Ameisen in der Wand bekämpfen: Mit natürlichen Mitteln

Aktualisiert am von Selda Bekar

Infos zu Ameisen in der Wand bekämpfen
Ameisen in der Wand sollten Sie bekämpfen, um größere Schäden zu verhindern.

Wie kann man Ameisen in der Wand bekämpfen? Gibt es Hausmittel, die die kleinen Tiere wirksam vertreiben? Welche Maßnahmen helfen, um eine Ameisenplage zu verhindern? Wenn Sie Ameisen in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus entdeckt haben, fragen Sie sich vermutlich, wie Sie die ungebeteten Gäste möglichst schnell wieder loswerden. Tatsächlich gibt es eine Reihe natürlicher Mittel zur effektiven Abwehr von Ameisen. Wir erklären, wie Sie einen Befall erkennen und Ameisen in der Wand auch ohne Chemie bekämpfen können.

Keine Frage: In der freien Natur machen Ameisen einen guten und wichtigen Job. So halten Sie zum Beispiel Wälder sauber, weil sie pflanzliche Abfälle, andere Insekten und tierische Kadaver fressen. Außerdem verteilen sie auf ihren Wegen verschiedene Samen. Dadurch helfen sie bestimmten Pflanzen beim Wachsen.

Doch vermutlich niemand möchte die Ameisen im Haus haben. Zumal die kleinen Hautflügler durchaus in der Lage sind, großen Schaden am Gebäude und im Mauerwerk anzurichten. Deshalb sollten Sie schnell handeln, wenn Sie Ameisen bei sich zuhause entdecken.

In diesem Artikel erklären wir, welche Ursachen ein Befall haben kann und wie Sie ihn erkennen. Außerdem geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Ameisen in der Wand mit Hausmitteln bekämpfen und einer Plage vorbeugen können.

Die Ursachen und Anzeichen für einen Ameisenbefall

Eines gleich vorneweg: Ameisen in der Wand oder generell im Haushalt haben nichts mit mangelhafter Hygiene zu tun.

Die meisten Ameisenarten bauen ihre Nester unter Steinen und Platten oder in Mauerspalten außerhalb von Gebäuden. Finden sie den Weg in ein Haus oder eine Wohnung, dann passiert das meist eher zufällig im Zuge der Nahrungssuche. Undichte Türen und Fenster oder Risse in den Wänden machen ihnen den Zugang leicht.

Hat eine Ameise eine üppige Nahrungsquelle aufgetan, markiert sie die Route dorthin mit Duftstoffen. Und je größer und verlockender das Angebot an Nahrung ist, desto intensiver wird der Signal-Duft. In der Folge schließen sich immer mehr Ameisen an und eine Ameisenstraße entsteht.

Oft dauert es dann auch nicht lange, bis die Ameisen weitere Öffnungen und Spalten entdecken und als Eingänge nutzen. So kann schnell eine regelrechte Ameisenplage entstehen.

Erste Anzeichen für einen Befall sind Schäden an der Bausubstanz und im Mauerwerk. Kleine Krümel von Baumaterialien wie Holz oder Silikon sind typische Merkmale, die auf die Schäden hinweisen. Einige Ameisenarten legen ihre Nester nämlich bevorzugt in Isoliermaterial und verbauten Hölzern an.

Zusätzlich dazu können Risse in Wänden und Fugen auftauchen. Auch einzelne Ameisen, die orientierungslos im ganzen Wohnbereich herumirren, deuten auf einen Befall hin. Denn manchmal kommen Ameisen wortwörtlich von dem Weg ab, den die Arbeiterinnen als Route zur Nahrungsquelle mit ihren Duftstoffen markiert haben.

Stoßen Sie auf eine richtige Ameisenstraße oder tummeln sich Schwärme von fliegenden Ameisen in Ihrem Wohnbereich, haben die Insekten Ihre Küche oder Vorratskammer entdeckt. Spätestens dann sollten Sie gezielte Maßnahmen ergreifen, um die Ameisen zu vertreiben.

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Die Risiken bei Ameisen in der Wand

Wenn sich Ameisen in der Wand einnisten, sollten Sie das auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. Denn die kleinen Tierchen können das Gebäude und das Mauerwerk ernsthaft beschädigen. Zu den Risiken gehört unter anderem, dass die Ameisen

  • die Wände komplett bevölkern.
  • das Wandmaterial im Laufe der Zeit zersetzen.
  • Bauteile aus Holz nach und nach komplett zerstören.
  • Balken so sehr in Mitleidenschaft ziehen, dass die Tragfähigkeit deutlich nachlässt.
  • Styropor und Dämm-Material zerreiben.

