Steingarten anlegen: Ratgeber

Steingarten
Steingarten © Grey59 / pixelio.de

Ob im Stil einer alpinen Landschaft oder einer Geröllhalde: Ein Steingarten ist eine tolle Alternative zum normalen Ziergarten. Was der Hobbygärtner wissen sollte, wenn er selbst einen Steingarten anlegen möchte, erklärt dieser Ratgeber!

Ein Steingarten bildet eine Landschaft nach, wie sie für Bergregionen typisch ist. Dabei kann sich der Hobbygärtner ein bisschen alpines Flair vor die Haustür holen oder eine Gerölllandschaft nachahmen. Kombiniert mit ein paar Pflanzen, die als Farbtupfer zwischen den verschiedenen Steinen wachsen, entsteht eine tolle Optik, die zu einem modernen Gebäude ebenso gut passt wie zu einem alten Haus. Wichtig ist aber, dass der Hobbygärtner seinen Steingarten gut plant. Denn damit sich die Pflanzen wohlfühlen und der Steingarten in voller Pracht erstrahlen kann, braucht er ein leichtes Gefälle und eine sonnige Ausrichtung. Die drei wichtigsten Elemente für einen gelungenen Steingarten sind Steine, Kies und Pflanzen. Und was der Hobbygärtner sonst noch braucht, wie er seinen Steingarten gestalten kann und was in Punkte Pflege wichtig ist, verraten wir in den folgenden Abschnitten.

Einen Steingarten anlegen – Wissenswertes und Ideen

Ein Steingarten ist eine ideale Lösung, wenn der Hobbygärtner alpine Landschaften mag. Auch auf einer vergleichsweise kleinen Fläche bietet ein Steingarten genügend Raum, um sich kreativ auszutoben. Mit einer geschickten Auswahl an Pflanzen sieht ein Steingarten das ganze Jahr über toll aus. Und: Einmal angelegt, ist ein Steingarten längst nicht so arbeitsintensiv wie ein herkömmlicher Ziergarten. Ein paar Punkte sollte der Hobbygärtner aber beachten, wenn er einen Steingarten anlegen möchte.

Steingarten anlegen – wo und wie?

Ein Steingarten wird klassischerweise an einem Hang oder einem kleinen Hügel angelegt. Aber auch auf einem ebenen Grundstück kann der Hobbygärtner einen Steingarten realisieren. Dazu kann er verschiedene Ebenen oder kleine Hügel aufschütten oder kleine, terrassenförmige Stufen anlegen. Generell sollte der Steingarten ein Gefälle von etwa zehn Prozent aufweisen. Das Gefälle stellt sicher, dass das Wasser gut ablaufen kann. Wichtig ist das deshalb, weil die typischen Steingartenpflanzen keine Staunässe vertragen. Sehr steil sollte der Steingarten aber auch nicht sein, denn sonst könnte die Anlage abrutschen. In diesem Fall wird der Hobbygärtner nicht umhinkommen, Terrassen oder Hangsteine als Befestigung einzubauen.

Eine andere Möglichkeit ist ein sogenannter Geröllgarten. Er ähnelt einem Steingarten, wird aber auf einer nahezu ebenen Fläche angelegt. Eine dicke Drainageschicht unter dem Geröll sorgt hier für einen sicheren Wasserablauf. Ist der Platz sehr begrenzt, kann ein Kiesbeet mit steinigem Boden eine schöne Lösung sein. Und für den Balkon oder die Terrasse kann der Hobbygärtner einen Mini-Steingarten in einem Trog, einer Zinkwanne oder einem anderen Pflanzgefäß anlegen.

Steingarten anlegen – welche Erde?

Wichtig bei der Standortwahl ist, dass es sich um einen sonnigen oder höchstens halbschattigen Platz handelt. Denn die meisten Steingartenpflanzen brauchen viel Licht. Gut ist deshalb, wenn der Steingarten nach Süden oder Südwesten ausgerichtet ist. So können die Steine die Sonnenwärme speichern und stetig an die Pflanzen abgeben.

Beim Boden hingegen hat es der Hobbygärtner recht leicht. Ideal ist ein lockerer, wasserdurchlässiger und nährstoffarmer Boden. Grundsätzlich sind die Steingartenpflanzen aber nicht allzu wählerisch. Nur ein schwerer, lehmiger Boden ist für einen Steingarten nicht geeignet. Hier kann der Hobbygärtner jedoch nachhelfen, indem er einfach Sand oder Kies in die Erde einarbeitet.

