Holzwurm bekämpfen erkennen, bekämpfen und Befall vorbeugen

Aktualisiert am 4. Juli 2022 von Selda Bekar

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Es gibt verschiedene Hausmittel, die dabei helfen, den Holzwurm zu bekämpfen.

Das Holz ist mit vielen kleinen Löchern übersät und auf dem Boden liegen Häufchen aus Sägemehl. Dieses Bild ist ein ziemlich eindeutiges Zeichen dafür, dass der Holzwurm sein Unwesen treibt. Dabei stört ein Befall nicht nur die Optik, sondern kann auch zu großen Schäden führen. Denn die gefräßigen Schädlinge machen vor kleinen Holzmöbeln genauso wenig Halt wie vor tragenden Holzkonstruktionen. Wir erklären, wie Sie einen Befall frühzeitig erkennen. Und wir geben Ihnen Tipps, welche Hausmittel sich eignen, um den Holzwurm wirksam zu bekämpfen.

Holz gehört zu den wichtigsten Baustoffen überhaupt. Umso ärgerlicher ist es, wenn sich der Holzwurm über den Dachstuhl oder das Ständerwerk in den Wänden hermacht. Denn der Schädling kann im schlimmsten Fall die Bausubstanz ernsthaft gefährden.

Doch auch wenn der schöne Holzfußboden oder liebgewonnene Möbel aus Holz vom Holzwurm befallen sind, drohen Schäden. Deshalb sollten Sie nicht zu lange warten, wenn Sie einen Befall entdecken.

Doch Sie müssen nicht gleich die Chemiekeule auspacken. Denn um den Holzwurm erfolgreich zu bekämpfen, können Sie auf verschiedene bewährte Hausmittel zurückgreifen.

Was ist ein Holzwurm eigentlich?

Wenn vom Holzwurm die Rede ist, dann ist damit üblicherweise die wurmähnliche Larve des gewöhnlichen Nagekäfers gemeint. Statt gewöhnlicher Nagekäfer heißt das Insekt auch gemeiner Nagekäfer, sein biologischer Name lautet Anobium punctatum.

Weil die Larven oft über viele Jahre im Holz leben und sich dabei durch Balken, Möbel oder Brennholz futtern, zählen die gefräßigen Tiere zu den Holzschädlingen.

Ausgewachsene und geschlechtsreife Nagekäfer erzeugen zur Paarungszeit ein bestimmtes Geräusch, indem sie ihren Kopf aufschlagen. Dadurch locken sie paarungswillige Partnerinnen an. War die Partnersuche erfolgreich, legen die befruchteten Weibchen ihre Eier in Holzspalten, kleinen Rissen im Holz und alten Fraßgängen ab.

Meistens nutzen die Käfer dabei die Stellen für ihre Gelege, an denen sie selbst aufgewachsen sind. Denn die Insekten bleiben gerne an einem Ort. Allerdings können die Käfer fliegen. Bei Bedarf suchen sie sich deshalb einen anderen, besseren Nistplatz.

Nach ungefähr zwei Wochen schlüpfen die ersten Larven aus den Eiern. Und ab diesem Moment fressen sie sich durchs Holz. Dabei verlassen die Larven ihre Kinderstube aber nicht. Stattdessen legen sie immer neue Fraßgänge an.

Während ihrer Entwicklung durchlaufen die Larven mehrere Wachstumsphasen. Ist die Entwicklung abgeschlossen, verpuppen sich die Jungtiere. Bis es soweit ist, können aber ein bis acht Jahre vergangen sein. Kein Wunder also, dass die Larven in dieser langen Zeit große Schäden im befallenen Holz anrichten können.

Nach der Verpuppung schlüpft ein erwachsener und geschlechtsreifer Käfer. Durch das Schlüpfen entstehen übrigens die typischen, kleinen Löcher im Holz. Ab hier beginnt Zyklus von vorne.

Der gewöhnliche Nagekäfer ist graubraun, wird drei bis fünf Millimeter groß und hat leicht behaarte Flügel. Ein charakteristisches Merkmal ist sein höckerartiger Halsschild unter seinem Kopf.

