten!

Rosenkrankheiten – Woran können Rosen erkranken?

Ein Rosengarten, der üppig und in leuchtenden Farben blüht und einen herrlichen Duft verströmt, ist der Stolz eines jeden Rosengärtners. Und er entlockt so manchem Besucher bewundernde Blicke und lobende Worte. Aber was ist, wenn plötzlich weiße oder dunkle Flecken auf den Rosenblättern auftauchen? Oder die Pflanzen wie mit Mehl oder Schimmel überzogen sind? Oder die Blätter auf einmal welken und die Knospen verkümmern? Das beste Mittel, um Rosenkrankheiten vorzubeugen, ist die richtige Rosenpflege. Und sie fängt schon bei der Anpflanzung an. Ein günstiger Standort und ein geeigneter Boden schaffen die Basis für ein gesundes Rosenwachstum und eine üppige Rosenpracht. Im weiteren Verlauf ist wichtig, das Laub regelmäßig zu entfernen und die Rosen richtig zurückzuschneiden. Doch selbst wenn der Rosengärtner alles richtig macht, können äußere Faktoren wie beispielsweise die Witterung seine Rosen kränkeln lassen.

Wenn sich Merkmale zeigen, die auf eine Rosenkrankheit hinweisen, sollte der Rosengärtner natürlich reagieren. Aber es ist nicht notwendig, gleich die chemische Keule auszupacken. In vielen Fällen lassen sich Rosenkrankheiten mit natürlichen Mitteln bekämpfen und mit altbewährten Hausmitteln erfolgreich behandeln. In den folgenden Abschnitten haben wir die häufigsten Rosenkrankheiten aufgelistet. Damit möchten wir Ihnen als Rosengärtner dabei helfen, Rosenkrankheiten zu erkennen und richtig dagegen vorzugehen.

Rosenkrankheiten: Echter Mehltau

Der Echte Mehltau ist eine der häufigsten Rosenkrankheiten. Die Pilzerkrankung tritt meist dann auf, wenn es im Sommer tagsüber trocken und warm, nachts aber kühl und feucht ist. Diese Schwankungen der Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit begünstigen das Pilzwachstum. In einem frühen Stadium ist der Echte Mehltau daran zu erkennen, dass sich auf den Blattoberseiten und an jungen Trieben ein mehliger, schimmelartiger, weißer Belag bildet. Im weiteren Verlauf kann sich der Befall auf die Knospen, die Blüten, die ganzen Blätter und die älteren Triebe ausbreiten. Bei einem starken Befall verfärben sich die Blätter rot und trocknen allmählich ein. Im Laub, an den Trieben und in den Knospen können die Pilzsporen den Winter überstehen und die Pflanze im nächsten Jahr dann wieder infizieren.

Ein leichter Befall mit Echtem Mehltau fügt der Rose keinen ernsthaften Schaden zu. Allerdings kann sie anfälliger für gefährliche Krankheiten werden. Deshalb sollten befallene Pflanzenteile umgehend entfernt und vernichtet werden. So lässt sich eine Ausbreitung der Pilzkrankheit verhindern. Um einem Befall vorzubeugen, kann die Rosenpflanze mit einem Sud aus Ackerschachtelhalm oder Rainfarn gespritzt werden. Ist die Rosenkrankheit bereits da, hat sich Kuhmilch als natürliches Mittel bewährt. Dabei wird normale Kuhmilch mit Wasser verdünnt und auf die erkrankten Blätter gesprüht. Dadurch wird das Pilzwachstum gehemmt.