Steingarten anlegen – welche Steine?

Das wichtigste Gestaltungsmittel für den Steingarten sind die Steine. Dabei wirkt ein Steingarten umso schöner, je natürlicher die Steine angeordnet sind. Der Hobbygärtner kann die Steine deshalb ruhig unregelmäßig platzieren und große mit kleinen, kantige mit runden und glatte mit rauen Steinen kombinieren.

Bei der Auswahl der Gesteinsarten sollte der Hobbygärtner den Standort im Hinterkopf behalten. Steine aus der Region passen nicht nur bestens zum Klima, sondern lassen den Steingarten auch sehr authentisch erscheinen. Zudem kann der Hobbygärtner mitunter viel Geld sparen, wenn er seine Steine aus einem nahegelegenen Steinbruch holen oder liefern lassen kann. Als Gesteinsarten für einen Steingarten bieten sich vor allem

  • Granit,
  • Basalt,
  • Gneis,
  • Sandstein,
  • Schiefer oder
  • Kalkstein

Steine in unterschiedlichen Größen, vom Kies bis zum großen Findling, sorgen für Abwechslung und bieten zahlreichen Tieren Unterschlupf und Sonnenplätze. Allerdings sollte der Hobbygärtner die Größe seiner Steine auf die Größe des Steingartens abstimmen. In einem kleinen Steingarten wirken mehrere kleinere bis mittelgroße Felsbrocken schöner als ein, zwei große Findlinge. Umgekehrt dürfen die Felsbrocken umso größer sein, je größer der Steingarten ist. Und: Der Hobbygärtner sollte es bei einer, höchstens Steinarten belassen. Andernfalls wirkt der Steingarten schnell zu unruhig. Langweilig wird der Steingarten dadurch übrigens nicht, denn durch die Anordnung und die natürliche Patina entsteht ein lebendiges und ansprechendes Gesamtbild.

Steingarten anlegen – welche Pflanzen?

Steingartenvariante
Steingartenvariante © Joujou / pixelio.de

Ein klassischer Steingarten zeichnet sich in erster Linie durch die Anordnung der Steine aus. Sie imitieren die eher karge Gebirgslandschaft. Die Pflanzen sorgen für Akzente und Farbtupfer. Ingesamt sollte sich der Hobbygärtner deshalb bei der Zusammenstellung der Pflanzen eher zurückhalten. Ein Steingarten wirkt wesentlich schöner, wenn nur hier und da eine Pflanze zwischen den Steinen wächst. Vor allem bei einem kleinen Steingarten sollte der Hobbygärtner deshalb auch berücksichtigen, wie groß die jeweiligen Pflanzen werden. Schließlich sollen die Pflanzen ja nicht zu viel von den liebevoll arrangierten Steinen verdecken.

Die Auswahl der Pflanzen sollte der Hobbygärtner außerdem auf seine Steine abstimmen. Viele Steine enthalten nämlich Kalk. Typische Steingartengewächse finden dadurch zwar optimale Bedingungen vor. Es gibt aber auch Pflanzen, die sich in der Nähe von kalkhaltigen Gesteinsarten überhaupt nicht wohlfühlen. Ansonsten fährt der Hobbygärtner gut, wenn er immergrüne Gewächse mit Gräsern und mit Pflanzen kombiniert, die im Frühling und im Sommer blühen. Auf diese Weise kann er sich fast das ganze Jahr über an einer lebendigen Landschaft erfreuen.

Als Anregung haben wir in der folgenden Tabelle eine Auswahl an beliebten Pflanzen für den Steingarten zusammengestellt:

AlpenasterFelsensteinkrautMannsschildSteinkraut
AlpenazaleeFingerkrautMauerpfefferTraubenhyazinthe
AlpenbalsamGänsekresseLavendelWildtulpe
AlpenleinkrautGrasnelkeNarzisseZitronenthymian
AlpenveilchenHauswurzNiedrige FetthenneZittergras
BlaukissenKleiner GinsterPolsterphloxZwerg-Balsamtanne
BlaurauteKüchenschelleSchmetterlingsstrauchZwerg-Glockenblume
BlauschwingelKugelkieferSchleifenblumeZwerg-Iris
EdelweißKugelprimelSonnenröschenZwerg-Latschenkiefer
EnzianKriechwachholderSteinbrechZwergwachholder

Steingarten anlegen – wann ist ein guter Zeitpunkt?