Wo sich der Holzwurm besonders wohlfühlt

Holzwürmer befallen normalerweise nur verarbeitetes und verbautes Holz. Was die Holzart angeht, sind sie aber nicht besonders wählerisch. Und auch das Alter des Holzes ist ihnen ziemlich egal. Deshalb können Holzwürmer einen alten Dachstuhl oder ältere Holzfenster genauso befallen wie neue Möbel aus Massivholz.

Allerdings bevorzugen Holzwürmer weiches und eiweißreiches Holz. Splintholz und Frühholz sind daher häufiger betroffen als Kernholz und Spätholz. Außerdem brauchen die Larven ein Holz mit einer Restfeuchte von mindestens zehn Prozent. Ist es an dem Ort dann auch noch relativ kühl, sind die Bedingungen für sie optimal.

Holzwürmer treiben deshalb am liebsten in kühlen bis mäßig warmen Räumen mit einer eher hohen Luftfeuchte ihr Unwesen.

Einen Befall mit Holzwürmern erkennen

Dass Holz von Holwürmern befallen ist, erkennen Sie am einfachsten an kleinen Löchern. Die Löcher sind ein bis zwei Millimeter groß und entstehen, wenn die Larven nach der Verpuppung ausschlüpfen. Je nachdem, wie stark der Befall ist, können die betroffenen Stellen nur mit ein paar vereinzelten Löchern übersät oder nahezu vollständig durchlöchert sein.

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Ein weiteres Anzeichen für einen Befall sind kleine Häufchen aus Holzmehl. Wenn sich die Larven durch das Holz futtern und ihre Gänge bohren, produzieren sie nämlich dieses Holzmehl. Allerdings ist das Holzmehl sehr fein, ähnlich wie Staub. Vor allem auf hellen Flächen können die Ablagerungen deshalb schnell übersehen werden.

Doch Sie können einen Trick anwenden: Legen Sie unter den Löchern Papier aus und warten sie ein paar Tage ab. Hat sich bei der anschließenden Kontrolle feines Holzmehl auf dem Papier angesammelt, können Sie davon ausgehen, dass Holzwürmer aktiv sind. Ein paar Tage sollten Sie deshalb abwarten, weil die Larven immer mal wieder Pausen beim Fressen einlegen.

Den Holzwurm bekämpfen: Hausmittel, die helfen

Wie bei allen Problemen mit Schädlingen gilt, dass die Chancen auf eine erfolgreiche Bekämpfung umso größer sind, je früher Sie den Befall erkennen und dagegen vorgehen.

Zu chemischen Mitteln müssen Sie dabei aber nicht greifen. Denn es gibt einfache Hausmittel, mit denen Sie den Holzwurm bekämpfen können. Und durch natürliche Maßnahmen schonen Sie sowohl die Umwelt als auch Ihren Geldbeutel.

Wir haben für Sie bewährte Hausmittel aufgelistet, die sich im Kampf gegen Holzwürmer bewährt haben. Bedenken Sie aber bitte, dass einige Hölzer recht empfindlich sind. Bevor Sie also zur Tat schreiten, holen Sie sich deshalb zum Beispiel bei sehr wertvollen Möbeln vorab lieber den Rat eines Fachmanns ein.

Hitze und Kälte

Holzwürmer bevorzugen gemäßigte Temperaturen. Hitze und Kälte hingegen bekommen ihnen nicht. Bei Temperaturen über + 55 Grad und unter -18 Grad Celsius sterben die Larven ab. Deshalb können Sie Holzwürmer bekämpfen, indem Sie die Schädlinge extremen Temperaturen aussetzen.

Betroffene Möbelstücke können Sie im Sommer in die pralle Sonne stellen. Wenn Sie die Möbel zusätzlich in schwarze Folie einpacken, entwickelt sich die Hitze noch schneller. Kleine Gegenstände aus Holz können Sie auch in den Backofen geben. Heizen Sie den Ofen dafür auf 60 Grad Celsius auf und lassen Sie das Holz mindestens eine Stunde lang darin liegen.

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Den gleichen Effekt wie Hitze hat Kälte. Im Winter können Sie das befallene Möbelstück deshalb bei trockener Witterung nach draußen stellen, wenn sich die Minusgrade im zweistelligen Bereich bewegen. Kleine Holzobjekte stecken Sie einfach für ein paar Tage ins Gefrierfach.

