Blattläuse bekämpfen

Blattläuse
Blattlaus an Blattlaus © Radka Schöne / pixelio.de

Sie sind weit verbreitet und sehr gefürchtet: Blattläuse. Immerhin saugen die kleinen Biester den Pflanzen ihren Saft aus und können dadurch große Schäden anrichten. Doch es gibt eine ganze Reihe an wirksamen Mitteln, um Blattläuse erfolgreich zu bekämpfen.   

Ob Rosen, Tomaten, Bohnen oder Paprika, ob Apfelbaum, Bambus oder Erdbeeren und ob Pflanzen im Gartenbeet, Kübelpflanzen auf dem Balkon oder Topfpflanzen im Zimmer: Blattläuse sind nicht unbedingt wählerisch. Vielmehr können sie letztlich jede Pflanze befallen. Zwar bevorzugen die Blattläuse Pflanzen, die noch jung oder leicht geschwächt sind und deshalb keine großartige Widerstandskraft aufbringen können. Aber wenn die Blattläuse eine Pflanze erst einmal in Beschlag genommen haben, machen sie es sich darauf gemütlich. Andererseits ist es gar nicht so schwer, die Schädlinge wieder loszuwerden. Und dafür muss auch nicht gleich die chemische Keule geschwungen werden. Denn es gibt zahlreiche Hausmittel, die mindestens genauso effektiv sind.

Wissenswertes zu Blattläusen

Allein in Mitteleuropa sind über 800 verschiedene Arten von Blattläusen heimisch. Und so gibt es grüne, gelbe, weiße, rote und schwarze Blattläuse. Die Tierchen selbst sind nur wenige Millimeter klein, können aber große Schäden anrichten. Das gilt vor allem dann, wenn die Blattläuse in größeren Mengen auftreten. Dabei können Blattläuse so gut wie jede Pflanze befallen. Ob die Pflanze in der freien Natur, im Gartenbeet, im Gewächshaus, auf der Terrasse, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank in einem Zimmer steht, spielt letztlich keine Rolle. Wählerisch oder gar anspruchsvoll sind Blattläuse bei der Auswahl ihrer Wirtspflanzen nämlich nicht unbedingt.

Wenn die Temperaturen im Frühjahr allmählich steigen, beginnt auch die Zeit der Blattläuse. Aus den Eiern, die die Tierchen im vergangenen Herbst gelegt haben, schlüpfen kleine, ungeflügelte Larven aus. Schon kurze Zeit nach dem Schlüpfen sind die Blattlauslarven selbst geschlechtsreif und erzeugen ihre eigenen Nachkommen. Werden die Blattläuse angegriffen, sondern sie einen Duftstoff ab, der eine Art Alarmfunktion hat. Die Alarmfunktion bewirkt, dass die Blattläuse noch aktiver werden und noch schneller noch mehr Nachkommen produzieren. Dieser Vermehrungszyklus wiederholt sich mehrmals pro Jahr. Erst wenn die Temperaturen wieder sinken, stellen die Blattläuse ihre Aktivitäten ein. Durch die schnelle Vermehrung können sich Blattläuse aber rasch ausbreiten und der Pflanzenpracht des Hobbygärtners großen Schaden zufügen.

Die Schäden durch die Blattläuse

Oft bleibt es zunächst unbemerkt, wenn Blattläuse eine Pflanze befallen haben. Doch weil sich die Blattläuse fast schon explosionsartig vermehren, lassen die ersten Schäden nicht lange auf sich warten. Dabei sorgen die Blattläuse für ein ganz typisches Schadbild. Blattläuse ernähren sich nämlich vom Pflanzensaft. Dazu zapfen sie die Pflanzen an und saugen ihren Saft aus. Besonders junges Pflanzengewebe wird von den Blattläusen bevorzugt befallen. Die Blattläuse selbst halten sich am liebsten an den Blattunterseiten und in der Nähe von Blatt- und Blütenansätzen auf. Durch das Aussaugen verkümmern die Blätter und die Triebe. Die Blätter verfärben sich, rollen sich ein, trocknen aus und fallen schließlich ab. Die Pflanze selbst wächst nur kümmerlich. Haben sich die Blattläuse auch über die Rinde und die Wurzeln hergemacht, kann die befallene Pflanze schlimmsten sogar absterben.