Rosenkrankheiten: Falscher Mehltau

Anders als der Echte Mehltau kann der Falsche Mehltau der Rose großen Schaden zufügen. Der Falsche Mehltau ist ebenfalls eine Pilzerkrankung. Er tritt vor allem bei kühlem und feuchtem Wetter im Frühjahr und im Spätsommer auf. Ein charakteristisches Merkmal ist ein gräulicher, schimmelartiger Belag auf den Unterseiten der Blätter. Auf den Blattoberseiten bilden sich dunkle Flecken, die sich mitunter entlang der Mittelrippe zu Verbänden zusammenschließen. Nach einer gewissen Zeit fallen die befallenen Blätter ab. Die Sporen können aber an der Pflanze haften bleiben. Dadurch wird der Trieb im Folgejahr geschwächt, schlimmstenfalls stirbt die Rose ab.

Die wirkungsvollste Methode gegen den Falschen Mehltau ist, die Rose an einem luftigen Standort zu pflanzen und richtig zu pflegen. Sollte es trotzdem zu einem Befall kommen, müssen die erkrankten Pflanzenteile umgehend entfernt und vernichtet werden. Um die Rose zu stärken und den Boden zu desinfizieren, bietet sich ein Sud aus Ackerschachtelhalm an.

Rosenkrankheiten: Sternrußtau

Der Sternrußtau, eine weitere Pilzerkrankung, tritt vor allem bei kühlem und nassem Wetter im Herbst auf. Begünstigt wird die Rosenkrankheit durch einen zu schattigen Standort und einen zu schweren, zu festen und zu feuchten Boden mit zu wenigen Nährstoffen. Zu erkennen ist ein Befall mit dem Sternrußtau an violett-braunen bis schwarzen, sternförmigen Flecken auf den Blättern. Später verfärben sich die Blätter gelb und fallen schließlich ganz ab.

Neben einer frühzeitigen Entlaubung schwächt der Sternrußtau die Rose. Sie wird dadurch anfälliger für Frost. Da die Pilzsporen im Boden, in den Knospen und im Laub überleben können, kann die Pflanze außerdem im nächsten Jahr wieder infiziert werden. Eine gute Rosenpflege ist unumgänglich, wenn ein Befall mit Sternrußtau vermieden werden soll. Ist ein Befall da, müssen die befallenen Pflanzenteile entfernt werden. Zudem ist wichtig, das abgefallene Laub umgehend aufzusammeln und zu vernichten.

Rosenkrankheiten: Rosenrost

Der Rosenrost ist eine weitere Pilzerkrankung. Eine feuchte Witterung über einen längeren Zeitraum und auch ein feuchter und kühler Standort begünstigen das Auftreten dieser Rosenkrankheit. Im Frühstadium zeigt sich der Rosenrost durch orangefarbene Flecken auf den Oberseiten der Rosenblätter. Später kommen erst gelbe, dann schwarze Pusteln auf den Blattunterseiten dazu. In diesen Pusteln können neue Pilzsporen heranreifen. Die befallenen Rosenblätter fallen ab. Dadurch können sich die Pilzsporen weiter verteilen. Problematisch ist das deshalb, weil die Pilzsporen auch einen sehr kalten Winter überleben. Tritt der Rosenrost mehrere Male in Folge auf, wird die Rosenpflanze zunehmend geschwächt. Schlimmstenfalls kann sie sogar absterben.

Um den Rosenrost zu bekämpfen, müssen die befallenen Pflanzenteile entfernt werden. Anschließend sollten sie vernichtet werden. Dazu sollten sie entweder über den Müll entsorgt oder verbrannt werden. Im Komposthaufen haben sie nichts zu suchen, denn hier würden sich die Pilze weiter vermehren. Um die Rosen zu stärken, können die Pflanzen mit einem Sud aus Ackerschachtelhalm oder einer Jauche aus Farnkraut behandelt werden.

Rosenkrankheiten: Rindenfleckenkrankheit

Die Rindenfleckenkrankheit breitet sich auf den Rinden der Rosentriebe und an den Rosenstämmen aus. Meistens werden zuerst die Knospen von vorjährigen Trieben oder verletzte Stellen von der Pilzinfektion befallen. Es bilden sich zuerst rot-violette bis braune Flecken, später reißt die Rinde auf. Der Trieb über der befallenen Stelle vertrocknet.