Seinen Steingarten kann der Hobbygärtner grundsätzlich in der Zeit zwischen März und November anlegen. Im Winter macht das Anlegen des Steingartens wenig Sinn. Denn zum einen kann der Boden kalt und hart sein. Der Hobbygärtner würde sich dann die Arbeit nur unnötig schwer machen. Zum anderen stellen Pflanzen ihre Wachstumsaktivitäten in der kalten Jahreszeit weitgehend ein. Die jungen Pflanzen würden deshalb nicht vernünftig anwachsen.

Ob der Hobbygärtner seinen Steingarten im Frühjahr oder Herbst anlegt, bleibt ihm selbst überlassen. Zwischen März und Mai ist deshalb eine gute Zeit, weil die Pflanzen so bis zum Beginn des warmen Sommers gut wurzeln können. Außerdem kann sich der Hobbygärtner den ganzen Sommer und bis weit in den Herbst hinein an seinem Steingarten erfreuen. Aber auch der Herbst ist eine gute Zeit, um einen Steingarten anzulegen. Denn im Herbst stecken die Pflanzen ihre Kraft noch einmal in das Wachstum der Wurzeln, um sich so auf den kalten Winter vorzubereiten. Werden sie im Herbst gepflanzt, wachsen sie deshalb gut an.

Einen Steingarten anlegen – Schritt für Schritt

Verglichen mit einem klassischen Zier- oder Nutzgarten ist ein Steingarten recht pflegeleicht. Und selbst wenn der Platz begrenzt ist, kann der Hobbygärtner durch einen Steingarten eine sehr dekorative Landschaft kreieren. Doch damit der Steingarten optimal zur Geltung kommt und sich gut entwickelt, muss er richtig angelegt sein. Wie der Hobbygärtner beim Anlegen seines Steingartens vorgehen sollte, erklärt die folgende Anleitung Schritt für Schritt.

1.) Schritt: den Steingarten planen

Das Anlegen des Steingartens beginnt mit der Planung – und zur Planung gehört unbedingt eine Skizze. Durch die Skizze kann der Hobbygärtner ein bisschen herumprobieren. Das ist deshalb sinnvoll, weil es sehr mühselig wäre, die großen Steine mehrfach von einem Platz zum nächsten zu tragen, um herauszufinden, wo sie besonders schön wirken. Außerdem hat der Hobbygärtner durch die Skizze eine Orientierungshilfe zur Hand, auf die er jederzeit zurückgreifen kann.

Die Skizze sollte der Hobbygärtner maßstabsgerecht anlegen. Natürlich muss er nicht jeden einzelnen Stein und jede Pflanze einzeichnen. Aber er sollte markieren, wie er die Fläche aufteilen möchte. Wo sollen Felsbrocken und große Findlinge platziert werden? Wohin kommen Pflanzen? Wo gibt es Absätze oder Stufen? Wo werden Wege, Trittstellen und Dekorationen angeordnet? Bei seiner Planung sollte der Hobbygärtner auch die Lichtverhältnisse berücksichtigen. Wo herrscht pralle Sonne? Wo werfen Gebäude oder Bäume Schatten? Außerdem sollte der Hobbygärtner notieren, an welchen Stellen der Boden besonders aufbereitet werden muss. Je mehr Details die Planungsskizze enthält, desto geringer ist die Gefahr, dass später etwas in Vergessenheit gerät.