Doch die Schäden durch die Saugtätigkeit der Blattläuse sind gar nicht die größte Gefahr. Schlimmer ist, dass Blattläuse Viruserkrankungen übertragen können. Hinzu kommt, dass Blattläuse eine süße, klebrige Lösung ausscheiden. Diese Ausscheidungen werden als Honigtau bezeichnet. Der Honigtau lockt andere Insekten an, darunter beispielsweise Ameisen. Zudem können sich auf den klebrigen Blättern rasch Pilze ansiedeln. Vor allem Rußpilze finden mit dem Honigtau einen idealen Nährboden. Der schwarze Pilzbelag hemmt aber die Photosynthese und schädigt die Pflanze dadurch zusätzlich. Möchte der Hobbygärtner seine Pflanzen retten, muss er also zügig eingreifen, wenn er einen Befall mit Blattläusen bemerkt.

Blattläuse wirksam bekämpfen

Ein Befall mit Blattläusen lässt sich ganz gut in den Griff kriegen. Denn es gibt viele verschiedene Mittel und Wege, um die ungeliebten Tierchen wieder loszuwerden. Besser ist aber, wenn der Hobbygärtner Maßnahmen ergreift, die verhindern, dass seine Pflanzen überhaupt befallen werden. So sollte der Hobbygärtner versuchen, seinen Pflanzen optimale Lebensbedingungen zu bieten. Haben die Pflanzen alles, was sie brauchen, können sie sich zu gesunden und kräftigen Pflanzen entwickeln. Gesunde, kräftige Pflanzen wiederum sind widerstandfähiger gegenüber Krankheiten und entwickeln genug Schutzmechanismen, um sich selbst erfolgreich gegen Schädlinge wie eben Blattläuse zu wehren. Zu optimalen Lebensbedingungen gehört der richtige Standort mit ausreichend Sonnenlicht und einer guten Belüftung. Grundsätzlich sollten Pflanzen nie zu dicht nebeneinander stehen, weil sonst die Luft nicht richtig zirkulieren kann. Auch was das Düngen angeht, sollte der Hobbygärtner mit Bedacht vorgehen. Pflanzen brauchen zwar Nährstoffe, doch ein Überdüngen ist für sie genauso schädlich. Zudem enthält Kunstdünger oft viel Stickstoff, der Schädlinge regelrecht anzieht. Laub, abgestorbene Pflanzenteile und vergreistes Gehölz sind Stellen, die sich Blattläuse gerne als Winterquartier suchen. Deshalb sollte der Hobbygärtner auf eine gute Hygiene in seinem Garten achten und die Pflanzen im Frühjahr großzügig zurückschneiden.

Doch trotz bester Pflege lässt sich ein Befall mit Blattläusen nie ganz ausschließen. In diesem Fall muss der Hobbygärtner handeln. Und je schneller er eingreift, desto besser stehen die Chancen, dass der Spuk schon bald vorbei ist. Mit Chemie muss der Hobbygärtner aber nicht gleich zu Werke gehen. Denn es gibt genug natürliche Mittel und Hausmittel, die genauso wirksam sind.

Blattläuse natürlich bekämpfen

Die einfachste Methode gegen einen Blattlausbefall besteht darin, die natürlichen Feinde der Schädlinge anzusiedeln. Die Nützlinge ernähren sich von den Blattläusen. Dadurch verhindern sie, dass sich die Blattläuse überhaupt verbreiten können, und nehmen dem Hobbygärtner so nebenbei auch noch die Arbeit ab.

