Wanzen bekämpfen Hausmittel: Das vertreibt die Plagegeister

Aktualisiert am 29. September 2020 von Selda Bekar

Infos zu Wanzen bekämpfen Hausmittel
Oft genügen einfache Hausmittel, um Wanzen effektiv zu bekämpfen.

Eigentlich ist es ein Grund zur Freude, wenn im Garten nicht nur die Pflanzen prächtig gedeihen, sondern sich dort auch die verschiedensten Tiere wohlfühlen. Schließlich ist eine artenreiche Flora und Fauna der beste Beleg dafür, dass das ökologische Gleichgewicht stimmt. Doch manchmal erobern auch ungebetene Gäste den Garten. Und wenn sie zu allem Überfluss in die Wohnung gelangen, ist der Ärger groß. Zu solchen lästigen Insekten zählen Wanzen. Wir erklären, welche Wanzen im Garten auftauchen können und welche Hausmittel helfen, um die Krabbeltiere zu bekämpfen.

Den heimischen Garten und auch die Wohnung können unterschiedliche Wanzenarten bevölkern. Bevor Sie also über geeignete Hausmittel und Methoden nachdenken, um die Tiere in die Flucht zu schlagen, müssen Sie erst einmal die Art bestimmen. Zumal nicht alle Wanzen Schädlinge sind. Einige Arten können zwar Schäden anrichten, andere Arten hingegen zählen zu den Nützlingen.

Doch unabhängig davon, welche Wanzen sich bei Ihnen breit gemacht haben, ist die gute Nachricht: Die Insekten lassen sich vergleichsweise einfach wieder vertreiben. Und um Wanzen effektiv zu bekämpfen, reichen in vielen Fällen einfache Hausmittel. Chemie ist nur selten notwendig.

Stinkwanzen bekämpfen

Im Sommer legen weibliche Stinkwanzen ihre Eier auf den Unterseiten von Pflanzenblättern ab. Die geschlüpften Jungtiere bleiben zunächst dort. Während ihrer Entwicklung durchlaufen sie fünf verschiedene Stadien. Wenn sie dann ausgewachsen sind, verteilen sie sich auf der Suche nach Nahrung im Garten.

Je nach Lebensstadium sehen Stinkwanzen ganz unterschiedlich aus. So verfärben sie sich im Frühling grün. Durch die grüne Farbe sind sie auf Blättern und Pflanzen gut getarnt und haben auf diese Weise einen optimalen Schutz vor Fressfeinden. Im Herbst wechseln Stinkwanzen die Farbe und werden braun, damit sie unauffällig auf dem Herbstlaub und den kargen Ästen überwintern können.

Wie alle Wanzen haben auch die bis zu 15 Millimeter langen Stinkwanzen den typischen, breiten Rückenschild. Für den Menschen und andere Tiere sind Stinkwanzen völlig ungefährlich. Trotzdem sind die Insekten keine gern gesehenen Gäste im Garten. Denn zum einen können einzelne Pflanzen bei einem akuten Befall eingehen. Das liegt daran, dass die Wanzen die Pflanzen aussaugen, weil sie sich vom Pflanzensaft ernähren.

Der andere Grund ist der üble Geruch. Vor allem wenn sich Stinkwanzen bedroht fühlen, sondern sie nämlich ein sehr übel riechendes Sekret ab. Diesem Gestank verdanken die Wanzen auch ihren Namen.

Stinkwanzen im Garten bekämpfen

Im Garten befallen Stinkwanzen bevorzugt Brennnesseln und Disteln, aber auch Obstbäume, Erlen und Linden. Doch auf der Suche nach Nahrung können die Insekten genauso gut andere Pflanzen ins Visier nehmen. Dabei stechen die Wanzen die jeweiligen Pflanzen an und saugen den Pflanzensaft aus. Bei einem stärkeren Befall kann das dazu führen, dass die betroffenen Pflanzen kränkeln oder schlimmstenfalls eingehen.

Andererseits sind Stinkwanzen allein schon an ihrem Geruch gut zu erkennen. Und in den meisten Fällen genügen einfache Maßnahmen, um die Wanzen effektiv zu bekämpfen:

Regelmäßige Kontrollen

Vor allem im Frühjahr und im Herbst sollten Sie die Pflanzen in Ihrem Garten regelmäßig nach Wanzen und anderen Schädlingen absuchen. Entdecken Sie Eier oder bereits geschlüpfte Tiere, können Sie diese direkt absammeln. Auf diese Weise verhindern Sie, dass sich die Insekten weiter ausbreiten.

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Stärker befallene Pflanzen sollten Sie außerdem samt Wurzeln entfernen. Gleiches gilt für Unkraut. Finden die Wanzen nicht ausreichend Nahrung, suchen sie nämlich das Weite.

