Bauanleitung Vogelhaus: So bauen Sie eine Futterstation

Infos zu Bauanleitung Vogelhaus
Wir erklären in dieser Bauanleitung Schritt für Schritt, wie Sie ganz einfach ein Vogelhaus selber bauen können.

Ausgehöhlte Baumstämme, Kokosnussschalen, Tontöpfe, simple Strohhütten, Holzhäuser oder Mini-Villen aus Kunststoff: Die Auswahl an Vogelhäuschen ist riesig. Doch mit etwas handwerklichem Geschick können Sie ein Vogelhaus selber bauen. So haben Sie nicht nur ein echtes Unikat, sondern können die Form und die Größe optimal auf Ihren Garten oder Balkon anpassen. Und das Bauen macht mindestens genauso viel Spaß wie später das Beobachten der Vögel. In dieser Bauanleitung stellen wir Ihnen eine Idee für ein Vogelhaus vor. Und wir verraten Ihnen, wie Sie auch das Futter selbst herstellen können.

Für Natur- und Gartenfreunde gibt es wohl ein schöneres Geräusch als Vogelzwitschern. Doch die gefiederten Freunde haben es zunehmend schwerer, geeignete Nistplätze zu finden. Und wenn im Winter alles mit Schnee und Eis bedeckt ist, wird auch die Nahrungssuche zum Problem.

Deshalb stellen viele Garten- und Balkonbesitzer Vogelhäuser bereit. Denn dadurch helfen Sie einerseits den heimischen Vögeln über die kalte Jahreszeit. Und andererseits können sie sich selbst am regen Treiben an der Futterstation erfreuen.

Wenn Sie auch eine Futterstelle in Ihrem Garten einrichten möchten, ein gekauftes Vogelhaus aber nicht in Frage kommt, dann bauen Sie doch einfach selbst etwas. Die richtige Anregung liefert Ihnen vielleicht unsere Bauanleitung für ein funktionales Vogelhaus!

Die Materialien für das Vogelhaus

Viel Material brauchen Sie für das Vogelhäuschen nicht. Haben Sie ein paar Bretter und Kanthölzer in Ihrer Restekiste, können Sie das Häuschen daraus bauen. Genauso können Sie dickere Äste verarbeiten. Die Maße passen Sie dann einfach an das vorhandene Holz an. Verstehen Sie die Maße in unserer Anleitung deshalb als Beispiel.

Für das Vogelhaus benötigen Sie:

  • 1 Holzbrett als Bodenplatte, 20 cm x 20 cm x 2 cm
  • 1 Holzbrett als Dach, 25 cm x 25 cm x 2 cm
  • 2 Kanthölzer als kurze Stützen, 20 cm x 2 cm x 2 cm
  • 2 Kanthölzer als lange Stützen, 25 cm x 2 cm x 2 cm
  • 2 Holzleisten als Geländer, 20 cm x 5 cm x 2 cm
  • Schrauben oder Nägel
  • Reststück Dachpappe
  • Holz- oder Leinöl und Pinsel

An Werkzeugen sollten Sie sich eine Säge und einen Akkuschrauber oder Hammer bereitlegen.

Die Bauanleitung für das Vogelhaus

In unserer Bauanleitung zeigen wir Ihnen ein schlichtes Vogelhaus, das als überdachte Futterstelle dienen soll. Es ist schnell gemacht und einfach umzusetzen. So können Sie das Häuschen auch dann bauen, wenn Sie als Heimwerker nicht ganz so versiert sind oder zusammen mit Kindern werkeln. Also, los geht’s!

1. Schritt: die Kanthölzer zuschneiden und auf die Bodenplatte montieren

Die vier Kanthölzer ergeben die Stützen, auf denen später das Dach vom Vogelhaus aufliegt. Dabei sind zwei Kanthölzer kürzer. Dadurch entsteht automatisch eine Dachschräge, die sicherstellt, dass Regen und Schnee abfließen können.

Damit das Dach gut auf den Stützen aufliegt, schneiden Sie die Hölzer auf einer Seite auf Gehrung. Sie schrägen die Kanthölzer an einem Ende also im 45 Grad-Winkel ab.