Blattläuse mit Marienkäfern bekämpfen

Der Marienkäfer zählt zu den bekanntesten Fressfeinden der Blattläuse. Der gefräßige Nützling frisst als erwachsener Käfer bis zu 200 Blattläuse pro Tag, als Larve ist die Menge noch größer. Marienkäferlarven halten sich bevorzugt unter Blättern auf, Marienkäfer krabbeln und fliegen munter durch die Gegend. Der Hobbygärtner kann sie deshalb recht gut einsammeln und auf seine befallenen Pflanzen setzen. Daneben sind die Eier und die Larven des Marienkäfers auch im Gartenfachhandel erhältlich. Damit sich die Eier entwickeln können, muss es aber mindestens 20 Grad warm sein.

Blattläuse mit Flor- und Schwebfliegen bekämpfen

Neben dem Marienkäfer sind auch die Flor- und die Schwebfliege sehr effektive Nützlinge im Kampf gegen Blattläuse. Dabei fühlt sich die Florfliege vor allem auf behaarten Pflanzen wohl, die Schwebfliege hingegen bevorzugt eher Pflanzen mit glatten Blättern. Während ihres zweiwöchigen Larvenstadiums futtern die Fliegen rund 500 Blattläuse weg. Ein weiterer Pluspunkt der Flor- und Schwebfliegen besteht darin, dass sie robust sind und auch mit kühleren Temperaturen und Wind gut zurechtkommen. Damit die Larven aktiv werden, reichen schon acht Grad aus.

Blattläuse mit Ohrwürmern bekämpfen

Ohrwürmer sind ebenfalls natürliche Fressfeinde von Blattläusen. Um die Ohrwürmer anzulocken, kann der Hobbygärtner spezielle Behausungen im Gartenfachhandel kaufen. Genauso effektiv ist es aber, wenn der Hobbygärtner einen Blumentopf mit Stroh oder Holzwolle füllt und kopfüber in seinen Pflanzen aufhängt. Tagsüber können sich die Ohrwürmer hier verstecken, um dann auf Blattlausjagd zu gehen. Finden Ohrwürmer nicht genug Nahrung, knabbern sie allerdings auch die Pflanzen an.

Raubwanzen, Schwebfliegen und andere Insekten lassen sich Blattläuse ebenfalls gerne schmecken. Und die Nützlinge sind sehr hilfreiche Mitstreiter, wenn es darum geht, die ungeliebten Blattläuse loszuwerden. Sie saugen die Blattläuse aus, so dass der Befall schnell eingedämmt und eine weitere Verbreitung zuverlässig verhindert wird. Zudem sorgen die Nützlinge generell für ein gutes Gleichgewicht im Garten. Möchte der Hobbygärtner vorbeugend aktiv werden, kann er deshalb ein Insektenhotel aufstellen. Dadurch hat er seine Helferlein schon vor Ort, wenn er sie braucht.

Blattläuse mit Duftkräutern bekämpfen

Neben Nützlingen leisten auch Duftkräuter gute Dienste, wenn es darum geht, die Blattläuse zu vertreiben. Bohnenkraut beispielsweise hält die schwarzen Blattläuse fern, die sich gerne über Tomaten, Gurken und Bohnen hermachen. Kresse wiederum verhindert, dass Blattläuse Obstbäume befallen. Ein natürlicher Schutz gegen Blattläuse auf Salaten ist Kerbel. Und Rosen bleiben von Blattläusen verschont, wenn Lavendel zwischen die Rosen gepflanzt wird.

Blattläuse mit Hausmitteln bekämpfen – 15 Tipps

Wenn der Hobbygärtner Blattläuse an seinen Pflanzen entdeckt, kann er zu verschiedenen Hausmitteln greifen, um die Schädlinge zu bekämpfen. Hausmittel müssen zwar meist mehrere Male hintereinander angewendet werden, bis sie die gewünschte Wirkung in vollem Umfang erzielen. Dafür fügen sie den befallenen Pflanzen aber nicht noch zusätzliche Schäden zu. Und das biologische Gleichgewicht wird ebenfalls nicht gestört. Doch welche Hausmittel haben sich im Kampf gegen Blattläuse bewährt? Hier sind 15 Rezepte!