Schuld am Auftreten der Rindenfleckenkrankheit ist oft eine zu stickstoffreiche Ernährung. Um die Rosenkrankheit zu bekämpfen, müssen alle befallenen Stellen entfernt und die Pflanzen bis ins gesunde Holz zurückgeschnitten werden.

Rosenschädlinge – Welche Schädlinge können Rosen befallen?

Die Rose wird auch als die Königin der Blumen bezeichnet. Doch zum Leidwesen des Rosengärtners mögen nicht nur Menschen die edle Blume. Stattdessen ist die Rose auch unter Schädlingen sehr beliebt. Eine sorgfältige Pflege, ein geeigneter Standort und eine gute Bodenqualität können viel dazu beitragen, dass die Rosenpflanzen gesund, kräftig und weniger anfällig gegenüber Schädlingen sind. Einen absoluten Schutz gibt es aber nicht. Trotzdem ist es bei einem Befall oft nicht notwendig, gleich zu Insektiziden zu greifen. Zumal die chemischen Mittel auch den Nützlingen zusetzen und die Gesundheit der geschwächten Rosen noch zusätzlich beeinträchtigen können. In vielen Fällen sind natürliche Mittel genauso wirksam im Kampf gegen die Rosenschädlinge. In den folgenden Abschnitten haben wir die häufigsten Schädlinge bei Rosen aufgelistet und erklären, was Sie dagegen tun können.

Rosenschädlinge: Blattlaus

Blattläuse sind ab dem Frühjahr in jedem Garten zu finden. Eine warme und trockene Witterung fördert ihre Vermehrung. Blattläuse befallen vor allem die Knospen und die jungen Triebe. Außerdem greifen sie die Blattunterseiten an. Hier legen sie auch ihre Eier ab. Da sich Blattläuse von den Pflanzensäften ernähren, saugen sie an den Rosenpflanzen. Die Folge davon ist, dass sich die Rosenblätter kräuseln oder einrollen, während die Triebe verkümmern können. Gleichzeitig scheiden Blattläuse eine süße Lösung ab, den sogenannten Honigtau. Der Honigtau wiederum lockt nicht nur Ameisen an, sondern ist ein idealer Nährboden für Pilze, die sich hier rasch vermehren und die Rosenpflanze schädigen können.

Bei einem leichten Blattlausbefall kann der Rosengärtner mit einem kräftigen Wasserstrahl gegen die Schädlinge vorgehen oder die Tiere mit der Hand abstreifen. Achtet er darauf, dass sich Insekten wie Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegen oder Ohrwürmer in seinem Rosengarten ansiedeln, erledigt sich das Problem von selbst. Denn diese nützlichen Insekten sind natürliche Feinde der Blattläuse und ernähren sich von ihnen. Eine Schmierseifenlösung, eine Brennnesseljauche oder ein Sud aus Rainfarn sind ebenfalls probate Mittel gegen einen Befall mit Blattläusen. Auch ein Spritzmittel auf Basis von Neem-Öl kann Abhilfe schaffen. Und: Der Rosengärtner kann Lavendel zwischen seine Rosen pflanzen. Blattläuse mögen die ätherischen Duftöle des Lavendels nämlich nicht.

Rosenschädlinge: Spinnmilbe

Mit einer Größe von etwa einem halben Millimeter sind die winzigen, orangeroten Spinnmilben mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Ein Befall zeigt sich aber dadurch, dass auf den Blattoberseiten gelbe und braune Pünktchen entstehen. Die Milben selbst sitzen an den Blattunterseiten, wo sie die Blätter aussaugen. Gleichzeitig überziehen sie die Blätter mit einem weißen Gespinst, in das die Milben ihre Eier ablegen. Schon wenige Tage nach dem Schlüpfen können sich die Milben weiter vermehren. Die befallenen Blätter fallen ab.