Reichlich gießen

Auch regelmäßiges Gießen ist ein probates Mittel, um die Wanzen zu vertreiben. Pflanzen, die viel Feuchtigkeit vertragen, sollten Sie deshalb zum Beispiel mit Regenwasser großzügig gießen. Wenn der Boden gut durchfeuchtet ist, fühlen sich Stinkwanzen nämlich nicht wohl.

Neemöl

Ein natürliches Pflanzenschutzmittel im Kampf gegen Stinkwanzen ist Neemöl. Reiben Sie befallene Blätter damit ab oder sprühen Sie betroffene Pflanzen mit dem Öl ein. Neemöl sorgt dafür, dass die Wanzen dort keine Eier ablegen und die Pflanzen auch nicht aussaugen.

Chemische Insektenmittel sind weder notwendig noch sinnvoll. Denn die Chemie stört das Gleichgewicht und belastet die Umwelt. Außerdem können chemische Mittel auch Nützlinge und sogar die Pflanzen im Garten schädigen.

Natürliche Fressfeinde

Allzu viele Fressfeinde haben Stinkwanzen leider nicht. Doch wenn Sie in Ihrem Garten einen Teich haben, können Sie auf natürliche Hilfe setzen. Siedeln Sie Frösche oder Kröten an, ist das Problem mit den Stinkwanzen schnell Geschichte.

Stinkwanzen im Haus loswerden

Wenn draußen die Temperaturen sinken, suchen sich Stinkwanzen gerne ein warmes Plätzchen zum Überwintern. Und im Zuge dieser Suche können Sie dann auch die Terrasse bevölkern oder ins Haus gelangen. Doch selbst wenn sich Wanzen in die Wohnung verirrt haben, werden Sie die ungebetenen Gäste mit simplen Methoden schnell wieder los:

Zugänge abdichten

Fenster und Türen, Ritzen im Mauerwerk und Risse in der Fassade können Stinkwanzen einen Eingang in die Wohnung bieten. Anschließend verstecken sie sich gerne in Rollladenkästen und Nischen. Bemerken Sie einen unangenehmen Geruch, sollten Sie deshalb zunächst an solchen Stellen nachschauen.

Entdecken Sie dort Stinkwanzen, sammeln Sie die Tiere vorsichtig ein. Danach können Sie die Krabbeltiere weit weg von Ihrem Garten in der freien Natur aussetzen.

Um einzelne Tiere einzusammeln, lassen Sie die Wanzen am besten auf ein Blatt Papier oder ein Stück Pappe krabbeln. So können Sie die Tiere bequem nach draußen bringen. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie ein Glas oder ein anderes Gefäß über einzelne Tiere stülpen und anschließend ein Papier unter das Glas schieben.

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Aber: Greifen Sie auf keinen Fall zum Staubsauger! Das Aufsaugen würde die Tiere töten und dabei würde das stinkende Sekret erst recht austreten.

Um den Tieren erst gar keinen Einlass zu bieten, sollten Sie Ritzen und Risse gut abdichten. Mit einer Dichtungsmasse klappt das problemlos.

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Selbstgemachtes Insektenspray

Ein bewährtes Hausmittel, um Wanzen zu bekämpfen, ist eine Essig-Spülmittel-Lösung. Dafür mischen Sie vier Teile Wasser mit zwei Teilen Essig und einem Teil Spülmittel, also zum Beispiel 240 ml Wasser, 120 ml Essig und 60 ml Spüli. Mit dieser Mischung können Sie die Bereiche in der Nähe von Türen und Fenstern, Nischen und die Stellen, an denen Sie Wanzen entdeckt haben, einsprühen. Der Geruch hält die Insekten fern.

Sie können das Spray außerdem auch direkt auf die Stinkwanzen geben. Die Lösung schadet den Tieren nicht, schlägt sie aber in die Flucht. Wenn es schnell gehen muss, kann zudem Haarspray helfen. Haarspray klebt und sorgt so dafür, dass sich die Tiere nicht mehr bewegen können. Sie können die Wanzen deshalb leicht einsammeln.

Fliegennetz

In der warmen Jahreszeit werden Sie nur sehr selten auf Stinkwanzen im Haus oder in der Wohnung treffen. Denn im Frühling und Sommer sind die Tiere draußen unterwegs, um sich zu vermehren und Nahrung zu suchen. Erst im Winter locken die höheren Temperaturen im Haus die Tiere auf der Suche nach einem Ort zum Überwintern an.

Falls Sie in der warmen Jahreshälfte auf eine Stinkwanze treffen, handelt es sich deshalb um ein einzelnes Tier, das sich verirrt hat. Trotzdem kann eine gute Maßnahme sein, ein Fliegengitter an Ihren Fenstern anzubringen. So bleiben nämlich nicht nur Wanzen, sondern auch andere Plagegeister wie Fliegen, Mücken, Motten oder Wespen draußen.

Feuerwanzen bekämpfen

Tipps zu Wanzen bekämpfen Hausmittel
Feuerwanzen halten Winterschlaf.

