Koreatanne Schädlinge: Alles zur Pflege des Nadelbaums

Infos zu Koreatanne Schädlinge
Auch über die robuste und genügsame Koreatanne können sich Schädlinge hermachen.

Die sattgrünen Nadeln und die bläulichen Zapfen machen die Koreatanne zu einem echten Blickfang im heimischen Garten. Dazu ist das Nadelgewächs sehr genügsam, einfach zu kultivieren und pflegeleicht. Der richtige Standort und ein Wurzelballen, der nicht zu trocken wird, reichen der Pflanze schon aus, um sich wohlzufühlen. Kleinwüchsige Arten der Koreatanne eignen sich sogar als Zierde für den Vorgarten oder als Kübelpflanzen auf dem Balkon und der Terrasse. Andere Sorten machen als Weihnachtsbaum eine gute Figur. Doch wie bei jeder Pflanze sind auch bei der Koreatanne Schädlinge und Krankheiten nicht ganz ausgeschlossen. Wir erklären, worauf es ankommt, damit sich Ihre Koreatanne gesund und prächtig entwickelt.

Der botanische Name der Korea-Tanne lautet Abies koreana. Sie gehört zur Familie der Kieferngewächse und stammt ursprünglich aus den Bergwäldern in Südkorea. Dort wächst sie in Höhenlagen bis 1.000 Meter. Vor rund 100 Jahren wurde das Nadelgewächs zunächst nach Großbritannien eingeführt. Und von dort aus fand die Koreatanne dann auch den Weg zu uns.

Heute ziert die Abies koreana viele heimische Gärten, Terrassen und Balkone. Denn anders als es ihr anmutiges und exotisches Aussehen vermuten lässt, ist sie nicht besonders anspruchvoll und erfordert keine aufwändige Pflege. Ein paar Kleinigkeiten sollten Sie aber trotzdem beachten, damit die Tanne bei Ihnen prächtig gedeiht.

Wir haben in diesem Beitrag die wichtigsten Infos zusammengestellt und geben Ihnen Tipps, falls Ihre Koreatanne von Schädlingen befallen werden sollte.

Das Aussehen der Koreatanne

Der Wuchs der ursprünglichen Art der Koreatanne erinnert an eine Pyramide mit waagerecht abstehenden Ästen, die in Etagen angeordnet sind. Im Laufe der Zeit kann das Nadelgewächs bis zu zehn Meter hoch werden und eine Ausladung zwischen drei und fünf Metern erreichen. Doch bis dahin ist es ein langer Weg. Denn die Koreatanne wächst langsam.

Die Borke des immergrünen Nadelbaums ist oliv-braun und mit zunehmendem Alter schwarz gesprenkelt. Die Zweige sind behaart und wechseln ihre Farbe zwischen einem hellen Braun und einem gräulichen Rosa.

Rings um die Zweige herum und an ihnen entlang stehen zu allen Seiten die Nadeln ab. Sie sitzen als Büsche in harzigen Knospen. Dabei sind die Nadeln ein bis zwei Zentimeter lang und haben ein stumpfes Ende. Ihre Oberseite glänzt dunkelgrün, manchmal auch leicht bläulich, während zwei breite weiße Streifen die Unterseite zieren.

Im Mai und Juni öffnet die Koreatanne ihre weiblichen Blüten. Die walzenförmigen Blüten sind violett, bestehen aus Samenschuppen und sitzen senkrecht auf den Zweigen. Im Unterschied dazu sind die männlichen Blüten ziemlich unscheinbar. Sie haben eine gelbliche Farbe und verteilen sich in der Baumkrone zwischen den Nadeln.

Vor allem die weiblichen Zapfen machen die Koreatanne zu einem beliebten Blickfang. Bis zu sieben Zentimeter lang und bis zu drei Zentimeter breit sind die Zapfen durch ihre dunkelblaue Farbe, die von gelbbraunen, nach hinten gebogenen Deckschuppen unterbrochen wird, aber auch wirklich ein optisches Highlight. Weibliche Zapfen, die ausgereift sind, verfärben sich Dunkelviolett bis Braun und sind mit Harz überzogen.

Im Unterschied zu vielen anderen Tannen bildet die Koreatanne die Zapfen schon sehr früh aus. Bereits Jungbäume, die kaum höher als ein Meter sind, tragen erstmals die hübschen Zapfen.