Um einem Befall mit Spinnmilben vorzubeugen, können die Rosenpflanzen mit einem Ackerschachtelhalmsud oder einer Brennnesseljauche behandelt werden. Sind die Pflanzen befallen, können Raubmilben aus dem Gartenfachhandel eingesetzt werden. Wichtig ist außerdem, die befallenen Pflanzenteile großzügig abzuschneiden und zu vernichten.

Sehr oft ist die Ursache für einen Spinnmilbenbefall aber ein falscher Standort. An heißen, trockenen Standorten und an überdachten Stellen fühlen sich die Milben nämlich besonders wohl. In vielen Fällen lässt sich das Problem deshalb beheben, wenn die Rosen einfach an einen feuchteren und gut belüfteten Standort versetzt werden.

Rosenschädlinge: Rosenblattrollwespe

Die Rosenblattrollwespe ist eine kleine, schwarze Wespe. Von Mitte Mai bis Anfang Juni legt sie ihre Eier am Rand der Rosenblätter ab. Dabei sticht sie so in das Blatt, dass sich das Blatt schon bald nach innen einrollt. Für die jungen Larven entsteht dadurch eine Röhre, die sie optimal vor Umwelteinflüssen und Feinden schützt. Einige Wochen später fallen die Larven zu Boden und verpuppen sich, um im Folgejahr zu schlüpfen.

Für die Rose ist dieser Schädling eigentlich ungefährlich. Allerdings sehen die eingerollten Blätter nicht schön aus. Ein Spritzen der Rosen bringt nicht viel, denn das Mittel erreicht die Larven meist nicht. Die einzige effektive Methode besteht deshalb darin, die befallenen Blätter zu entfernen und zu entsorgen. Auch wenn die Rose dadurch vorübergehend recht nackt dasteht, treibt sie schnell wieder aus und blüht.

Rosenschädlinge: Rosengallwespe

Die Rosengallwespe bevorzugt Wildrosen. Hier legt sie ihre Eier an den Trieben ab. Dabei führen die Wespenstiche dazu, dass sich an der Rosenpflanze moosartige Wucherungen bilden. Diese Wucherungen werden als Schlafäpfel oder Rosenäpfel bezeichnet. In den Äpfeln stecken die weißen Larven des Rosenschädlings. Nach dem Sommer verpuppen sie sich.

Die Rosenäpfel sind für die Rose ungefährlich. Allerdings können sie die Optik stören. Das einzige Mittel gegen die Rosenschädlinge besteht darin, die Rosenäpfel abzuschneiden und zu vernichten.

Rosenschädlinge: Rosentriebbohrer

Beim Rosentriebbohrer handelt es sich um die Larve der Blattwespe. Sie legt ihre Eier an den Ansatzstellen der Rosenblätter ab. Wenn die Larven geschlüpft sind, bohren sie sich in den Rosenstängel und ernähren sich dort vom Mark. Je nach Sorte frisst sich der Rosentriebbohrer dabei entweder von unten nach oben oder von oben nach unten durch das Mark. Die Folge davon kann sein, dass die Triebe welk werden und die ausgehöhlten Stängel abbrechen.

Deine Gärtnerprüfung: Wie gut bist Du?

Gartenprüfung

Bohrlöcher und Bohrmehl auf den benachbarten Rosenblättern können auf einen Befall mit dem Rosentriebbohrer hinweisen. Um den Schädling zu bekämpfen, sollten die befallenen Stellen komplett entfernt und vernichtet werden. Einem Schlüpfen der Larven kann der Rosengärtner entgegenwirken, indem er den Boden hackt.

Rosenschädlinge: Dickmaulrüssler

Der Dickmaulrüssler ist ein nachtaktiver Käfer. Während er sich tagsüber im Boden versteckt, knabbert er nachts die Rosenblätter an. Gefährlicher als der Käfer sind aber seine Larven. Sie stecken im Boden und ernähren sich von den Rosenwurzeln. Das kann dazu führen, dass die Rosenwurzeln Schaden nehmen, die Rose welkt oder schlimmsten sogar abstirbt. Außerdem steigt die Gefahr, dass Bodenpilze über die Fraßstellen in den Wurzeln in die Pflanze eindringen.

