Mäuse bekämpfen im Garten: Auf natürliche Art

Aktualisiert am 20. Juni 2020 von Selda Bekar

Infos zu Mäuse bekämpfen im Garten
Mäuse im Garten können Sie mit einfachen Hausmitteln bekämpfen.

Der eine findet sie eigentlich ganz putzig, der andere schreit angewidert auf und hüpft vor Schreck auf einen Stuhl: Wenn jemandem eine Maus über den Weg läuft, sind die Reaktionen ganz unterschiedlich. Doch spätestens, wenn sich im Garten die ersten Schäden zeigen, kippt selbst beim größten Tierfreund die Stimmung. Andererseits sind Mäuse im Garten kein Grund zur Panik. Zumal längst nicht alle Nager tatsächlich Schädlinge sind. Wir erklären, welche Mäuse im Garten auftauchen können und wie Sie diese mit natürlichen Mitteln bekämpfen können.

Als leidenschaftlicher Gärtner werden Sie Ihren Garten vermutlich mit viel Liebe und Sorgfalt pflegen. Natürlich haben Sie dabei auch Ihre Pflanzen im Blick und greifen frühzeitig ein, wenn sich Schädlinge oder Krankheiten bemerkbar machen. Nur ist es damit leider nicht getan.

Mäuse können Ihre Nerven auf eine harte Probe stellen. Schließlich ist es ärgerlich, wenn Ihr Rasen von Löchern und kleinen Erdhäufchen übersät ist und sich in den Beeten unterirdische Gänge abzeichnen. Oder wenn Ihre Pflanzen angeknabbert sind und Ihre Ernte ausfällt.

Spätestens dann stellt sich die Frage, wie Sie die kleinen Plagegeister wieder los werden. Wie lassen sich Mäuse vertreiben? Welche Mittel und Maßnahmen helfen, um die Nagetiere in die Flucht zu schlagen, ohne ihnen und Ihrem Garten Schaden zuzufügen? Wir haben Antworten und Tipps für Sie!

Mögliche Schäden durch Mäuse im Garten

Nicht alle Tiere, die wie Mäuse aussehen, sind tatsächlich Mäuse. Und nicht alle Mäusearten richten Schäden an. Bevor Sie gleich dazu übergehen, die Mäuse zu bekämpfen, sollten Sie deshalb zunächst einmal nachschauen, ob im Garten überhaupt irgendwelche Schäden vorhanden sind.

Mäuse verstecken sich gerne und sind auch unter der Erde unterwegs. Deshalb graben sie Gänge. In den Bereichen, die von Mäusegängen unterhöhlt sind, kann das Erdreich einbrechen. Unter Terrassen zum Beispiel können dadurch große Schäden entstehen. Aber auch in Beeten können die Gänge der Mäuse unangenehme Folgen haben.

Bauen Sie in Ihrem Garten Gemüse an, freuen sich einige Mäusearten über ein großzügiges und abwechslungsreiches Buffet. Doch Wurzeln, Knollen und Zwiebeln sind für die Nagetiere genauso interessant. Teilweise machen sie sich außerdem über Rinden und Blätter über der Erde her. Das Ergebnis sind angeknabberte Bäume und Büsche sowie angenagte Pflanzen, die eingehen.

Stellen Sie vermehrt solche Schäden fest, nachdem Sie Mäuse entdeckt hatten, sollten Sie etwas unternehmen.

Die verschiedenen Mäusearten im Garten

In Ihrem Garten können sich unterschiedliche Arten von Mäusen aufhalten. Einige davon können Ihren Pflanzen und Gewächsen ernsthaft zu schaffen machen, während andere völlig harmlos sind. Und es gibt sogar Nager, die Ihnen bei der Gartenarbeit helfen.

Wichtig ist deshalb, dass Sie herausfinden, welche Mäuse überhaupt in Ihrem Garten zugegen sind.

