Pflaumenbaum Schädlinge bekämpfen: Befall erkennen und behandeln

Aktualisiert am 12. September 2020 von Selda Bekar

Infos zu Pflaumenbaum Schädlinge bekämpfen
Schädlinge am Pflaumenbaum sollten Sie zeitnah bekämpfen.

Der Pflaumenbaum ist eigentlich ein robustes und pflegeleichtes Obstgehölz. Steht er an einem gut geeigneten Standort, erfreut er seinen Besitzer über viele Jahre ab Juli mit saftigen, süßen Früchten. Trotzdem bleibt auch der Pflaumenbaum von Schädlingen und Krankheiten nicht immer verschont. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Schädlinge dem Pflaumenbaum zu schaffen machen – und wie Sie einen Befall erkennen und erfolgreich bekämpfen können.

Ein Pflaumenbaum im Garten ist eine tolle Sache. Denn alljährlich ab Juli reifen die köstlichen Früchte heran, die Sie pur genießen oder zu Pflaumenmus, Pflaumenkuchen, Pflaumenschnaps und vielen anderen Leckereien verarbeiten können. Außerdem ist der Baum selbst natürlich eine schöne Zierde.

Doch auch wenn der Pflaumenbaum zu den widerstandsfähigen Obstbäumen gehört, können ihn Schädlinge und Krankheiten befallen. Wir nennen Ihnen die typischen Schädlinge am Pflaumenbaum und geben Tipps, wie Sie diese erfolgreich bekämpfen.

Schädlingen am Pflaumenbaum vorbeugen

Besser als im Nachhinein Schädlinge am Pflaumenbaum zu bekämpfen, ist grundsätzlich immer, ihnen vorzubeugen. Dazu sollten Sie das Gehölz einmal pro Jahr zurückschneiden. Dünnen Sie dabei die Baumkrone aus, denn vor allem Pilze suchen das Gehölz gerne heim, wenn die Luft kaum durch die dichte Krone strömen kann.

Tipp: Spätestens, wenn die nassen Blätter nach einem Regen aufeinander kleben, wird es Zeit für einen Auslichtungsschnitt. Schneiden Sie die Äste dann soweit aus und zurück, dass die Blätter frei hängen und vom Wind und der Sonne getrocknet werden.

Ansonsten sollten Sie den Pflaumenbaum beobachten und regelmäßig kontrollieren. Schädlinge und auch Krankheiten hinterlassen ihre Spuren auf den frischen, grünen Trieben, den Blättern und an den Früchten. Entdecken Sie

  • Fraßspuren,
  • Verfärbungen oder Verformungen an den Blättern oder Früchten,
  • Netze,
  • Beläge oder
  • Eier,

sind das Anzeichen für einen Befall. Und je früher Sie den Befall bemerken, desto schneller können Sie reagieren und eine weitere Ausbreitung stoppen.

Typische Pflaumenbaum-Schädlinge bekämpfen

Wie schon erwähnt, ist der Pflaumenbaum ein widerstandsfähiges Gewächs, das nur wenig Pflege erfordert. Außerdem beschert er Ihnen als Gärtner meist eine reiche Ernte.

Doch auf die leckeren Früchte haben es eben auch einige Schädlinge abgesehen. Vor einem Pilzbefall ist der Baum ebenso nicht gefeit. Wir haben die häufigsten Schädlinge beim Pflaumenbaum zusammengestellt und erklären, was Sie tun können, um den Befall zu bekämpfen und Ihre Ernte zu retten.

Pflaumenwickler

Der Pflaumenwickler zählt zu den häufigsten Schädlingen bei Pflaumenbäumen. Es handelt sich bei dem Schädling um einen Falter, der seine Eier auf der Außenseite der Früchte ablegt. Nach dem Schlüpfen futtern sich die Larven in die Früchte hinein. Dort hinterlassen sie um den Stein herum kleine, braune Krümelchen, die Sie bei einer aufgeschnittenen Pflaume bestimmt schon einmal gesehen haben.

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Die befallenen Früchte reifen recht früh und fallen zu Boden. Die Larven siedeln daraufhin in den Boden über und verpuppen sich dort. Um die Schädlinge zu bekämpfen, sollten Sie heruntergefallene Pflaumen regelmäßig aufsammeln und befallene Früchte sofort entsorgen. Auf diese Weise können Sie verhindern, dass eine neue Generation des Schädlings schlüpft.

Bei einem starken Befall können Sie Pheromonfallen in den Baum hängen. Spritzmittel sind weder notwendig noch würden sie etwas bringen. Denn die Mittel gelangen nicht in das Innere der Früchte, wo sich die Larven aufhalten.

Pflaumenläuse

Die Pflaumenlaus kann von grünlich über blaugrau bis hin zu rosafarben sein und ist wie mit einem weißen Staub überzogen. Deshalb wird sie auch als mehlige Pflaumenlaus bezeichnet. Die Blattlaus tritt ab Juni in Kolonien auf. Da sie Honigtau ausscheidet, kann sie begünstigen, dass sich weitere Schädlinge, Pilze oder Viren ansiedeln.

Einen Befall erkennen Sie daran, dass sich die Blätter zuerst verformen. Sie kräuseln sich und werden runzelig. Anschließend verfärben sich die Blätter gelb und fallen ab. Um die Schädlinge zu bekämpfen, sollten Sie den Pflaumenbaum spätestens im Herbst spritzen. Mittel auf Basis von Kaliseife haben sich dabei bewährt. Zusätzlich dazu können Sie den Honigtau und Pilzbeläge mit Wasser abspülen.

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Fruchtfäule

Bei der Fruchtfäule handelt es sich um eine Krankheit, die der Monilia Pilz auslöst. Sie macht sich dadurch bemerkbar, dass sich an den unreifen Früchten brauner Schimmel bildet.