1.) Blattläuse durch Abspülen beseitigen

Bei einem geringen Befall reicht es meist aus, die Blattläuse mit einem harten Wasserstrahl abzuspülen. Im Garten kann das mit dem Gartenschlauch erfolgen. Balkon- und Zimmerpflanzen können in die Dusche gestellt werden. Damit die Blumenerde dabei nicht zu nass oder aus dem Topf herausgeschwemmt wird, ist es ratsam, den Blumentopf mit einer zugebundenen Plastiktüte abzudecken. Auf diese Weise wird nur die Pflanze nass. Durch das Wasser werden die Blattläuse von der Pflanze gespült. Um weitere Erkrankungen zu vermeiden, sollte die Pflanze nach dem Abstrahlen mit Wasser aber zügig wieder abtrocknen.

2.) Blattläuse mit Brennnesseln bekämpfen

Ein bewährtes Hausmittel im Kampf gegen die Blattläuse ist ein Brennnesselauszug. Dafür werden etwa 100 Gramm frische Brennnesseln grob zerkleinert und in ein Gefäß aus Plastik, Steingut oder Holz gegeben. Dann werden die Brennnesseln mit einem Liter kaltem Wasser aufgefüllt. Das Gefäß wird an einen warmen, sonnigen Platz gestellt, wo der Auszug einen Tag lang ziehen sollte. Anschließend wird der Auszug durch ein Sieb in eine Sprühflasche umgefüllt und großzügig auf die befallene Pflanze aufgetragen.

3.) Mit Farn gegen Blattläuse vorgehen

Ein altbewährtes Hausmittel gegen Blattläuse ist eine Brühe aus Farnkraut. Dabei bekämpft die Brühe nicht nur die Läuse, sondern wirkt auch wie ein Dünger und stärkt die Pflanze. Für die Farnkrautbrühe werden etwa 100 Gramm Farnkraut grob zerkleinert und 24 Stunden lang in kaltem Wasser eingeweicht. Dann wird die Mischung eine gute halbe Stunde lang gekocht. Nach dem Abkühlen wird die Brühe abgesiebt, im Verhältnis 1:5 mit Wasser verdünnt und auf die befallene Pflanze gespritzt.

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4.) Blattläuse mit Oregano bekämpfen

Oregano macht sich nicht nur in der Küche gut, sondern wirkt auch gegen Blattläuse. Verwendet wird das Kraut als Tee. Dafür werden 100 Gramm frischer Oregano oder 10 Gramm getrockneter Oregano mit einem Liter kochendem Wasser überbrüht. Wenn der Tee zugedeckt etwa zehn Minuten lang gezogen hat, wird er abgesiebt. Im Verhältnis 1:3 mit Wasser verdünnt, kann der Tee dann als Spritzmittel verwendet werden.

5.) Knoblauch als Hausmittel gegen Blattläuse

Knoblauch vertreibt nicht nur Vampire, sondern auch Blattläuse. Für einen Knoblauchsud werden 100 Gramm Knoblauch grob gehackt und mit einem Liter kochendem Wasser übergossen. Zugedeckt muss der Sud nun eine halbe Stunde lang ziehen. Dann wird der durch ein Sieb gegossen, in eine Sprühflasche gefüllt und auf der befallenen Pflanze verteilt.

6.) Blattläuse mit Kartoffelwasser beseitigen

Das Kochwasser von Kartoffeln muss nicht weggeschüttet werden. Denn durch das enthaltene Solanin ist es ein wirksames Mittel gegen Blattläuse. Vor allem auf Rosen hat es sich bewährt. Für die Anwendung wird das abgekühlte Kartoffelkochwasser unverdünnt auf die befallenen Pflanzen aufgesprüht.

7.) Blattläuse mit Natron bekämpfen

Natron ist ein echter Allrounder im Haushalt und auch als Anti-Blattlaus-Mittel effektiv. Für eine einfache Variante wird ein halber Teelöffel Natron in einem Liter Wasser aufgelöst und die betroffene Pflanze damit eingesprüht. Noch effektiver wird das Mittel, wenn etwas Alkohol, Speiseöl oder Kernseife hinzugefügt wird.