Dabei sind folgende Tiere oft in heimischen Gärten anzutreffen:

Feldmäuse

Die Feldmaus schätzt Wiesen und Kulturland. Sie wird zwischen 12 und 18 cm groß und hat einen gedrungenen Körperbau. Ihr Fell kann Farben von hellbraun über graubraun und rotbraun bis hin zu dunkelbraun haben.

Da die Feldmaus größtenteils unter der Erde lebt, buddelt sie lange Gänge. Diese verlaufen direkt unter der Erdoberfläche. Ihre Laufwege auf dem Gras erinnern an kleine Rinnen. Auf dem Speiseplan der Feldmaus stehen vor allem die Rinden von Obstbäumen und die oberirdischen Teile junger Pflanzen.

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Wühlmäuse

Die Wühlmaus, auch Schermaus genannt, gehört zu den wirklich ungebetenen Gästen im Garten. Denn sie durchzieht vor allem die Bereiche rund um Gartenwege und Gemüsebeete mit langen, weit verzweigten Gängen. Außerdem ist sie beim Futter nicht sehr wählerisch. Wurzeln, Zwiebeln und Knollen nagt sie genauso an wie Pflanzenblätter oder das Gehölz von Obstbäumen und Beerensträuchern.

Die Wühlmaus kann über 20 cm groß werden. Die Fellfarben gehen von braungrau über rotbraun bis schwarz. Zu erkennen ist die Wühlmaus an ihren sehr kleinen Ohren. Oft sind die Öhrchen von Fell bedeckt und dadurch gar nicht zu sehen.

Rötelmäuse

Eigentlich ist die Rötelmaus in Waldgebieten zu Hause. In Hecken und Büschen im Garten fühlt sie sich aber genauso wohl. Die Gänge, die die Rötelmaus gräbt, befinden sich ein paar Zentimeter unter der Erdoberfläche.

Die 8 bis 12 cm große Maus hat ein rotbraunes Rückenfell. Das Fell am Bauch ist weiß bis beige. Junge Rötelmäuse sind graubraun.

Waldmäuse

Ein anderer Name für die Waldmaus ist Springmaus. Sie kommt überall vor und findet mitunter auch den Weg ins Haus. Die Waldmaus wird bis zu 19 cm groß und hat ein braungraues Fell. Deshalb werden die Tiere manchmal mit jungen Ratten verwechselt.

Was die Ernährung angeht, so stehen vor allem die Samen von Eichen, Buchen, Eschen, Linden und Weißdorn auf dem Speiseplan der Waldmaus.

Wiesenwühlmäuse

Passend zum Namen, lebt die Wiesenwühlmaus in erster Linie auf Wiesen. Natürliche Gärten mit einem dichten Pflanzenwachstum findet sie aber ebenfalls attraktiv. Die Wiesenwühlmaus wird bis zu 16 cm groß. Ihr Fell ist kastanienbraun und verfärbt sich im Winter grau.

In der warmen Jahreszeit ernährt sich die Wiesenwühlmaus am liebsten von Gräsern und Samen, im Winter von Baumrinde. Ein typisches Merkmal der Wiesenwühlmaus ist ihre Nase. Denn im Unterschied zu anderen Mäusearten hat sie eine runde Nase.

Spitzmäuse

Die Spitzmaus hat eine längliche Schnauze und wird bis zu 10 cm lang. Ihr Fell kann grau, braun oder schwarz sein und ist auf dem Bauch heller als auch dem Rücken. Am liebsten bewohnt die Spitzmaus Höhlen in Bodennähe. Lange Gänge gräbt sie nicht.

Auch wenn die Spitzmaus so heißt und optisch einer Maus ähnelt, ist sie gar kein Nagetier. Und im Garten ist sie sehr nützlich. Denn sie ernährt sich hauptsächlich von Insekten und hilft Ihnen deshalb sogar dabei, Ihre Pflanzen vor Schädlingen zu schützen.

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Haselmäuse

Auch die Haselmaus ist keine Maus, sondern gehört zu den Bilchen und ist damit mit Hörnchen verwandt. Als Allesfresser ernähert sie sich von Knospen, Samen, Beeren und Nüssen, aber auch von Insekten und kleinen, wirbellosen Tieren.

