Weiße Fliege bekämpfen Kohl: So geht’s

Aktualisiert am 20. Juni 2020 von Selda Bekar

Infos zu Weiße Fliege bekämpfen Kohl
Sie sollten die Weiße Fliege bekämpfen, um Pflanzen wie Kohl oder Paprika zu schützen.

Die Weiße Fliege gehört zu den Mottenschildläusen und ist mit der Blatt- und der Schildlaus verwandt. Sie ist zwar winzig klein, kann aber ordentlichen Schaden anrichten. Denn sie saugt die Pflanzenzellen aus, wodurch die Blätter der betroffenen Pflanzen welken. Außerdem hinterlässt sie klebrige Ausscheidungen, die einen Befall mit Schimmelpilzen zur Folge haben können. Doch wenn Sie den Schädling auf Tomaten, Gurken oder Kohl entdecken, ist das kein Grund zur Panik. Denn es gibt bewährte Hausmittel, mit denen Sie die Weiße Fliege bekämpfen können.

Natürlich ist es ärgerlich, wenn Sie Ihren Garten hegen und pflegen und dann feststellen müssen, dass Schädlinge Ihre Arbeit zunichte machen. Und wenn sich an Tomaten, Gurken oder Kohl immer mehr welke Blätter zeigen und Sie beim Berühren der Pflanze grünliche Larven und ausgewachsene Weiße Fliegen entdecken, ist der Schreck mitunter groß. Denn diese Insekten können Ihre Ernte ernsthaft gefährden.

Aber keine Sorge: Wir erklären, wie Sie die Weiße Fliegen bekämpfen und ohne Chemie aus Ihrem Garten vertreiben können.

Wie sieht die Weiße Fliege aus?

Als Weiße Fliege werden verschiedene Arten von Mottenschildläusen bezeichnet. Darunter ist auch die Gewächshausmottenschildlaus (Trialeurodes vaporariorum). Wie ihr Name schon andeutet, treibt dieser Schädling vor allem in Gewächshäusern sein Unwesen. Doch auch draußen in den Gartenbeeten kann es zu einem Befall durch die Weiße Fliege kommen. Dann handelt es sich oft um Kohlmottenschildläuse.

Die Larven der Weißen Fliege haben eine gelb-grünliche Farbe. Im Unterschied dazu ist der Körper der erwachsenen Tiere hellgelb. Sowohl der Körper als auch die Flügel sind mit einem weißen Wachs überzogen, das die Läuse durch eine Drüse am Hinterleib ausscheiden.

Die Körperlänge der Läuse beträgt bis zu anderthalb Millimeter. In Ruhestellung liegen die Flügel auf dem Körper und bedecken den Hinterleib wie ein Dach. Mit einer Spannweite von etwa fünf Millimetern sind die weißen Vorderflügel vergleichsweise groß. Gleichzeitig sorgen die großen Flügel dafür, dass die Tiere eher wie kleine Schmetterlinge, Motten oder Fliegen und weniger wie Läuse aussehen.

Wann und wo taucht die Weiße Fliege auf?

Die Weiße Fliege zählt zu den Schädlingen. Sie befällt Zier- und Gemüsepflanzen und kann vor allem in Gewächshäusern größere Schäden verursachen. Dabei legt die Weiße Fliege ihre Eier auf der Unterseite der Blätter ab. Schon wenige Tage später schlüpfen die kleinen Larven.

Besucher lasen auch👉  Rasenschädlinge bekämpfen

Genauso wie die erwachsenen Tiere saugen auch die Larven den Pflanzensaft aus den Zellen. Das führt dazu, dass die befallenen Blätter welken.

Dass die Läuse die Pflanzenzellen aussaugen, ist aber gar nicht das Hauptproblem. Die größeren Schäden entstehen meist dadurch, dass die Insekten klebrige Ausscheidungen absondern. Denn auf diesem sogenannten Honigtau können sich Schimmelpilze ansiedeln.