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2.) Schritt: den Untergrund des Steingartens vorbereiten

Steht die Planung, wird der Standort für den Steingarten vorbereitet. Ein harmonisches Bild entsteht, wenn der Steingarten als Hang oder in Stufen angelegt wird. Das Gefälle sorgt zusammen mit einer Drainage gleichzeitig dafür, dass Regen- und Gießwasser ablaufen können. Denn nasse Füße vertragen Steingartenpflanzen nicht. Ein Unkrautvlies wiederum verhindert zum einen, dass Unkraut wuchert, und zum anderen, dass das Substrat die Drainage verstopft. Um den Standort für seinen Steingarten vorzubereiten, sollte der Hobbygärtner also wie folgt vorgehen:

  • Zunächst sollte der Hobbygärtner die Steingartenfläche etwa 30 bis 50 Zentimeter tief auskoffern. Dabei kann er schon jetzt ein leichtes Gefälle anlegen. Auf der Fläche werden nun sämtliches Unkraut und Wurzelwerk entfernt. Dadurch stellt der Hobbygärtner sicher, dass keine unerwünschten Gewächse ausschlagen.
  • Als nächstes ist die Drainageschicht an der Reihe. Dazu verteilt der Hobbygärtner eine rund 20 Zentimeter hohe Schicht aus grobem Bauschutt, Geröll, Kies, zerbrochenen Ziegeln oder einem anderen groben Gesteinmaterial.
  • Die Drainageschicht wird nun flächig mit einem Vlies abgedeckt. Das Vlies hält zum einen Unkraut zurück und verhindert zum anderen, dass das Substrat absinkt und die Drainage verstopft. Damit die Fläche gut abgedeckt ist, sollte der Hobbygärtner die einzelnen Vliesbahnen überlappend auslegen. Eine Überlappung von etwa zehn Zentimetern ist dabei ideal.

3.) Schritt: die Steingartenlandschaft anlegen

Nachdem der Standort vorbereitet ist, wird die eigentliche Form des Steingartens ausgearbeitet. Dazu schüttet der Hobbygärtner weiteres Geröll auf, um auf diese Weise den Hang zu gestalten oder Terrassen anzulegen.

Anschließend werden gleich die großen Felsbrocken und Findlinge eingearbeitet. In dem groben Material der Drainageschicht finden sie guten Halt. Zudem ist durch die Lagen, die später noch kommen, sichergestellt, dass die Steine tief genug verankert sind. Zu mindestens einem Drittel sollten die größeren Steinbrocken nämlich im Boden sitzen. Platziert werden die Steine anhand der Planungsskizze in der Reihenfolge ihrer Größe. Begonnen wird mit den größten Steinen als Blickfang, danach folgen die mittelgroßen Brocken und zum Schluss die kleineren Einzelsteine. Um die Findlinge und Felsbrocken sicher zu befestigen, füllt der Hobbygärtner Zwischenräume und den Bereich um die Steine herum mit Sand oder Kies auf.

Sichtbare Kanten an den Übergängen zwischen den verschiedenen Ebenen kann der Hobbygärtner mit Natursteinen kaschieren. Danach wird die Fläche mit Erde aufgefüllt. Ist die Erde vor Ort mager und sandig, kann der Hobbygärtner natürlich den Erdaushub verwenden. Einen lehmigen, schweren und nährstoffreichen Boden sollte der Hobbygärtner auflockern, indem er Sand einarbeitet. Hat der Hobbygärtner die Fläche zuvor nicht ausgehoben, kann er als Substrat sandig-kiesigen Mutterboden oder eine nährstoffarme Gartenerde verteilen. Die Erdschicht sollte rund 15 Zentimeter hoch sein.

Im Idealfall kann der Hobbygärtner nun eine mehrtägige Pause einlegen. Dadurch hat das arrangierte Material die Möglichkeit, sich richtig zu setzen.

4.) Schritt: den Steingarten bepflanzen

Nun zieht Leben in den Steingarten ein. Allerdings sollte der Hobbygärtner hier nach dem Motto „weniger ist mehr“ verfahren. Denn in einem Steingarten sind die Steine die eigentlichen Hauptdarsteller. Die Pflanzen sorgen für Farbtupfer und ein harmonisches Gesamtbild.

Seine ausgesuchten Pflanzen sollte der Hobbygärtner zunächst in den Töpfen belassen und erst einmal auf der Fläche verteilen. Wenn das Bild stimmig ist und gefällt, geht’s ans Einpflanzen. Dazu gräbt der Hobbygärtner mit der Handschaufel ein Pflanzloch an der jeweiligen Stelle. Das Vlies kann er kreuzweise einschneiden, allerdings nur so groß, dass der Wurzelballen der Pflanze gerade eben hindurchpasst. Dann wird die Pflanze in das Pflanzloch gesetzt. Dabei sollte sie aber nur zu etwa zwei Dritteln im Lock stecken. Anschließend wird der Wurzelbereich an den Seiten mit Erde aufgefüllt und die Erde leicht angedrückt. Nach diesem Prinzip werden alle Pflanzen im Steingarten eingepflanzt.