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Die Haselmaus hält Winterschlaf und ist deshalb nur von Mai bis Oktober unterwegs. Da sie nachtaktiv ist, werden Sie ihr tagsüber im Garten aber eher nicht begegnen. Bei der bis zu 15 cm langen Maus macht der Schwanz etwa die Hälfte der Körpergröße aus. Das Fell ist gelb- bis rotbraun und im Brustbereich weiß.

Die Haselmaus ist vom Aussterben bedroht. Deshalb steht sie, wie übrigens auch der Maulwurf, unter Naturschutz.

Mäuse bekämpfen im Garten – 6 Tipps

Wie so oft im Garten, ist Vorbeugen immer besser, als Mäuse im Nachhinein zu bekämpfen. Stellen Sie Ihre Pflanzen in Gitterkörbe, wenn Sie diese setzen, machen Sie es Mäusen und anderen Tieren schwer, die Wurzeln abzufressen. Mülltonnen, der Kompostbehälter, Nistplätze und ähnliche Nahrungsquellen sollten verschlossen sein. So locken Sie keine Mäuse und Ratten an.

Sind die Nager erst einmal da, gibt es verschiedene natürliche Methoden und Hausmittel, um sie wieder zu vertreiben. Um Mäuse zu bekämpfen, ist es im Garten weder notwendig noch sinnvoll, Chemie einzusetzen.

Und weil längst nicht alle Mäuse schädlich sind, sollten Sie nicht zu Giften oder Fallen greifen. Versuchen Sie es lieber mit einfachen Maßnahmen. Dazu haben wir sechs Tipps für Sie.

1. Pflanzen Sie geruchsintensive Gewächse.

Mäuse haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn. Ihre feinen Näschen reagieren deshalb sensibel auf Pflanzen mit einem starken Aroma. Zu den Düften, die Mäuse nicht mögen, zählen Knoblauch, Dill, Bohnenkraut und Thymian. Auch die Kreuzblättrige Wolfsmilch, die Kaiserkrone und Zypressen stoßen bei Mäusen auf wenig Begeisterung.

Bauen Sie solche Gewächse an, werden sich Mäuse bei Ihnen nicht sehr wohlfühlen. Ob Sie mit den Pflanzen alleine die Mäuse aus dem Garten vertreiben können, ist aber fraglich. Denn wenn genug Nahrung da ist und die Maus ihr Gangsystem schon ausgebaut hat, wird sie es eher selten gleich aufgeben, nur weil es unangenehm riecht.

2. Setzen Sie eine Jauche mit Holunder an.

Um Mäuse zu bekämpfen, hat sich im Garten Holunderjauche bewährt. Dafür sammeln Sie frische Holunderblätter und übergießen diese großzügig mit Wasser. Eine grobe Faustregel bei Jauchen ist, dass Sie auf ein Kilogramm Blätter etwa zehn Liter Wasser nehmen.

Die Jauche lassen Sie dann zum Gären mehrere Tage lang in der Sonne stehen. Wenn sich kein Schaum mehr bildet und die Flüssigkeit trüb ist, füllen Sie die Jauche in eine Gießkanne um. Anschließend gießen Sie die Holunderjauche in die Mäuselöcher, damit sie sich in den Gängen verteilt.

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Anstelle von Holunder können Sie die Jauche auch mit Knoblauch ansetzen. Und wenn Sie sich die Arbeit mit der Jauche sparen wollen, können Sie Lappen aus Baumwolle mit Terpentin tränken und in die Mäuselöcher stecken. Der Geruch schlägt die Mäuse in die Flucht.

3. Sorgen Sie für Lärm.

Mäuse haben nicht nur feine Nasen, sondern auch empfindliche Ohren. Deshalb wurden früher oft Stangen aus Holz oder Metall in den Boden gerammt. Durch regelmäßige Hammerschläge gegen die Stangen sollten die Mäuse vergrault werden. Allerdings ist diese Methode ziemlich aufwendig.