8.) Efeu als natürliche Waffe gegen Blattläuse

Efeu enthält sogenannte Saponine. Saponine sind seifenartige Stoffe, die ein wirksames Mittel gegen Blattläuse sind. Für ein natürliches Spritzmittel werden etwa 50 Efeublätter grob zerkleinert und eine halbe Stunde lang in einem Liter Wasser ausgekocht. Dabei sollte der Hobbygärtner den Sud gelegentlich umrühren, denn sonst schäumt er über. Wenn der Sud abgekühlt ist, wird er abgeseiht und mit einer Sprühflasche auf die Pflanze aufgetragen. Bei einem hartnäckigen Befall kann die Anwendung mehrfach wiederholt werden.

Extra-Tipp: Anstelle von Efeu können auch Kastanien verwendet werden. Dabei wird der Sud mit 15 bis 20 grob zerkleinerten Kastanien angesetzt.

9.) Blattläuse mit Seife bekämpfen

Seife gehört zu den erfolgreichsten Mitteln im Kampf gegen Blattläuse. Denn durch die Seifenlösung legt sich ein Film um die Pflanze, der dazu führt, dass die Läuse nicht mehr atmen können und eingehen. Die Seifenlösung wird aus Kernseife oder aus flüssiger Schmierseife hergestellt. Beides sind Seifen, die kein überschüssiges Fett und keine Duft- oder Farbstoffe enthalten. Für die Seifenlösung wird ein guter Esslöffel geraspelte Kernseife oder flüssige Schmierseife in einem Liter warmem Wasser aufgelöst. Anschießend wird die abgekühlte Lösung in eine Sprühflasche gefüllt und unverdünnt gespritzt.

Aber Achtung: Herkömmliche Haushaltsseife und auch Spülmittel sind nicht geeignet. Denn neben Farb- und Duftstoffen enthalten sie verschiedene weitere Inhaltsstoffe, die für die Pflanzen und auch für die Nützlinge schädlich sind.

10) Blattläuse bekämpfen mit Milch

Milch kann ein wirksames Mittel gegen Blattläuse sein. Dabei wird ein Teil normale Kuhmilch mit zwei Teilen Wasser vermischt und auf die betroffene Pflanze aufgesprüht.

11.) Mit Neem-Öl gegen Blattläuse vorgehen

Neem-Öl ist in Apotheken, gut sortierten Drogerien und Bioläden erhältlich. Für ein Anti-Blattlausspray wird ein Liter Wasser in eine Sprühflasche gegeben und ein guter Teelöffel Neem-Öl hinzugefügt. Durch ein ordentliches Schütteln vermischen sich die Komponenten. Die befallenen Pflanzenteile werden mit dieser Lösung einmal pro Tag, bei stärkerem Befall auch zwei- oder dreimal täglich eingesprüht. Schon wenige Stunden nach dem ersten Besprühen stellen die Blattläuse ihre Aktivität ein. Um auch die noch nicht geschlüpften Larven zu erwischen und so einen Wiederbefall zu vermeiden, sollte die Anwendung nach zehn Tagen wiederholt werden.

12.) Essig gegen Blattläuse einsetzen

Blattläuse mögen keine Säure. Deshalb kann es helfen, eine Lösung aus Wasser und Essig anzumischen und die betroffene Pflanze damit zu benetzen. Allerdings ist hier etwas Vorsicht geboten, denn die Säure kann auch die Pflanze schwächen.

13.) Blattläuse mit Tabak bekämpfen

Tabak schadet nicht nur dem Menschen, sondern macht auch Blattläusen das Leben schwer. Ein wirksames Mittel entsteht, wenn der Hobbygärtner Tabak oder Zigarettenkippen in ein Gefäß gibt, mit kochendem Wasser übergießt und einige Tage lang einweichen lässt. Wenn es schneller gehen soll, kann der Hobbygärtner die Mischung auch kochen. Die braune Brühe wird durch ein Sieb gegossen und in eine Sprühflasche gefüllt. Mit dem Tabaksud können die betroffenen Pflanzen dann eingesprüht werden.