Eine andere Wanzenart, die Ihren Garten für sich entdecken kann, sind Feuerwanzen. Feuerwanzen erkennen Sie an dem roten Rückenschild, das mit einem schwarzen Muster überzogen ist.

Wie Stinkwanzen sind auch Feuerwanzen ungefährlich. Allerdings sind sie lästig, was vor allem daran liegt, dass die Krabbeltiere oft gleich in Massen auftreten.

Feuerwanzen ernähren sich am liebsten von den Eiern anderer Insekten. Doch auch die Samen einiger Malvengewächse stehen auf ihrem Speiseplan.

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Haben Feuerwanzen einen Baum oder eine Pflanze in Ihrem Garten befallen, sollten Sie das Gewächs und den Boden ausgiebig wässern. Durch die Feuchtigkeit finden die Wanzen keine Nahrung mehr und suchen das Weite.

Ein anderes bewährtes Hausmittel, mit dem Sie die Wanzen bekämpfen können, ist eine Mischung aus Wasser und Spülmittel. Füllen Sie dazu Wasser und Spülmittel in eine Sprühflasche und verteilen Sie die Lösung auf der betroffenen Pflanze und direkt auf den Wanzen.

Als Alternative zu Spülmittel können Sie flüssige Seife verwenden. Die Seifenlösung vertreibt nicht nur die Wanzen, sondern schützt Ihre Pflanzen auch vor Blattläusen.

Für ihren Winterschlaf rotten sich Feuerwanzen meist unter Haufen aus Laub zusammen und bilden einen Klumpen. Wenn Sie so einen Klumpen entdecken, können Sie ihn einfach mittels Handfeger und Schaufel aufnehmen und an einem anderen Ort außerhalb Ihres Gartens ablegen.

Blumenwanzen sind Nützlinge

Es gibt noch eine Reihe von anderen Wanzen, die Ihren Garten heimsuchen können. Dazu gehören zum Beispiel Kohlwanzen an Kohl, Beerenwanzen an Beerenobst oder Spitzlinge an Getreide. Auch Bodenwanzen sind häufig anzutreffen.

Weil es Wanzen generell warm und trocken mögen, können Sie die Tiere mit den oben genannten Maßnahmen und Hausmitteln bekämpfen. Sorgen Sie also für Feuchtigkeit und nehmen den Tieren ihre Nahrungsquellen weg, sollte der Spuk bald vorbei sein.

Doch nicht alle Wanzen sind lästig. Blumenwanzen beispielsweise zählen zu den Nützlingen. Sie sind zwar kleine Räuber und können stechen. Aber dafür ernähren sie sich in erster Linie von Blattläusen und den Larven anderer Schädlinge. Damit sind Blumenwanzen nützliche Helfer bei der Gartenarbeit.

Bettwanzen bekämpfen

Wenn Bettwanzen eine Wohnung befallen, hat das nichts mit mangelnder Hygiene im eigenen Haushalt zu tun. Oft sind die lästigen Plagegeister ein ungewolltes Mitbringsel aus dem Urlaub. Die winzigen Krabbeltiere verstecken sich im Koffern oder in der Kleidung und breiten sich dann im heimischen Schlafzimmer aus. Auch in den Sitzen von Flugzeugen, Bussen und Bahnen sowie in Secondhand-Kleidung können die kleinen Biester lauern.

Für einen Befall reicht ein einziges weibliches Tier aus. Eine weibliche Bettwanze kann nämlich bis zu 300 Eier legen und so für eine rasante Vermehrung sorgen. Bemerkbar machen sich die ungebetenen Gäste oft erst dann, wenn sie nachts ihr Unwesen treiben. Bettwanzen als solches sind zwar nicht gesundheitsschädlich. Aber ihre Stiche können Rötungen, Juckreiz und im schlimmsten Falle starke allergische Reaktionen hervorrufen.

Anzeichen für einen Befall sind Kotspuren und ein süßlicher Geruch. Weil Bettwanzen nachtaktiv sind, werden Sie tagsüber aber kaum Tiere zu Gesicht bekommen. Dann verstecken sich die Plagegeister nämlich hinter Heizungsrohren, unter Tapeten, in den Kanten der Matratze oder in anderen Schlupfwinkeln.

Und auch die Stiche machen sich erst Tage später bemerkbar. Typisch sind übrigens mehrere Stiche nebeneinander, weil Bettwanzen mehrfach zustechen, um Blut zu saugen.

Vermuten Sie einen Befall, sollten Sie sich an einen Profi wenden. Vermeintliche Tricks wie doppelseitiges Klebeband als Falle oder irgendwelche Insektizide aus dem Baumarkt bringen letztlich nichts.

Denn damit Sie die Bettwanzen wieder los werden, müssen ausnahmslos alle Tiere abgetötet werden. Der Profi wird die Bettwanzen bekämpfen, indem er ihre Nester mit speziellen Chemikalien besprüht. Hitze und Kälte können weitere Maßnahmen sein. In aller Regel sind zwei bis vier Anwendungen notwendig, bis die Sache ausgestanden ist.