Solange nur wenige Rosenblätter angenagt sind, muss sich der Rosengärtner keine großen Sorgen machen. Da der Käfer nachts aktiv ist, kann er abends von der Pflanze abgesammelt werden. Die Larven lassen sich mit Nematoden aus dem Gartenfachhandel bekämpfen. Nematoden sind Fadenwürmer und sondern Bakterien ab, die die Larven abtöten. Für den Menschen sind diese Bakterien unbedenklich.

Rosenschädlinge: Gemeiner Rosenkäfer

Der Rosenkäfer wird auch Goldkäfer genannt. Er ist etwa anderthalb Zentimeter groß und schimmert goldgrün. Sein Lieblingsplatz ist die Rosenblüte, wo er das Blüteninnere wegfuttert. Daneben knabbert der Rosenkäfer gerne auch die jungen, zarten Triebe an.

In kleinerer Anzahl ist der Rosenkäfer keine Bedrohung, denn die Schäden, die er anrichtet, bleiben überschaubar. Zudem verschwindet er nach einiger Zeit meist von selbst wieder. Macht er es sich jedoch in größeren Stückzahlen im Rosengarten gemütlich, sollte der Rosengärtner eingreifen. Die effektivste Methode hierbei ist, den Käfer am frühen Morgen einzusammeln. Solange es eher kühl ist, ist der Rosenkäfer nämlich träge und verharrt ruhig auf seinem Platz.

Rosenschädlinge: Rosenkrebs

Krebsartige Wucherungen an den Rosenwurzeln oder an den Rosentrieben deuten darauf hin, dass die Rosenpflanze mit einem Bakterium infiziert ist. Dieses Bakterium heißt Agrobacterium tumefaciens und ist in fast jedem Boden enthalten. Zu einer Infektion kann es kommen, wenn die Rosenpflanze Wunden, Verletzungen durch Fadenwürmer oder Frostschäden aufweist und so dem Bakterium eine Eintrittspforte bietet. Ist eine Rosenpflanze infiziert, beginnt sie damit, Nährstoffe und Wachstumsmittel für das Bakterium zu produzieren. Die Folge davon ist, dass krebsartige Wucherungen entstehen, durch die die Rinde aufplatzt und Nährstoffbahnen zerstört werden.

Es kann sein, dass eine robuste Rosenpflanze trotz der Wucherungen viele Jahre lang weiterlebt und üppig blüht. Genauso ist aber möglich, dass die Rose stark geschwächt wird und ganze Triebe absterben. Deshalb sollten befallene Triebe entfernt werden. So lässt sich vermeiden, dass sich das Bakterium weiter ausbreitet. Um nicht versehentlich andere Rosen anzustecken, sollte die Rosenschere aber nach dem Abschneiden der kranken Triebe gründlich desinfiziert werden.

Rosenkrankheiten und ihre Merkmale im Überblick

Wenn Rosen an einer Krankheit leiden oder von einem Schädling befallen sind, kann der Rosengärtner die Rosenkrankheit oft schon früh erkennen. Denn die Rosen zeigen dann meist ganz typische Merkmale. Die Anzeichen, die auf eine Rosenkrankheit oder einen Schädlingsbefall hinweisen, haben wir in der folgenden Tabelle noch einmal zusammengefasst:

Befall mit …typische Merkmale
Echter Mehltauweißer, mehliger, schimmelartiger Belag; rote, eingetrocknete Blätter
Falscher MehltauGrauschimmel auf den Blattunterseiten, dunkle Flecken auf den Blattoberseiten
Sternrußtaudunkle, sternförmige Flecken; gelbe Blätter
Rosenrostorangefarbene Flecken auf den Blattoberseiten; dunkle Pusteln auf den Blattunterseiten
Rindenfleckenkrankheitdunkle Flecken auf der Rinde und am Stamm
Blattläusegekräuselte oder eingerollte Blätter, verkümmerte Triebe
Spinnmilbengelbe und braune Sprenkel auf den Blättern, weißes Gespinst um die Blätter
Rosenblattrollwespeeingerollte Blätter
Rosengallwespemoosähnliche Wucherungen
Rosentriebbohrerwelke Triebe; Stängel brechen ab
DickmaulrüsslerLöcher in den Blättern; welke Pflanze
Rosenkäferverkrüppelte Blüten
Rosenkrebskrebsartige Wucherungen

Rosenkrankheiten vorbeugen

Der effektivste Schutz vor Rosenkrankheiten setzt sich aus drei Komponenten zusammen, nämlich der Sortenauswahl, dem richtigen Standort und einer guten Rosenpflege.

Rosenkrankheiten schon bei der Sortenauswahl vorbeugen

Im Handel sind verschiedenste Rosensorten erhältlich, die gegen die typischen Rosenkrankheiten gut gewappnet sind und lange gesund bleiben. Diese Sorten werden ADR-Sorten genannt. Entscheidet sich der Rosengärtner von Anfang an für eine robuste, resistente Rosensorte, muss er sich weniger Sorgen um seine Rosenpracht machen.

Rosenkrankheiten durch den richtigen Standort verhindern

Der optimale Standort für Rosen ist ein sonniger und gut belüfteter Platz. Nach einem Regen sollten die Blätter und die Blüten schnell wieder abtrocknen. Gleichzeitig darf keine allzu große Stauhitze entstehen. Im Winter sollte das Rosenbeet vor Zugluft und starkem Frost geschützt sein.

Beim Boden handelt es sich idealerweise um einen tiefgründigen, leicht alkalischen und sandigen Lehmboden oder einen lehmigen Sandboden. Er sollte einen leichten Humusanteil haben und ausreichend mit Nährstoffen versorgt sein. Zudem sollte der Boden nicht kühl sein und keine Staunässe speichern. Wichtig ist aber auch, den Boden nicht zu überdüngen.

Rosenkrankheiten durch die richtige Rosenpflege vermeiden

Die Rosenpflege beginnt im März mit dem Rückschnitt der Rosenpflanzen. Dabei wird das alte, vergreiste Rosenholz entfernt, um so die Pflanzen dazu anzuregen, frisch auszutreiben. Während des Rückschnitts sollte die Rosenschere regelmäßig mit Alkohol desinfiziert werden, um Pilzsporen, Bakterien und andere Krankheitserreger nicht versehentlich von einer Rose auf die nächste zu übertragen. Das abgeworfene Laub wird vollständig entfernt. Denn auf dem Laub befinden sich Pilzsporen, die mit bloßem Auge oft nicht zu erkennen sind. Direkt unter den Rosen sollte nicht gemulcht werden. Durch das Mulchen wird der Boden zwar aufgelockert. Gleichzeitig können sich dadurch aber die Pilzsporen, die hier überwintert haben, prima verteilen. In der Folge könnten sich Pilzkrankheiten auf den Rosen ausbreiten. Das Laub, das nach dem Winter noch an den Rosen hängt, sollte ebenfalls vollständig entfernt werden. Das gilt auch dann, wenn es gesund aussieht. Spätestens wenn die Rose frisch austreibt, wird das Laub nämlich seine Nährstoffe verlieren. Dadurch wird es anfälliger für Krankheiten. Durch die neuen Äste und das frische Laub werden die Überbleibsel aus dem Vorjahr aber mitunter schwer erreichbar.