Die Sorten der Koreatanne

Im Jahr 1913 kam die Koreatanne erstmals aus ihren heimischen Gefilden nach Großbritannien. Und seitdem haben Züchter großen Spaß daran, aus dem großen Gen-Pool des Nadelgewächses immer wieder neue Sorten herauszulesen.

Die Auswahl im Handel ist inzwischen entsprechend groß. Von kleinen, flachen Formen über kompakte, kegelförmige Gewächse bis hin zu großen, ausladenden Bäumen ist alles vertreten. Die Farben der Nadeln können silbrig, gelbgold, graublau oder violett sein.

Kleinwüchsige Arten eignen sich auch sehr gut als Kübelpflanzen. So bleibt dann selbst im Winter auf der Terrasse oder dem Balkon ein kleiner Farbtupfer erhalten. Die Sorte „Molli“ wiederum ist als Weihnachtsbaum im Kübel beliebt.

Da die meisten Sorten veredelt sind, lohnt es sich eher nicht, die Koreatanne selbst zu vermehren. Möglich ist das zwar, nur brauchen Sie dann recht viel Geduld. Denn es kann viele Wochen dauern, bis die Samen keimen und sich erste zarte Pflänzchen zeigen.

Der optimale Standort für die Koreatanne

Die Koreatanne schätzt einen Standort im Halbschatten. Auch ein sonniger Platz ist möglich. Sie bevorzugt einen kühlen, leicht sauren und nährstoffreichen Boden. Schwere, kalkhaltige und lehmige Böden mag die Koreatanne nicht besonders. Dafür ist die Tanne winterhart. Deshalb machen ihr selbst zweistellige Minusgrade nichts aus.

Wenn Sie nach einem schönen Platz für das Gewächs suchen, sollten Sie aber auch berücksichtigen, wie hoch und breit die Tanne wird.

Haben Sie sich für eine großwüchsige Sorte entschieden, kann Ihre Koreatanne schließlich bis zu zehn Meter hoch werden und eine Ausladung von bis zu fünf Metern bekommen. Sie wird dann zum Beispiel als Solitärpflanze mitten im Garten zu einem tollen Blickfang. Etwas kleinere Sorten wirken als Ruhepol zwischen Rosen oder Stauden sehr schön.

Im Unterschied zu den großen Arten gibt es andere Sorten, die kaum höher werden als 60 Zentimeter. Solche kleinwüchsigen Koreatannen eignen sich prima als Randbegrenzung im Steingarten oder als Zierpflanzen auf dem Balkon und der Terrasse.

Das Kultivieren der Koreatanne

Wenn Sie eine Koreatanne pflanzen möchten, dann ist der Spätsommer der optimale Zeitpunkt dafür. Die Wurzeln der Tanne haben so nämlich genug Zeit, um sich bis zum kommenden Winter noch gut zu entwickeln.

Bevor Sie die Koreatanne im Freiland kultivieren, stellen Sie die Pflanze am besten für etwa eine Stunde in ein lauwarmes Wasserbad. Die Wurzeln saugen sich so noch einmal mit Wasser voll und die Tanne kann sich an ihrem neuen Platz leichter akklimatisieren.

Die Zwischenzeit können Sie nutzen, um den Standort vorzubereiten. Da die Koreatanne zu den Flachwurzlern gehört, braucht sie ein breites Pflanzloch. Als Faustregel gilt, dass das Pflanzloch ungefähr doppelt so groß sein sollte wie der Wurzelballen.

Nachdem Sie die Erde ausgehoben haben, können Sie den Aushub mit etwas Humus mischen. Schweres, festes Substrat können Sie außerdem mit Sand oder grobem Kies auflockern.

Setzen Sie die Pflanze dann vorsichtig in das Pflanzloch ein und füllen Sie das Loch mit der Erde auf. Die wieder eingefüllte Erde treten Sie anschließend nur leicht fest und gießen die Tanne kräftig an. Auch in den folgenden Wochen sollten Sie immer mal wieder gießen, selbst wenn die oberste Erdschicht noch nicht ganz trocken ist.

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Tipp: Legen Sie am besten gleich beim Einpflanzen einen Gießrand an. So haben Sie es später einfacher und die gleichmäßige Versorgung des Bäumchens mit Wasser ist sichergestellt.