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Eicheln

Bei großen Möbeln und schweren Gegenständen ist die Temperatur-Methode unpraktisch und manchmal auch gar nicht umsetzbar. Eine gute und bewährte Alternative sind dann Eicheln. Die Baumfrüchte zählen zu den Lieblingsspeisen der Schädlinge und ihr Geruch zieht sie magisch an.

Um die Holzwürmer zu bekämpfen, verteilen Sie großzügig Eicheln rund um die betroffenen Holzgegenstände. Die Schädlinge verlassen daraufhin das befallene Holz, nisten sich in den Eicheln ein und setzten dort ihre Fraßtätigkeit fort.

Sie sollten die ausgebrachten Eicheln regelmäßig kontrollieren. Dass die Maßnahme wirkt, erkennen Sie an kleinen Löchern in den Eicheln. Und sobald Sie Löcher in den Schalen entdecken, tauschen Sie die Baumfrüchte aus. Die befallenen Eicheln können Sie auf diese Weise zusammen mit den Larven entsorgen.

Die Maßnahme setzen Sie solange fort, bis die neu verteilten Eicheln keine frischen Löcher mehr aufweisen.

Zwiebeln

Ein altes Hausmittel, um den Holzwurm zu bekämpfen, sind rohe Zwiebeln. Dafür schneiden Sie eine Zwiebel auf und reiben das betroffene Holz damit ein. Weil Larven angeblich den Geruch nicht mögen, lassen sie sich auf diese Weise vertreiben. Allerdings zeigt dieses Hausmittel nur bei einem geringen Befall Wirkung.

Essig und Borsalz

Essigsäure ist ein weiteres Hausmittel, mit dem Sie den Holzwurm bekämpfen können. Ziehen dazu Essigessenz auf eine Spritze auf und füllen Sie die Flüssigkeit in die Bohrlöcher ein.

Anstelle von Essigessenz können Sie auch Borsalz verwenden. Das Borsalz rühren Sie mit etwas Wasser an und bringen die Lösung ebenfalls mithilfe einer Spritze in die kleinen Löcher im Holz ein. Zusätzlich dazu können Sie das befallene Holz mit der Salzlösung einsprühen. Nach 24 Stunden wiederholen Sie die Behandlung.

Sowohl Essig als auch Borsalz sind für Menschen unbedenklich. Der Vorteil von Borsalz ist aber, dass es im Unterschied zu Essig nicht riecht.

Alkohol und Salmiakgeist

Um den Holzwurm zu bekämpfen, können Sie auch zu Alkohol greifen. Besorgen Sie sich dazu in der Apotheke Isopropanol.

Mit einem Pinsel tragen Sie den unverdünnten Alkohol dann großzügig auf das befallene Holz auf. Direkt im Anschluss sollten Sie den hölzernen Gegenstand in Folie einwickeln. Dadurch verflüchtigt sich der Alkohol nicht und kann besser wirken.

Das Isopropanol braucht ungefähr drei Tage, um Wirkung zu zeigen. Die Methode eignet sich allerdings in erster Linie für dünne und mitteldicke Hölzer. Bei Holz, das stärker ist als fünf Zentimeter, wird der Alkohol vermutlich nicht tief genug eindringen, um alle Larven abzutöten.

Und Vorsicht: Isopropanol ist entzündlich und explosiv. Deshalb sollten Sie die Behandlung nur in einem sehr gut belüfteten Raum oder am besten gleich im Freien durchführen. Bevor Sie das ganze Möbelstück einpinseln, sollten Sie außerdem an einer kleinen Stelle testen, ob das Holz und die Farbe oder der Lack den Alkohol vertragen.

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Eine Alternative zu Isopropanol ist Salmiakgeist. Salmiakgeist ist verdünnter Ammoniak und ebenfalls in der Apotheke oder auch in gut sortierten Drogerien erhältlich. Den Salmiakgeist wenden Sie genauso an wie Alkohol. Zusätzlich dazu können Sie die Flüssigkeit mit einer Spritze in die Bohrlöcher einfüllen.