Anfang Mai treibt die Rose frisch aus. Dann wird es Zeit, die Pflanzen zu düngen. Eine vorbeugende Behandlung gegen Pilzkrankheiten und Schädlingsbefall trägt dazu bei, dass die Pflanzen gesund in den Sommer starten können. Später sollten Maßnahmen nur dann ergriffen werden, wenn tatsächlich ein Befall vorliegt.

Rosenkrankheiten bekämpfen

Bei Rosenkrankheiten handelt es sich größtenteils um Pilzkrankheiten. Und im Gartenfachhandel gibt es verschiedenste Fungizide, die die Pilzkrankheiten wirksam bekämpfen. Gleiches gilt für Mittel, die gegen den Befall mit Schädlingen eingesetzt werden. Dabei gibt es die Rosenschutzmittel sowohl auf chemischer als auch auf pflanzlicher und biologischer Basis. Der Rosengärtner muss bei der Auswahl seiner Pflanzenschutzmittel aber darauf achten, dass sie für den Haus- und Kleingartenbereich und für Zierpflanzen im Freiland zugelassen sind. Ein entsprechender Vermerk steht auf der Verpackung. Bei der Anwendung ist wichtig, dass der Rosengärtner das Mittel sowohl auf den Pflanzen als auch auf dem Boden verteilt. Ratsam ist außerdem, den Wirkstoff regelmäßig zu wechseln. Dadurch ist sichergestellt, dass die Pilze und die Schädlinge keine Resistenzen gegen einen Wirkstoff bilden.

Natürliche Mittel und Hausmittel gegen Rosenkrankheiten

Auch wenn die Pflanzenschutz- und Spritzmittel aus dem Gartenmarkt zuverlässige Dienste leisten, muss der Rosengärtner nicht immer darauf zurückgreifen. Denn es gibt durchaus Hausmittel, die ebenso wirksam sind. Besonders bewährt haben sich in diesem Zusammenhang Jauchen, Brühen oder Tees und eine Lösung aus Schmierseife.

Jauchen

Um die Rosenpflanzen zu stärken und bei einem Befall mit einer Pilzerkrankung zu behandeln, kann eine Jauche aus Ackerschachtelhalm oder Brennnesseln angesetzt werden. Dazu wird ein Kilogramm der frischen Kräuter grob zerschnitten und zusammen mit zehn Litern Wasser in ein Fass aus Holz, Steingut oder Kunststoff gefüllt. Werden getrocknete Kräuter verwendet, reichen 200 Gramm auf zehn Liter Wasser aus. Das Fass wird dann für eine bis zwei Wochen an einen sonnigen Platz gestellt und täglich durchgerührt. Die Jauche beginnt zu gären und die Kräuter setzen ihre Wirkstoffe frei. Damit der Geruch erträglicher wird, kann der Rosengärtner etwas Gesteinsmehl hinzufügen, wenn er die Jauche umrührt.

Wenn die Jauche dunkel geworden ist und nicht mehr schäumt, ist sie fertig. Dann wird sie abgesiebt. Für die Anwendung wird die Jauche im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnt.

Brühen und Tees

Brühen und Tees sind wirksame Mittel bei einem Pilzbefall und einem Befall mit Schädlingen. So wirkt Ackerschachtelhalm gegen Mehltau und Spinnmilben. Farnkraut hilft bei einem Befall mit Blattläusen und Rainfarn ist ein probates Kraut gegen Mehltau und Rosenrost. Für eine Brühe oder einen Tee werden ein Kilogramm frische Kräuter oder 150 Gramm getrocknete Kräuter auf zehn Liter Wasser verwendet. Für eine Brühe werden die Kräuter 24 Stunden lang in kaltem Wasser eingeweicht und anschließend eine halbe Stunde lang gekocht. Bei einem Tee werden die Kräuter mit kochendem Wasser übergossen und müssen dann abgedeckt etwa zehn Minuten lang ziehen.

Brühen und Tees aus Rainfarn werden unverdünnt angewendet. Beim Ackerschachtelhalm und beim Farnkraut werden die Brühen und Tees im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt.