Eine kleinwüchsige Sorte der Koreatanne können Sie im Kübel halten. Wählen Sie in diesem Fall ein breites Pflanzgefäß, damit sich die flachen Wurzeln gut ausbreiten können. Eine Schicht aus Lava-Splitt am Boden des Kübels beugt Staunässe vor. Auch für eine Kübelpflanze suchen Sie dann einen sonnigen bis halbschattigen Standort aus.

Die Pflege der Korea Tanne

Die Koreatanne ist genügsam und erfordert keine aufwändige Pflege. Über ihr flaches, weitläufiges Wurzelwerk versorgt sich das Nadelgewächs meist selbst mit allem, was es braucht. Nur wenn es lange Zeit nicht regnet, sollten Sie die Koreatanne regelmäßig gießen.

Die Fläche um die Koreatanne herum sollten Sie von Unkraut freihalten und durch Mulchen auflockern. Setzen Sie dort außerdem keine Bodendecker ein. Denn sie würden den Boden zu sehr verdichten.

Weil die Koreatanne nur langsam wächst, ist ein Rückschnitt oder ein Auslichtungsschnitt in aller Regel nicht notwendig. Auch der anmutigen Form brauchen Sie durch Zurückschneiden nicht nachzuhelfen. Müssen Sie unbedingt zum Schneidwerkzeug greifen, dann entfernen Sie nur die grünen Triebe. Schäden am Altholz würden sich nämlich nicht regenerieren.

Eine Ausnahme gilt für Koreatannen, die Sie als Bonsai ziehen möchten. Hier stutzen Sie die frischen, grünen Triebe zwischen Mai und Oktober ungefähr alle vier bis sechs Wochen um etwa einen Zentimeter.

Das aus Korea stammende Nadelgewächs ist frosthart. Selbst von einem strengen Winter erholt sich die Abies koreana normalerweise gut. Bei Tannen im Freiland müssen Sie deshalb keine besonderen Maßnahmen ergreifen.

Kübelpflanzen umwickeln Sie am besten mit einem speziellen Vlies und stellen sie über Winter an einen windgeschützten Ort. So bleiben die Wurzeln vor Erfrierungsschäden verschont.

Schädlinge und Krankheiten bei der Koreatanne

Insgesamt sind bei der Koreatanne Schädlinge und Krankheiten kein großes Thema. Natürlich lässt sich ein Befall nie ganz ausschließen. Das ist bei keiner Pflanze möglich. Doch die wenigen Schädlinge und Krankheiten, die bei der Koreatanne auftauchen, bekommen Sie meist gut in den Griff.

Verfärbte Nadeln als Zeichen von Mangelerscheinungen

Wenn sich die Nadeln der Koreatanne verfärben, deutet das oft auf eine Mangelerscheinung hin. Werden die Nadeln zuerst gelb und danach rotbraun, hat Ihre Koreatanne mit großer Wahrscheinlichkeit einen Kalium-Mangel. Gönnen Sie ihr in diesem Fall eine Extra-Portion Kalium.

Ist der Boden in Ihrem Garten zu sauer, kann ein Magnesium-Mangel auftreten. Sie erkennen das daran, dass zunächst die Spitzen älterer Nadeln vergilben. Später bekommt die Koreatanne überall braune Nadeln. Sie können entgegen steuern, indem sie den Boden im Frühjahr mit Bitterkalk düngen oder die Nadeln der Tanne mit aufgelöstem Bitterkalk besprühen.

Wirkt Ihre Koreatanne insgesamt kränklich und entwickelt sich schlecht, bringen Sie im Frühjahr eine Portion Kompost aus. Alternativ können Sie auch zu einem Dünger greifen, der speziell auf die Bedürfnisse von Nadelgehölzen abgestimmt ist.

Grauschimmelfäule als Ursache für absterbende Jungtriebe

Sterben bei Ihrer Koreatanne die jungen Triebe zunehmend ab, könnte das auf einen Befall mit der Grauschimmelfäule hindeuten. Die Ursache für diese Krankheit ist eine Pilzinfektion. Sie kommt vor allem dann vor, wenn Pflanzen zu eng in Reihen gesetzt sind.