Wichtig ist deshalb, dass Sie nicht tatenlos zusehen und abwarten, sondern zeitnah mit der Bekämpfung der ungebetenen Gäste beginnen.

Mittel und Maßnahmen, um Ameisen in der Wand zu bekämpfen

Solange sich der Befall in einem frühen Stadium befindet, können Sie selbst die Ameisen in der Wand bekämpfen. Dafür gibt es verschiedene Hausmittel.

Eine Ameisenbekämpfung mit chemischen oder synthetischen Giften ist weder notwendig noch sinnvoll. Denn solche Mittel vernichten nicht nur die Ameisen, sondern können auch für die Umwelt schädlich sein und Ihre Gesundheit gefährden.

Greifen Sie deshalb besser auf natürliche Alternativen zurück. Das gilt vor allem dann, wenn Kinder oder Haustiere in Ihrem Haushalt wohnen.

Ihr Kampf gegen die Ameisen beginnt mit der Suche. Wo im Haus befindet sich die Nahrungsquelle? Auf welchen Wegen gelangen die Ameisen in die Wohnung? Wie verläuft die Ameisenstraße? Wo ist das Ameisennest, aus dem die Insekten kommen?

Sind diese Fragen geklärt, können Sie damit starten, die Ameisen in der Wand gezielt zu bekämpfen. Dabei haben sich folgende Mittel und Maßnahmen bewährt:

Backpulver

Das vermutlich bekannteste Hausmittel, mit dem Sie Ameisen bekämpfen können, ist Backpulver. Vermischen dazu Backpulver mit etwas Zucker und streuen Sie das Gemisch an einigen Stellen im betroffenen Wohnbereich aus.

Angelockt vom Zucker, fressen die Ameisen das Pulver. Weil sich durch das Backpulver ihr Magen aufbläht, sterben sie.

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Stark duftende Kräuter

Ameisen haben einen sehr guten Geruchssinn, der ihnen bei der Orientierung hilft. An diesem Punkt können Sie ansetzen und die Laufwege der Hautflügler stören. Das Ziel ist, die Ameisenstraßen aufzulösen und die Ameisen zu vertreiben.

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Legen Sie dafür stark duftende Kräuter und Gewächse wie Thymian, Majoran, Wacholder, Kerbel oder Farnkraut auf die Ameisenstraße und vor die Zugänge. Auch Knoblauch, Zimt, Lavendel und Zitronenschalen helfen bei der Abwehr. Essig wirkt ebenfalls.

Im Handel ist auch ein sogenanntes Ameisenöl erhältlich. Dabei handelt es sich um ein ätherisches Öl, das aus verschiedenen duftintensiven Ölen besteht.

Honig und Hefe

Einen ähnlichen Effekt wie Backpulver hat Hefe. Um die Ameisen loszuwerden, nehmen Sie etwas Honig und vermischen ihn mit Hefe. Diese Mischung geben Sie in eine Untertasse und stellen diese auf.

Der Honig lockt die Ameisen an. Doch wenn sie ihn fressen, gehen sie an der Hefe ein. Wenn Sie keinen Honig zur Hand haben, können Sie auch Sirup oder eine Zuckerlösung als Lockstoff verwenden.

Diatomeen-Erde

Um Ameisen in der Wand zu bekämpfen, können Sie auf Diatomeen-Erde zurückgreifen. Diatomeen-Erde ist ein Pulver aus fein gemahlenen Kieselalgen. Das Pulver verteilen Sie dort, wo die Ameisen ins Mauerwerk schlupfen und herumwandern.

Wenn die Insekten mit dem Pulver in Kontakt kommen, wird ihr Chitin-Panzer verletzt. Die Folge davon ist, dass die Ameisen austrocknen. Allerdings darf die Diatomeen-Erde nicht feucht werden. Sonst verliert sie ihre Wirkung.

Aber Vorsicht: Halten Sie Kinder und Haustiere von dem Pulver fern und atmen Sie selbst es beim Verstreuen oder Auffegen nicht ein!

Kreide

Kreide zählt ebenfalls zu den alten Hausmitteln bei der Bekämpfung von Ameisen. Ziehen Sie Striche mit der Kreide, soll das wie eine Barriere wirken, die die Insekten daran hindert, über die Linie zu laufen.