Dann können Sie die vier Hölzer auch schon an der Bodenplatte befestigen. Dazu stellen Sie ein Kantholz in eine Ecke und schrauben oder nageln es von unten fest. Arbeiten Sie mit Schrauben, sollten Sie das Holz aber zunächst vorbohren. Das verhindert, dass die Hölzer reißen.

Das Ganze wiederholen Sie mit den drei anderen Kanthölzern. Dabei setzen Sie die beiden kurzen Kanthölzer auf eine Seite und die beiden langen Stützen auf die andere Seite. Und achten Sie darauf, dass die Schräge bei allen vier Hölzern in die gleiche Richtung verläuft.

2. Schritt: die Holzleisten befestigen

Als nächstes montieren Sie die beiden Leisten. Sie dienen zum einen als eine Art Geländer und bieten den Vögeln eine Sitzgelegenheit. Zum anderen sorgen sie für zusätzliche Stabilität.

Die Leisten montieren Sie an zwei gegenüberliegenden Seiten so, dass sie bündig mit der Bodenplatte abschließen. Zusätzlich dazu können Sie die Holzleisten auch an den Stützen befestigen. Denken Sie aber auch hier wieder daran, die Löcher vorher zu bohren, wenn Sie Schrauben verwenden.

Wir belassen es bei unserem Vogelhaus bei zwei Leisten. Wenn Sie möchten, können Sie aber natürlich auch an allen vier Seiten Leisten anbringen. Allerdings sollten Sie dann auf einer Seite eine Aussparung einplanen, damit Sie die Futterstation leichter reinigen können.

3. Schritt: das Dach anbringen

Jetzt fehlt nur noch das Dach. Dazu legen Sie das verbliebene Holzbrett auf die Stützen auf und nageln oder schrauben es fest. Das Dachbrett ist etwas größer als der Boden und hat dadurch rundherum Überstand. So ist der Innenbereich der Futterstation besser vor der Witterung geschützt.

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4. Schritt: das Haus wetterfest machen

Damit das Vogelhäuschen möglichst lange hält, sollten Sie es wetterfest machen. Pinseln Sie dazu das Holz mit Leinöl oder einem Holzöl ein. Soll Ihr Vogelhaus bunt werden, können Sie auch einen Holzlack verwenden. Achten Sie dann aber darauf, dass der Lack keine bedenklichen Schadstoffe enthält.

Und verzichten Sie auf rote Farbe. Denn Rot ist für Vögel eine Alarmfarbe, die die Piepmätze dazu veranlassen könnte, Ihr Vogelhaus nicht anzunehmen.

Das Dach decken Sie mit einem Stück Dachpappe ein. Sehr schön sieht es aus, wenn Sie das Dach anschließend noch begrünen. Dickblattgewächse wie Hauswurz, Mauerpfeffer oder Fette Henne eignen sich dafür besonders gut. Denn diese Pflanzen wurzeln sehr flach, sind unempfindlich und kommen mit wenig Wasser aus.

Natürlich können Sie das Vogelhaus auch noch weiter ausschmücken, zum Beispiel mit Ästen, Rinde oder Stroh. Damit ist das selbst gebaute Vogelhaus auch schon fertig!

Ein Rezept für selbstgemachte Meisenknödel

Um aus dem Vogelhäuschen eine Futterstation zu machen, muss Futter her. Dabei können Sie loses Futter in eine Schale geben und in das Vogelhaus stellen. Noch besser ist aber, wenn Sie Futterkugeln verwenden. Denn die Kugeln enthalten viel Fett. Dadurch hält das Futter zusammen und schimmelt nicht. Außerdem mögen unsere heimischen Vögel Futterkugeln sehr gerne.

Im Handel können Sie fertige Meisenknödel kaufen. Aber Sie können die Knödel auch selbst herstellen. Wie das geht, erklären wir jetzt.

Die Zutaten für Meisenknödel

  • 150 g Kokosfett oder Rindertalg
  • 150 g gemischte Körner, zum Beispiel Sonnenblumenkerne, Weizenkleie, Haferflocken, gehackte Nüsse und Rosinen
  • 1 EL Speiseöl
  • Schnur

Aus diesen Zutaten können Sie einen großen oder zwei kleinere Meisenknödel formen.