Damit der Erreger keinen Nährboden findet, sollten Sie auf eine durchlässige Erde und eine gute Belüftung der Tanne achten. Schneiden Sie außerdem verwelkte Triebe ab. Hilft das nicht, sollten Sie die Krankheit mit einem Fungizid eindämmen. Im Handel sind entsprechende Präparate erhältlich.

Wollläuse als Schädlinge bei der Koreatanne

Bei einem Befall der Koreatanne mit Wollläusen als Schädlinge erscheint auf den Nadeln und Trieben ein weißer Belag, der an Wolle oder Watte erinnert. Je nach Ausmaß des Befalls tauchen zunächst vereinzelt kleine Punkte auf. Doch schon nach kurzer Zeit sind die befallenen Teile der Pflanze komplett von dem watteartigen Belag umhüllt.

Oft bringen Wollläuse noch einen weiteren Schädling mit. Das ist der Rußtau, der einen grauschwarzen Belag auf den Tannennadeln hinterlässt. Verantwortlich für den Rußtau ist ein Pilz, der sich von den Ausscheidungen der Wollläuse ernährt.

Um Ihre Koreatanne von den Schädlingen zu befreien, können Sie einzelne Tiere absammeln oder natürliche Fressfeinde wie Florfliegen oder Schlupfwespen ansiedeln. Daneben können Sie eine Seifenlösung ansetzen und Ihre Koreatanne regelmäßig damit einsprühen.

Als letzte Maßnahme können Sie zu einem im Handel erhältlichen Insektizid gegen Wollläuse greifen. So ein Mittel ist wirksam. Die Chemie sollte aber der letzte Ausweg bleiben, wenn nichts anderes hilft. Halten Sie sich dann außerdem strikt an die Gebrauchsanweisung.

Rindenläuse als Schädlinge bei der Koreatanne

Vor allem große Tannen ziehen oft Rindenläuse an. Die Insekten sind dunkel eingefärbt, nur wenige Millimeter groß und ernähren sich vom Zellsaft der Koreatanne.

Um die Schädlinge zu bekämpfen, erweist ein Sud aus Brennnesseln gute Dienste. Eine andere Möglichkeit ist, dass Sie die Schädlinge täglich mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen. Um die Population einzudämmen, sollten Sie außerdem befallene und inzwischen deutlich geschädigte Triebe der Koreatanne entfernen.

Ein Befall mit der Sitkafichtenlaus

Die Sitkafichtenlaus wird auch Fichtenröhrenlaus genannt und ist mit den Blattläusen verwandt. Der Schädling ist bis zu zwei Millimeter groß, hat einen leuchtend grünen Körper und auffällige, rostrote Augen.

Um festzustellen, ob Ihre Koreatanne mit diesen Schädlingen befallen ist, können Sie eine Klopfprobe machen. Halten Sie dafür ein Blatt Papier mittig unter einen älteren Ast im Bereich der Krone und schütteln Sie den Ast dann von der Spitze her kräftig. Die Läuse fallen dadurch auf das Papier und sind auf dem weißen Untergrund gut zu erkennen.

Die Sitkafichtenlaus ernährt sich, wie fast alle Blattläuse, vom Pflanzensaft. Dabei befällt sie bevorzugt die älteren Zweige im Inneren. Frische Austriebe verschont sie meist. Das Aussaugen der Pflanzenzellen äußert sich darin, dass sich die geschädigten Nadeln erst gelb verfärben, dann braun werden und schließlich abfallen.

Anders als die meisten anderen Lausarten hinterlassen Sitkafichtenläuse aber keine klebrigen Ablagerungen von Honigtau auf den Nadeln oder Zweigen.

Ein Befall der Koreatanne mit diesen Schädlingen kommt typischerweise im Frühjahr vor. Zur Bekämpfung können Sie ein natürliches Präparat auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife verwenden. Besprühen Sie damit alle Etagen Ihrer Tanne sorgfältig von oben nach unten bis nah an den Stamm.

Zwei Behandlungen im Abstand von etwa 14 Tagen reichen bei kleineren Koreatannen meist aus, um die Schädlinge zu beseitigen. Ist Ihre Koreatanne sehr groß, werden Sie bei einem Befall mit den Schädlingen wahrscheinlich professionelle Hilfe brauchen. Denn Präparate gegen die Sitkafichtenlaus, die in den Wurzelbereich eingebracht werden, dürfen Sie als Hobby-Gärtner im Haus- und Kleingarten nicht verwenden.