Klebende Barrieren

Sie können sich Klebe-Barrieren auf Leimbasis besorgen und an Fenstern, Türen, Regalen und ähnlichen Stellen anbringen. Dadurch versperren Sie den Ameisen den Zugang, weil sie an den Streifen kleben bleiben.

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Aber: Hausmittel haben ihre Grenzen.

Wenn der Befall bereits fortgeschritten ist und sich eine größere Ameisen-Population in Ihrem Haus niedergelassen hat, sollten Sie sich an einen professionellen Kammerjäger wenden. Denn mit Hausmitteln werden Sie dann wahrscheinlich nicht mehr weiterkommen.

Entdecken Sie ein Ameisennest in einer Holzwand, in einem Kabelschacht oder an anderer Stelle im Gebäude, sollten Sie einen sachkundigen Experten in Schädlingsbekämpfung zu Hilfe holen. Er kann bestimmen, um welche Ameisenart es sich handelt, und gezielt dagegen vorgehen.

Dabei greift auch ein Kammerjäger nur dann zur Chemiekeule, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Zudem weiß ein Profi, wie er mit den Mitteln umzugehen hat.

Handelt es sich um eine Ameisenart, die Holz beschädigt, sollten Sie unter Umständen auch einen Bau-Sachverständigen zu Rate ziehen. So können Sie ausschließen, dass zum Beispiel tragende Balken inzwischen morsch sind.

Maßnahmen, um einem (erneuten) Befall nachhaltig vorzubeugen

Die Ameisen zu vertreiben, ist möglich, aber manchmal gar nicht so einfach. Der beste Schutz ist deshalb, einen Ameisenbefall von vorneherein zu verhindern. Und dazu müssen Sie nur ein paar simple Verhaltensregeln verinnerlichen.

Mögliche Zugänge verschließen.

Zunächst einmal ist wichtig, dass Sie den Ameisen keine Eingänge bieten. Verschließen Sie deshalb Löcher, Spalten, Risse und Fugen im Mauerwerk. Dazu bieten sich Baustoffe wie Silikon, Bauschaum, Lehm oder Beton an.

Kontrollieren Sie außerdem regelmäßig die Dichtungen an Ihren Türen und Fenstern. Sind die Dichtungen im Laufe der Zeit brüchig geworden, sollten Sie diese austauschen. Das ist übrigens nicht nur mit Blick auf einen möglichen Ameisenbefall, sondern auch aus energetischen Gründen sinnvoll.

Ameisen nicht anlocken.

Versuchen Sie, Lockstoffe in Ihrer Wohnung zu vermeiden, damit die Ameisen erst gar nicht den Weg zu Ihnen finden. Dabei helfen folgende Maßnahmen:

  • Lassen Sie keine Essensreste stehen und entfernen Sie Krümel gleich.
  • Leeren und reinigen Sie die Futterschalen Ihrer Haustiere regelmäßig.
  • Spülen Sie benutztes Geschirr direkt ab oder geben Sie es in die Spülmaschine und verschließen Sie diese.
  • Lagern Sie Lebensmittel nicht offen, sondern in luftdicht geschlossenen Behältern. Das gilt auch für Lebensmittel im Kühlschrank. Denn die Dichtung an der Kühlschranktür ist kein Hindernis für Ameisen.
  • Sammeln Sie Ihren Müll in geschlossenen Mülleimern und bringen Sie den Biomüll vor allem in der warmen Jahreszeit täglich raus.
  • Die Biomülltonne und Kompostbehälter sollten verschließbar sein. So schützen Sie sich nicht nur vor Ameisen, sondern auch vor anderen fliegenden und stechenden Insekten.

Ameisen-Kolonien im Garten umsiedeln.

Gibt es in Ihrem Garten einen Ameisenhaufen oder ein Ameisennest, kann es schnell passieren, dass die Ameisen auf ihrer Nahrungssuche ins Haus kommen oder das Gartenhäuschen für sich entdecken. Sinnvoll kann deshalb sein, die Kolonie umzusiedeln. Wenden Sie sich dazu an einen Kammerjäger oder einen Gartenfachmann.

Und wenn Sie im Garten neue Wegplatten verlegen oder eine Terrasse bauen, verarbeiten Sie besser Kies statt Sand. Denn während Ameisen ihre Nester gerne in Sand bauen, mögen sie Kies weit weniger.