14.) Kaffee oder Tee als Mittel gegen Blattläuse nutzen

Bei einem leichten Blattlausbefall kann Kaffee gute Dienste leisten. Für die Anwendung wird ein ganz normaler Kaffee gekocht. Wenn der Kaffee kalt ist, wird die befallene Pflanze damit bespritzt. Eine ähnliche Wirkung lässt sich auch mit schwarzem Tee erzielen.

15.) Blattläuse mit Alkohol und Öl bekämpfen

Natürliche, selbst hergestellte Spritzmittel wirken intensiver, wenn ein Schuss Alkohol oder Spiritus hinzugefügt wird. Das gilt für alle Hausmittel, die Seife, Saponine und Solanin enthalten. Auch bei einer Lösung mit Neem-Öl lässt sich die Wirkung durch einen Schluck Alkohol verstärken.

Wird dem Spritzmittel ein Teelöffel Speiseöl pro Liter Wasser beigemischt, haftet das Mittel besser an der Pflanze. Das Gießwasser oder ein Regen spülen die aufgespritzte Lösung dadurch nicht gleich wieder ab, so dass sie länger einwirken kann. Dabei können fast alle Speiseöle verwendet werden. Lediglich Rapsöl sollte vermieden werden. Denn Rapsöl wirkt nicht nur gegen die Blattläuse, sondern kann auch den Nützlingen schaden.

Wenn die natürlichen Fressfeinde allein nicht ausreichen, um den Blattläusen Herr zu werden, können Hausmittel sehr gute Dienste leisten. Allerdings kann auch der Einsatz von Hausmitteln unerwünschte Nebenwirkungen haben. Der Hobbygärtner sollte deshalb folgende Punkte beachten:

  1. Blattläuse sind zwar Schädlinge, gleichzeitig aber auch eine wichtige Nahrung für Nützlinge. Deshalb sollte es der Hobbygärtner zuerst mit milderen Mitteln wie dem Brennnesselsud, einer Kräuterbrühe oder Kartoffelwasser versuchen. Sie sind wirksam gegen Blattläuse, ohne den Nützlingen zuzusetzen. Zu aggressiveren Mitteln, die Seife, Alkohol oder Öle enthalten, sollte der Hobbygärtner erst dann greifen, wenn der Befall mit Blattläusen stärker ist oder die Pflanzen zunehmend kränkeln.
  2. Der Hobbygärtner sollte seine natürlichen Spritzmittel am besten am späten Nachmittag oder am frühen Abend anwenden. Denn zum einen sind die Insekten tagsüber aktiv, so dass es schwerer wird, sie zu erwischen. Zum anderen könnten die Pflanzen verbrennen, wenn die Flüssigkeiten in der warmen Mittagssonne aufgetragen werden.
  3. Unmittelbar vor einem Regenschauer macht ein Bespritzen der befallenen Pflanzen wenig Sinn, denn der Regen würde das Spritzmittel gleich wieder abwaschen, ohne dass es wirken konnte.
  4. Stellt der Hobbygärtner Spritzmittel her, sollte er es bei kleineren Mengen belassen. Da die Mittel keine Konservierungsstoffe enthalten, fangen sie schnell an, zu gären. Ein Sud, ein Tee oder eine Brühe, die bereits gegärt haben, lassen sich zwar noch als Dünger verwenden. Gegen die Blattläuse wirken sie dann aber nicht mehr richtig. Besser ist deshalb, die benötigte Menge jeweils frisch herzustellen. Und falls doch Reste bleiben, sollten diese kühl gelagert und zügig verbraucht werden.

Blattläuse mit Chemie bekämpfen

Im Prinzip spielt es keine Rolle, welche Pflanze die Blattläuse befallen haben. Denn die Maßnahmen zur Bekämpfung bleiben gleich, egal ob die Blattläuse an den Erdbeeren im Gartenbeet, an den Gurken- und Paprikapflanzen im Gewächshaus, an Obstbäumen, im Kräutergarten, an Rosen und Tomaten oder an den Pflanzen auf dem Balkon und im Wohnzimmer sitzen. Doch während draußen die Nützlinge dem Hobbygärtner beim Kampf gegen die Blattläuse helfen, muss er innen alleine gegen die Schädlinge vorgehen.