Wann der Fachmann gefragt ist

Hitze oder Kälte, Eicheln und die anderen Hausmittel eignen sich gut, um einen leichten bis mäßigen Befall mit dem Holzwurm zu bekämpfen. Ansonsten bekommen Sie im Fachhandel auch fertige Mittel, die Holzwürmer vernichten. Sie werden mittels Spritze, Pinsel oder Sprühflasche verwendet.

Wenn tragende Balken, der Dachstuhl oder große Flächen in der Wohnung wie zum Beispiel die Holzdecke vom Holzwurm befallen sind, sollten Sie sich aber besser an einen Experten werden. Gleiches gilt, wenn sich die Larven in Möbelstücken eingenistet haben, die sehr wertvoll sind oder Ihnen besonders am Herzen liegen.

Der Fachmann kann Ihnen eine Methode empfehlen, die in Ihrem Fall den größten Erfolg verspricht. Er selbst kann zum Beispiel großflächig mit einer thermischen Behandlung oder Gas gegen die gefräßigen Schädlinge vorgehen.

Wenn der Holzwurm vertrieben ist

Haben Sie den Holzwurm erfolgreich bekämpft, sollten Sie das Holz sanieren. Teile, die stark beschädigt sind, tauschen Sie am besten aus.

Geht es in erster Linie um die Optik, verschließen Sie die hässlichen Löcher mit Wachs. Holzwachs ist in verschiedenen Farben erhältlich, so dass die Spuren der Holzwürmer kaum noch auffallen. Gleichzeitig stärkt das Wachs das Holz wieder.

Fragen und Antworten

Welche Schädlingsbekämpfungsmittel wirken gut gegen Holzwürmer?

Die beste Art der Behandlung ist die Verwendung eines Pestizids, das Bayer Advanced heißt und das Thiram enthält. Dieses Pestizid ist für Kinder und Haustiere ungefährlich und tötet alle Wurmstadien ab. Allerdings muss man bei der Verwendung von Pestiziden vorsichtig sein, insbesondere in der Nähe von Nahrungsmitteln und Wasserquellen.

Wie oft sollte ich den Holzwurm behandeln?

Die Behandlung des Holzwurms hängt davon ab, wie stark das Holz geschädigt ist. Wenn nur kleine Bereiche des Holzes befallen sind, kann einmal im Jahr behandelt werden. Bei einem größeren Befall können mehrere Behandlungen während der Vegetationsperiode erforderlich sein. Wenn das gesamte Möbelstück ersetzt werden muss, müssen Sie das gesamte beschädigte Holz entfernen und durch neues Holz ersetzen.

Gibt es andere Mittel zur Bekämpfung des Holzwurms als Pestizide?

Der Einsatz von Wärme wäre eine Möglichkeit, da die Hitze Holzwurmeier, Larven und Puppen abtötet. Wenn Sie jedoch erwachsene Holzwürmer abtöten wollen, müssen Sie mindestens zweimal pro Jahr Wärme anwenden. Eine andere Methode ist die Verwendung eines Staubsaugers mit einem Schlauchaufsatz, um das tote Holz abzusaugen. Die letzte Möglichkeit besteht darin, die befallene Stelle abzuschneiden und durch neues Holz zu ersetzen.

Wie kann man dem Holzwurm vorbeugen?

Am besten beugen Sie einem Holzwurmbefall vor, indem Sie nach Löchern in Ihren Wänden und Dielen suchen und alle Risse und Spalten abdichten, in denen sich Feuchtigkeit sammelt.  Wichtig ist den Bereich um das befallene Holz sauber, trocken und frei von Feuchtigkeit zu halten.

Was ist eine Holzwurmsperre?

Eine Holzwurmsperre ist ein Produkt, das verhindern soll, dass Termiten in eine Holzkonstruktion eindringen. Der beste Schutz gegen Termiten ist das Abdichten von Rissen um Türen und Fenster sowie der Einbau einer Holzwurmsperre. Holzwurmsperren sind in vielen Baumärkten erhältlich.

Wie kann man Holzwürmer wirksam abtöten?

Am besten tötet man ihn mit einer Kombination aus Hitze und Druck. Hitze tötet die Larven ab, während Druck die erwachsenen Tiere aus dem Holz treibt. Auch die Verwendung eines natürlichen Mittels namens „Holzwurmbehandlung“ wäre eine gute Alternative.  Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Essig, Wasser und Salz, die die Würmer abtötet.