Dabei vermehrt sich der Schimmel gerne bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz dazu begünstigt trockene Luft, dass sich die Weiße Fliege ausbreitet. Dieser Gegensatz macht es mitunter schwierig, die Weiße Fliege zu bekämpfen.

Im Gewächshaus kann die Weiße Fliege das ganze Jahr über auftauchen. Dabei befällt sie vor allem Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen. Im Freiland treibt die Weiße Fliege zwischen Mai und September ihr Unwesen und macht sie bevorzugt über Kohl her. Daneben können aber auch Pflanzen wie zum Beispiel der Stechapfel, die Fuchsie oder Edelperlagonien zum Opfer der Weißen Fliege werden.

Wie kann ich die Weiße Fliege an Kohl, Tomaten und anderen Pflanzen bekämpfen?

Auch wenn die Weiße Fliege zweifelsohne ein lästiger Schädling ist, müssen Sie befallene Pflanzen nicht gleich aufgeben. Und es ist auch nicht notwendig, zur Chemiekeule zu greifen. Denn zur Bekämpfung der Weißen Fliege gibt es natürliche Mittel, die sich bewährt haben.

Vorbeugende Maßnahmen

Da sich Weiße Fliegen vor allem bei trockener Luft vermehren, sollten Sie im Gewächshaus für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgen. Lüften Sie das Gewächshaus außerdem regelmäßig. Ist Ihr Gewächshaus starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt, sollten Sie auch versuchen, Schatten herzustellen. Durch diese Maßnahmen schützen Sie die Pflanzen in Ihrem Gewächshaus vor einem Befall.

Deine Gärtnerprüfung: Wie gut bist Du?

Gartenprüfung

Die Weiße Fliege mit Gelbtafeln bekämpfen

Befürchten Sie einen Befall oder haben Sie die Weiße Fliege an Ihren Pflanzen entdeckt, sind Gelbtafeln ein probates Mittel, um die Schädlinge zu bekämpfen.

Besucher lasen auch👉  Wühlmaus bekämpfen: So geht's

Gelbtafeln sind kleine, gelbe Schilder, die mit Leim beschichtet sind. Aus diesem Grund werden sie auch Leimtafeln oder Gelbsticker genannt. Die gelbe Farbe der Tafeln lockt nicht nur die Weiße Fliege, sondern auch Mücken, Käfer und andere Schädlinge an. Die Fallen können Sie sowohl im Gewächshaus als auch im Freien aufhängen.

Im Gewächshaus können Sie sich außerdem Nützlinge als Helfer an Ihre Seite holen. Schlupfwespen und hier vor allem Erzwespen (Encarsia formosa) leisten sehr gute Dienste beim Bekämpfen der Weißen Fliege.

Kaltwasserauszug aus Brennnesseln zum Bekämpfen der Weißen Fliege

Im Freiland können Sie die Weiße Fliege an Kohl und anderen Pflanzen bekämpfen, indem Sie einen Brennnessel-Kaltwasserauszug spritzen. Der Auszug wirkt gegen den Befall. Gleichzeitig dient er als Dünger und kräftigt die Pflanzen.

Den Auszug stellen Sie so her:

  • Nehmen Sie ein ausreichend großes Gefäß. Je nach benötigter Menge kann das ein Eimer oder ein Fass sein.
  • In das Gefäß geben Sie frische, grob zerschnittene Brennnesseln und übergießen diese mit kaltem Wasser. Als Faustregel dabei gilt, dass Sie auf zehn Liter Wasser etwa ein Kilo Brennnesseln verwenden. Setzen Sie den Auszug mit getrockneten Brennnesseln an, genügen ungefähr 200 Gramm auf zehn Liter Wasser.
  • Nun lassen Sie die Brennnesseln an einem warmen, sonnigen Ort einen bis zwei Tage lang im Wasser ziehen. Damit keine Tiere in das Gefäß fallen, können Sie es mit einem Gitter abdecken.
  • Wenn der Auszug durchgezogen hat, seihen Sie ihn ab.