Einfacher wird es, wenn Sie Glasflaschen nehmen und ungefähr bis zur Hälfte im Boden eingraben. Weht der Wind dann über die offenen Flaschen, entsteht ein dumpfer Ton, der für Mäuse unangenehm ist. Einen ähnlichen Effekt, der zudem optisch etwas schöner ist, erzielen Sie mit kleinen, klappernden Windrädern aus Metall.

Im Handel wiederum sind spezielle Mausefallen erhältlich. Sie werden auch Mäuseschreck genannt und arbeiten mit Ultraschall. Die ausgesendeten Signale sollen die Mäuse vertreiben.

Wirkungsvoll sind die akustischen Hilfsmittel aber oft nur in recht ruhigen Gegenden. Denn wenn ein Garten zum Beispiel in der Nähe von einer stark befahrenen Straße liegt, sind auch die Mäuse an eine lautere Geräuschkulisse gewöhnt.

4. Vertikutieren Sie den Boden regelmäßig.

Ein lockerer Boden kommt den Mäusen im ersten Moment sehr gelegen. Doch wenn Sie das Erdreich dauernd umgraben und dadurch auch die Gänge der Mäuse zerstören, suchen die Nager früher oder später das Weite.

Andersherum sorgen Pflanzen, die mit ihren tiefen Wurzeln das Erdreich stark verdichten, ebenfalls dafür, dass der Garten für die Mäuse an Attraktivität verliert.

5. Verteilen Sie Rindenmulch.

Die meisten Mäusearten halten sich bevorzugt unter der Erde auf. Doch wenn sie ihre Löcher und Gänge buddeln, arbeiten sie sich von der Oberfläche nach unten vor. Wenn Sie eine dicke Schicht aus Rindenmulch oder Holzspänen ausbringen, machen Sie es den Mäusen schwerer, ins Erdreich vorzudringen.

6. Locken Sie Fressfeinde an.

Wenn Sie Mäuse bekämpfen wollen, können Sie auf die Hilfe von natürlichen Fressfeinden im Garten setzen. Sitzstangen aus Holz, Nistkästen und Futterstationen locken mit etwas Glück Eulen, Mäusebussarde und andere Greifvögel an. Weil Mäuse auf ihrem Speiseplan stehen, fangen sie die Tiere.

Auch Mauswiesel ernähren sich von Mäusen. Sie brauchen einen Unterschlupf aus totem Holz und Steinen in einer verwilderten Ecke des Gartens.

Hauskatzen hingegen sind oft keine große Hilfe. Zwar gehören Katzen zu den größten Fressfeinden von Mäusen. Allerdings spielen die Stubentiger eher mit einer Maus und lassen die Beute dann wieder laufen, während sie sich eine Belohnung bei Herrchen oder Frauchen abholen.

Wenn Hausmittel im Kampf gegen die Mäuse nicht helfen

Die Tipps, die wir genannt haben, sind allesamt Strategien mit rein natürlichen Mitteln. Deshalb können Sie ruhigen Gewissens mehrere Mittel und Methoden miteinander kombinieren.

Bleibt der gewünschte Erfolg aber aus, können Sie sich im Fachhandel nach biologischen Mitteln umsehen. Kalziumkarbid oder Rizinusöl zum Beispiel haben sich bewährt. Ihr Geruch verhindert, dass die Mäuse Futter wittern.

Eine weitere Möglichkeit sind Lebendfallen. Solche Mausfallen töten die Tiere nicht. Stattdessen wird die Maus lebend gefangen, so dass Sie das Tier an einer anderen Stelle, etwa im Wald oder auf einem Feld, wieder aussetzen können.

Nehmen die Mäuse überhand oder gelangen die Nager sogar ins Haus, sollten Sie sich an einen Kammerjäger wenden. Er kann Ihnen sagen, was zu tun ist. Außerdem ist er der Fachmann, wenn sich geeignete Fallen oder giftige Stoffe nicht vermeiden lassen.