5.) Schritt: die Zwischenräume auffüllen

Zum Schluss werden die Zwischenräume zwischen den Pflanzen mit Kieselsteinen aufgefüllt. Diese Schicht sollte so hoch sein, dass die Erde nicht mehr zu sehen und die Wurzelkronen der Pflanzen komplett abgedeckt sind. Verschiedene Kieselarten verleihen dem Steingarten eine individuelle Optik. Anstelle von Kieselsteinen kann der Hobbygärtner aber auch gröberen Schotter oder kleine Schieferplatten als Abschlusssicht verwenden.

Einen Steingarten anlegen – die Kosten

Wie teuer es wird, einen Steingarten anzulegen, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein wichtiger Faktor in diesem Zusammenhang ist der Standort selbst. Muss die Fläche erst ausgehoben, als leichter Hang oder in Terrassen angelegt oder umgekehrt bei einem zu steilen Gefälle befestigt werden, sind die Kosten natürlich höher, als wenn der Steingarten ohne besondere Vorbereitungsarbeiten angelegt werden kann. Auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine Rolle. Kann der Hobbygärtner die vorhandene Erde so nicht nutzen, muss er den Boden entweder mit Sand auflockern oder einen sandig-kiesigen Mutterboden anliefern lassen.

Dazu kommen die Kosten für die Materialien. Hierzu gehören der Bauschutt für die Drainageschicht, Schotter oder Sand für die Erde, ein Unkrautvlies und Pflanzerde. Für die Gestaltung braucht der Hobbygärtner Steine als Gestaltungselemente und Kieselsteine als Zierschicht. Und schließlich stehen auch noch die Pflanzen auf der Einkaufsliste. Dabei sind die Gesamtkosten natürlich umso höher, je größer der Steingarten wird.

Als grobe Orientierungshilfe sollte der Hobbygärtner ungefähr folgende Kosten pro Quadratmeter einplanen:

Material Kosten pro m²
Bauschutt0,50 bis 1 Euro
Sand2 Euro
Unkrautvlies0,50 Euro
Kies und Steine30 bis 250 Euro

Bei den Steinen richtet sich der Preis zum einen nach der Gesteinsart und zum anderen nach der Größe. Ein großer Findling ist natürlich teurer als kleine Gesteinbrocken. Neben den Kosten für die Materialien sollte der Hobbygärtner aber auch an die Transportkosten denken. Möchte er große Felsbrocken in den Steingarten integrieren, kann außerdem Spezialgerät für das Entladen und Setzen notwendig sein.

Wie teuer die Bepflanzung wird, hängt von den Pflanzen ab. Belässt es der Hobbygärtner bei wenigen gängigen Pflanzen, sollte er mit einem Budget von 100 bis

200 Euro weit kommen. Möchte der Hobbygärtner hingegen eine üppige Pflanzenpracht mit ausgefallenen Exoten, können durchaus mehrere tausend Euro zusammenkommen.

Beauftragt der Hobbygärtner einen Gartenbaubetrieb mit dem Anlegen des Steingartens, sollte er damit rechnen, dass eine Arbeitsstunde mit durchschnittlich 50 Euro zu Buche schlägt. Umgerechnet auf die Größe, belaufen sich die Arbeitskosten je nach Saison, Lage des Gartens und Arbeitsaufwand auf 30 bis 100 Euro pro Quadratmeter. Für das Bepflanzen des Steingartens berechnen Gartenbaubetriebe im Durchschnitt etwa 35 Euro pro Stunde.

Die Pflege des Steingartens

Ein Steingarten braucht vergleichsweise wenig Pflege. Wenn die Pflanzen frisch angepflanzt sind, sollten sie regelmäßig leicht gegossen werden. Sind die Pflanzen angewachsen, kann der Hobbygärtner weitgehend auf das Gießen verzichten. Ein Wässern ist dann nur noch notwendig, wenn es längere Zeit am Stück trocken und heiß war. Düngen muss der Hobbygärtner die Pflanzen ebenfalls nicht. Da die typischen Steingartenpflanzen in Bergregionen heimisch sind, kommen sie nämlich mit wenig Nährstoffen aus. Eine Überversorgung könnte ihnen deshalb mehr schaden als nutzen. Schädlinge und Krankheiten kommen in einem Steingarten auch so gut wie nicht vor.