Mit dem Auszug können Sie die befallenen Pflanzenteile auf der Unter- und der Oberseite besprühen. Für einen großflächigen Einsatz gießen Sie die Pflanzen mit dem Auszug. Das sollten Sie allerdings abends tun, damit die Blätter nicht verbrennen. Den Auszug wenden Sie unverdünnt an.

Besucher lasen auch👉  Grasmilben bekämpfen

Die Weiße Fliege mit Tee oder Brühe aus Rainfarn bekämpfen

Ein anderes Mittel, mit dem Sie die Schädlinge abwehren können, ist ein Tee oder eine Brühe aus Rainfarn. Den Tee stellen Sie dabei im Prinzip genauso her wie einen normalen Tee zum Trinken. Das bedeutet:

  • Sie geben etwa ein Kilo frischen, grob zerkleinerten Rainfarn oder 150 Gramm getrockneten Rainfarn in einen großen Topf.
  • Dann die Pflanzenteile mit zehn Litern kochendem Wasser übergießen und ungefähr zehn Minuten lang ziehen lassen.
  • Nachdem der Tee durchgezogen hat, schütten Sie ihn durch ein Sieb.

Für eine Brühe geben Sie den Rainfarn ebenfalls in einen großen Topf. Allerdings übergießen Sie die Pflanzenteile mit kaltem Wasser und weichen sie 24 Stunden lang darin ein. Am nächsten Tag kochen Sie den Rainfarn etwa eine halbe Stunde lang aus.

Sowohl den Tee als auch die Brühe lassen Sie nach dem Abseihen komplett abkühlen, bevor Sie die betroffenen Pflanzen damit behandeln. Verdünnt wird die Flüssigkeit nicht.

Beschädigte Blätter und alte Pflanzen entfernen

Nach dem Einsatz von Schlupfwespen, Gelbtafeln oder Kräuterauszügen sollten Sie die behandelten Pflanzen sorgfältig kontrollieren. Damit sich der Befall nicht ausbreitet oder verlagert, sollten Sie geschädigte Blätter entfernen und vernichten.

Alte Pflanzen, die befallen waren, müssen Sie komplett aus dem Beet entfernen, bevor Sie neue Pflanzen einsetzen. Sonst riskieren Sie einen erneuten Befall der frischen Setzlinge.

Ein Wort zu Pflanzenschutzmitteln

Auch wenn alle Ihre Maßnahmen keinen Erfolg zeigen, sollten Spritzmittel die allerletzte Lösung bleiben. Scheint ihr Einsatz unvermeidbar, sollten Sie zumindest zu biologischen Pflanzenschutzmitteln greifen. Zwar ist längst nicht jedes Mittel, das sich biologisch nennt, unbedenklich und empfehlenswert. Aber biologische Pflanzenschutzmittel greifen weniger stark ins ökologische Gleichgewicht ein und werden schneller abgebaut als chemische Präparate.

Um die Weiße Fliege zu bekämpfen, eignen sich Pyrethrum-Präparate. Ihr Wirkstoff wird aus bestimmten Chrysanthemen gewonnen. Sie sind im Handel als Flüssigkeit zum Sprühen und als Granulat erhältlich.

Die Präparate wirken sofort tödlich, denn sie lähmen das Nervensystem der Weißen Fliege. Allerdings zeigt sich dieser Effekt nicht nur bei der Weißen Fliege, sondern bei fast allen Insekten und Spinnen. Deshalb vernichten die Präparate auch Nützlinge.

Hinzu kommt, dass Pyrethrum für Fische giftig ist und auch für den Menschen bedenklich sein kann. Deshalb sollten Sie solche Präparate wirklich nur im Notfall, sehr begrenzt und mit großer Vorsicht anwenden.