Bei einem leichten Befall reicht es meist aus, wenn der Hobbygärtner die Schädlinge von Hand abstreift oder die Pflanzen satt mit Wasser abspritzt. Bei einem stärkeren Befall erweisen sich natürliche Hausmittel als sehr effektiv. Nach einer Behandlung mit einem Brennnesselsud oder einer Seifenlösung beispielsweise sollte der Blattlausbefall schon bald vorbei sein. Allerdings stoßen auch die Hausmittel an ihre Grenzen. Bei einem sehr starken und hartnäckigen Befall reichen sie mitunter nicht aus. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Hausmittel unschöne Flecken oder Filme auf den Pflanzen hinterlassen können. Es kann also durchaus sein, dass der Hobbygärtner zur chemischen Keule greifen muss, um seine Pflanzen zu retten.

Die Wirkweise von chemischen Mitteln

Chemische Mittel gegen Schädlinge wirken systemisch. Das bedeutet, dass die Pflanze die Wirkstoffe aufnimmt. Dadurch verteilen sich die Wirkstoffe in allen Teilen der Pflanze und gelangen so auch zu Schädlingen, die sich gut versteckt haben. Die Wirkung der Stoffe, die für die Schädlinge giftig sind und sie töten, hält mehrere Tage, teilweise auch mehrere Wochen lang an. In dieser Zeit sind die Pflanzen also vor einem Wiederbefall geschützt. Wichtig ist aber, dass der Hobbygärtner die Anweidungen des Herstellers sehr genau beachtet. Nur so ist sichergestellt, dass die Insektizide optimal wirken und dabei die Umwelt nicht unnötig belasten.

Die Minuspunkte beim Einsatz von chemischen Mitteln gegen Blattläuse

Chemische Mittel bekämpfen die Blattläuse sehr zuverlässig. Aber sie haben auch einige Nachteile. So setzen die Insektizide nicht nur den Blattläusen zu, sondern werden auch zur Gefahr für die Nützlinge, andere Insekten, Tiere in der Erde und Vögel. Das natürliche Gleichgewicht kann dadurch empfindlich gestört werden.

Auf lange Sicht gesehen, können die Chemiekeulen sogar dazu beitragen, dass noch mehr Blattläuse auftauchen. Denn wenn die Blattläuse abgetötet werden, finden die Nützlinge keine Nahrung. Folglich siedeln sie sich nicht mehr an. Da dann aber die natürlichen Fressfeinde fehlen, können sich die Blattläuse problemlos niederlassen und munter weitervermehren. Davon abgesehen, können aggressive Insektizide eben nicht nur die Blattläuse, sondern auch die Nützlinge und deren Larven töten. Ein weiterer Nebeneffekt kann sein, dass die Blattläuse Resistenzen gegen bestimmte Wirkstoffe bilden. Im Kampf gegen die Blattläuse werden sie damit wirkungslos. Obst, Gemüse und Kräuter, die mit chemischen Mitteln behandelt wurden, können außerdem ungenießbar werden. Möchte der Gärtner etwas von seiner Ernte haben, sollte er deshalb lieber zu unbedenklichen Hausmitteln greifen.

Bei einem sehr starken und hartnäckigen Befall mit Blattläusen kann der Einsatz von chemischen Mitteln unvermeidbar sein und schnell Abhilfe schaffen. Alles in allem sollte der Hobbygärtner solche Mittel aber wirklich nur als letzte Maßnahme anwenden. Zumal die natürlichen Hausmittel genauso wirksam sein können, wenn der Hobbygärtner rechtzeitig eingreift. Und wenn der Hobbygärtner darauf achtet, dass seine Pflanzen gesund sind und sich in seinem Garten viele Insekten wohlfühlen, erledigt sich das Problem mit den Blattläusen oft von selbst.