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Die Faulstellen breiten sich über die ganze befallene Pflaume aus, die daraufhin austrocknet. Außerdem weisen die befallenen Pflaumen weiße Sporenringe auf. Teilweise bleiben die verfaulten Früchte am Baum hängen, teilweise fallen sie auf den Boden.

Um die Fruchtfäule in den Griff zu bekommen, müssen Sie zum einen befallene Pflaumen sofort vom Baum entfernen. Heruntergefallene Früchte sammeln Sie auf und entsorgen sie im Müll. Zum anderen sollten Sie betroffene Triebe großzügig zurückschneiden.

Pflaumenrost

Der Pflaumenrost ist eine weitere Pilzerkrankung, die Ihren Pflaumenbaum befallen kann. Meist tritt sie im Spätsommer, kurz vor der Ernte auf. Den Anfang machen kleine, rostfarbene Punkte auf den Unterseiten der Blätter. Später kommen auf den Blattoberseiten gelbe Flecken dazu, die bei einer Berührung in bräunliche, staubähnliche Sporen zerfallen.

Der Pilz beschränkt sich auf die Blätter, die Früchte sind nicht betroffen. Deshalb müssen Sie bei einem leichten Befall auch nichts unternehmen. Breitet sich der Befall aus, können Sie mit einem Hausmittel gegen Pilze einschreiten. Die Pflaumen können Sie bedenkenlos essen, allerdings sollten Sie die Früchte vor dem Verzehr gründlich abwaschen.

Beutelgallmilben

Im späten Frühling zeigen sich vor allem an den Rändern der Blätter helle, beutelförmige Anschwellungen. Für die etwa zwei Millimeter großen Gallen sind Milben verantwortlich, die in den Gallen leben. Während die Milben die Blütenknospen befallen und aussaugen können, nisten sich die erwachsenen Weibchen gerne unter der Baumrinde ein, um dort zu überwintern.

Für den privaten Kleingarten gibt es kein Pflanzenschutzmittel, mit dem Sie Pflaumenbaum-Schädlinge bekämpfen können. Deshalb bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als betroffene Triebe und Äste großzügig abzuschneiden. Entfernen Sie außerdem frühzeitig lose Rindenstücke, damit sich darunter keine Schädlinge einnisten.

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Narrentaschen

Die Narrentaschen sind eine Baumkrankheit, die auf einen Pilz zurückgeht. Der Pilzbefall äußert sich darin, dass die betroffenen Früchte mit einem weißen Belag überzogen sind. Außerdem wachsen die Pflaumen in einer länglichen und gekrümmten Form, ihre Schale ist hellgrün, sie haben keinen Stein und werden schrumpelig.

In aller Regel befällt der Pilz nur einzelne Früchte. Deshalb können Sie eine Ausbreitung verhindern, indem Sie die befallenen Pflaumen umgehend entfernen und entsorgen.

Pflaumensägewespen

Weibliche Pflaumensägewespen legen pro Jahr etwa 70 Eier, die sie im Frühling direkt in den Blütenkelchen platzieren. Die kleinen Larven sind so direkt an einer ergiebigen Nahrungsquelle. Später futtern sich die hellen, raupenähnlichen Larven in die Früchte. Die Folge davon ist, dass die Pflaumen nicht mehr wachsen und unreif zu Boden fallen.

Ein typisches Anzeichen sind deutliche Löcher und Fraßspuren in den Früchten. Bei einem leichten Befall müssen Sie nichts unternehmen. Ist der Befall stärker, können Sie versuchen, während der Blütezeit weiße Leimtafeln im Baum zu verteilen. Andere Mittel gegen die Pflaumensägewespe gibt es nicht.

Schrotschuss

Ein Befall mit der Schrotschusskrankheit zeigt sich zunächst durch helle Flecken auf den Blättern. Diese Flecken verfärben sich nach ein paar Tagen rötlich. Im weiteren Verlauf entstehen Löcher mit einem roten Rand. Die Blätter sehen aus, als wären sie von Schrot durchlöchert. Daher hat die Pilzkrankheit auch ihren Namen.

An der Anzahl der Löcher können Sie einschätzen, wie stark der Befall ist. Junge Triebe sterben ab, Blätter und Früchte verkümmern, befallene Baumteile werden abgeworfen. Ist Ihr Baum am Schrotschuss erkrankt, müssen Sie befallene Äste und Triebe bis ins gesunde Holz zurückschneiden. Bei einem starken Befall hilft nur ein kompletter Rückschnitt.

Außerdem sollten Sie den Bereich um den Baum herum kräftig mit Grünschnitt oder Häckselmaterial mulchen. Hilfreich kann auch sein, wenn Sie um den Baum Knoblauch und Zwiebeln pflanzen. Zum Schutz vor neuen Infektionen können Sie den geschwächten Pflaumenbaum mit einem Mittel auf Kupferbasis spritzen.

Ein letzter Tipp zum Schluss

Blätter, Triebe, Früchte und andere befallene Baumteile sollten Sie auf keinen Fall in den Kompost geben. Stattdessen sollten Sie diese entweder über die Mülltonne entsorgen oder verbrennen. Sonst riskieren Sie, dass sich die Schädlinge im ganzen Garten verbreiten und Sie spätestens im nächsten Jahr wieder einen Befall am Pflaumenbaum bekämpfen müssen.

Und: Sorgen Sie für ein harmonisches Gleichgewicht. Wenn Schlupfwespen, Vögel und andere Nützlinge in Ihrem Garten ein Zuhause finden, erledigt sich das Problem mit Schädlingen oft auf ganz natürliche Art.