Die Anleitung für Meisenknödel

Um die Meisenknödel herzustellen, geben Sie zuerst das Fett in einen Topf. Sie können dabei Kokosfett oder Rindertalg verwenden. Rindertalg bekommen Sie beim Metzger.

Nun erwärmen Sie das Fett langsam, bis es weich ist. Dann nehmen Sie den Topf vom Herd und rühren das Öl unter. Das Öl sorgt dafür, dass das Fett geschmeidiger bleibt. Anschließend fügen Sie Ihre Körnermischung dazu, vermengen die Zutaten gut miteinander und lassen die Masse etwas abkühlen.

Wenn die Masse abgekühlt hat, aber noch immer formbar ist, formen Sie mit den Händen ein oder zwei Meisenknödel daraus. Arbeiten Sie am besten gleich ein Stück Schnur als Aufhänger mit ein. Dafür nehmen Sie die Schnur und legen Sie doppelt. Die beiden losen Enden umhüllen Sie dann mit der Futtermasse.

In das Dach vom Vogelhaus können Sie einen Haken eindrehen. Daran können Sie den selbstgemachten Meisenknödel aufhängen.

Ein paar Tipps und Hinweise rund um das Vogelfutterhaus

Ihr Vogelhäuschen soll nicht nur eine nette Deko für den Garten oder Balkon sein, sondern vor allem seinen Zweck erfüllen. Doch damit Sie den Vögeln auch wirklich dabei helfen, gut über den Winter zu kommen, sollten Sie ein paar Dinge beachten.

Der Aufstellort

Stellen Sie das Vogelfutterhaus auf, dann achten Sie auf einen stabilen Stand. Sicherer ist aber, wenn Sie das Vögelhäuschen aufhängen. So sind die Vögel besser vor Räubern geschützt.

Optimal ist ein Standort, der nach Süden oder Südosten ausgerichtet und vor der Witterung geschützt ist. Gut ist auch, wenn sich die Futterstation nicht zu nah an Büschen oder Sträuchern befindet. Denn wenn sich Katzen und andere Tiere anschleichen, würden das die Vögel möglicherweise zu spät bemerken.

Und: Stellen Sie sicher, dass die nächste Fensterscheibe mindestens zwei Meter entfernt ist. Sonst kann es passieren, dass die Vögel gegen die Scheiben fliegen und sich schwer oder gar tödlich verletzen.

Die Reinigung

Sie sollten das Vogelhaus regelmäßig säubern. Denn Futterreste und Vogelkot können zur Folge haben, dass sich Krankheitskeime ausbreiten. Fegen Sie die Bodenplatte deshalb alle zwei, drei Tage mit einer Bürste aus. Einmal pro Woche können Sie das Vogelhaus zusätzlich dazu mit heißem Wasser auswischen. Reinigungsmittel sollten Sie aber nicht verwenden. Denn die Vögel könnten Reste davon aufnehmen.

Das Füttern

Vögel gewöhnen sich sehr schnell an einen Futterplatz. Wenn Sie die Vögel füttern, sollten Sie das deshalb solange machen, bis die gefiederten Tierchen im zeitigen Frühjahr wieder selbst genug Nahrung finden. Stellen Sie also nicht nur ein paar Mal etwas Futter hin, um die Vögel anzulocken. Sondern bleiben Sie bei der Fütterung, wenn Sie einmal damit angefangen haben.

Was das Futter angeht, können Sie die selbstgemachten Meisenknödel verwenden. Diese können Sie auch außerhalb des Vogelhauses im Garten aufhängen. Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Rosinen, Äpfel und Futtermischungen aus dem Handel eignen sich ebenso. Absolut tabu hingegen sind Speisereste aus der Küche.

Generell ist übrigens besser, wenn Sie öfter kleine Mengen Futter bereitstellen. Diese sind schnell weggefuttert, ohne dass sie schimmeln oder verderben. Weitere Tipps zur richtigen Fütterung der verschiedenen Vogelarten finden Sie in diesem Ratgeber vom Deutschen Tierschutzbund.

Vor allem bei losem Futter ist wichtig, dass es nicht nass wird. Deshalb sollten Sie solches Futter nur an einem überdachten Futterplatz anbieten. Aber dafür haben Sie ja die Bauanleitung für das Vogelhaus!