Schmierseifenlösung

Eine Lösung mit Schmierseife ist ein bewährtes Mittel gegen Blattläuse. Für die Lösung werden etwa 250 Gramm Schmierseife in zehn Litern heißem Wasser aufgelöst. Sobald die Lösung abgekühlt ist, wird sie unverdünnt gespritzt.

Rosenkrankheiten durch Nährstoffmangel

Wenn sich die Rosenblätter verfärben oder verformen, die Triebe verkümmern und die Knospen nicht aufgehen wollen, ist oft eine Pilzerkrankung oder ein Schädlingsbefall die Ursache dafür. Aber das muss nicht immer so sein. Denn auch ein Nährstoffmangel kann eine üppige Rosenpracht verhindern.

Rosen brauchen vor allem drei Nährstoffe, nämlich Stickstoff, Phosphor und Kalium. Mangelt es den Rosen an Nährstoffen, entwickeln sich nur dünne und schwache Triebe. Die Blätter bleiben blass und die Blattränder verfärben sich oder sterben ab. Die Blüten bleiben klein und bilden sich nicht richtig aus. Da die Pflanzen geschwächt sind, haben Rosenkrankheiten und Schädlinge leichtes Spiel.

Um Mangelerscheinungen vorzubeugen, reicht es normalerweise aus, die Rosen im Frühjahr zu düngen. Nur wenn der Boden sehr nährstoffarm ist, kann es notwendig werden, nachzudüngen. Ein spezieller Rosendünger, den es als Pulver und als Granulat gibt, enthält alle Nährstoffe, die die Rosen brauchen, in einer ausgewogenen Mischung. Am besten wird der Dünger dabei an einem regnerischen Tag oberflächlich in den Boden eingearbeitet. Wenn es dann regnet, gelangen die Nährstoffe ins Erdreich und können von den Rosenwurzeln aufgenommen werden. Die Alternative zum klassischen Rosendünger ist ein sogenannter Depotdünger. Er gibt die benötigten Nährstoffe über den Sommer verteilt frei.

Nun muss ein kompakter Dünger aber nicht unbedingt die beste Wahl sein. Denn es ist gut möglich, dass den Rosenpflanzen nur ein bestimmter Nährstoff fehlt. Der Einsatz von einem herkömmlichen Volldünger würde in diesem Fall zu einer Überdüngung führen. Und sie ist für die Rosenpflanzen genauso schädlich wie ein Nährstoffmangel. Doch woran erkennt der Rosengärtner, was seinen Rosen fehlt? Ähnlich wie bei den Rosenkrankheiten gibt es auch bei einem Nährstoffmangel typische Merkmale:

NährstoffMangelerscheinungen
Stickstoffblasse oder gelbe Blätter; Blindtriebe
Phosphorverfärbte Blätter; Blätter fallen ab; mickriger Wuchs
Kaliumälteres Laub verfärbt sich rotbraun; junge Blätter sind rötlich und bleiben klein
Borkümmerlicher Wuchs
Kupferweiche Pflanzen; anfälliger für Pilzbefall und Frostschäden
Mangangelbe Blätter; Blätter fallen ab; gehemmte Wurzelbildung
Molybdänbraune Blattränder; keine Blüten
Zinkkümmerlicher Wuchs
Magnesiumhelle und mickrige Blätter
Eisengelbe Blätter oder brandartige Schäden an den Blättern

Stellt der Rosengärtner eines der genannten Merkmale fest und vermutet er einen Nährstoffmangel anstelle eines Pilzbefalls, kann er einen Dünger verwenden, der den jeweiligen Nährstoff in einer höheren Konzentration enthält. War es wirklich eine Mangelerscheinung, werden die Symptome bald verschwinden. Ansonsten kann der Rosengärtner eine Bodenanalyse durchführen lassen. Dann weiß er ganz genau, ob und an welchem Nährstoff es seinen Rosen mangelt.