Die regelmäßige Pflege beschränkt sich deshalb in erster Linie auf das gelegentliche Entfernen von Unkraut. Löwenzahn und Klee sind dabei die häufigsten Unkräuter im Steingarten. Allzu oft wird der Hobbygärtner zwar kein Unkraut jäten müssen, denn das Vlies und der Kies halten Unkraut recht zuverlässig zurück. Wenn der Hobbygärtner dann aber doch hin und wieder den Boden etwas auflockert und das Unkraut entfernt, sollte er jedoch behutsam vorgehen, damit er die Wurzeln der Steingartenpflanzen nicht verletzt. Moos auf den großen Steinen kann der Hobbygärtner belassen, wenn ihm die Optik gefällt. Zeigt sich Moos auf dem Boden, sollte er es jedoch entfernen. Denn hier könnte das Moos den Steingartenpflanzen buchstäblich die Luft zum Atmen nehmen.

Die Alternative im Kleinformat – ein Steingarten in der Zinkwanne für den Balkon oder die Terrasse

Kann oder möchte der Hobbygärtner keinen großen Steingarten anlegen, kann er ein Pflanzgefäß als Steingarten im Miniformat bepflanzen. Als Gefäß eignet sich eine Zinkwanne, ein Holzbottich, ein Steintrog oder ein großer, alter Emailletopf besonders gut. Auch ein ausgemusterter Weidenkorb sieht als Mini-Steingarten toll aus. Denn solche Pflanzgefäße passen mit ihrem rustikalen Charme hervorragend zur Steingartenoptik. Hat der Hobbygärtner kein derartiges Pflanzgefäß zur Hand, tut es ein großer Blumenkübel oder -topf aber natürlich ebenso. Und wenn der Hobbygärtner seinen Mini-Steingarten auf dem Balkon oder der Terrasse nicht auf den Boden stellen, sondern auf einem Gartentisch präsentieren will, kann er ein Stück von einer alten Regenrinne oder eine ausgemusterte Auflaufform zum Pflanzgefäß umfunktionieren. In das Pflanzgefäß kommt dann erst eine Drainageschicht, darüber ein Vlies und darauf das Substrat. Anschließend werden Steine, Pflanzen und Kieselsteine arrangiert. Hier aber Schritt für Schritt, wie ein Mini-Steingarten entsteht:

Die Materialliste für den Steingarten im Miniformat

  • Pflanzgefäß (z.B. Zinkwanne, Steintrog, Holzbottich, großer Emaillekochtopf, Blumenkübel oder anderes Gefäß)
  • Schotter, Blähschiefer, Bauschutt oder anderes gröberes Material für die Drainageschicht
  • Unkrautvlies
  • Sand
  • Kies
  • Erde
  • ein paar dekorative Steine in unterschiedlichen Größen
  • Pflanzen (z.B. Mauerpfeffer, Katzenpfötchen, Steinkraut, Silberwurz und Blaukissen)

Einen Steingarten im Miniformat anlegen – so wird’s gemacht

  1. Zunächst muss das Pflanzgefäß für die Bepflanzung vorbereitet werden. Wird eine Zinkwanne, ein Steintrog, ein Topf oder ein anderes Gefäß mit geschlossenen Wänden verwendet, sollte der Hobbygärtner mehrere Löcher in den Boden bohren. Durch die Löcher ist sichergestellt, dass Wasser ablaufen kann. Hat das Gefäß durchlässige Seiten, wie es etwa bei einem Holzfass oder einem Weidenkorb der Fall ist, sollte der Hobbygärtner das Gefäß mit einer Kunststofffolie auskleiden. Die Folie verhindert, dass das Substrat aus dem Gefäß herausfällt. Auch in diese Gefäße sollte der Hobbygärtner aber ausreichend große Ablauflöcher einarbeiten, die sowohl durch das Gefäß selbst als auch durch die Folie gehen.
  2. Das Gefäß wird nun mit einer dicken Schicht Schotter, Bauschutt, grobem Kies oder Blähschiefer ausgelegt. Diese Schicht bildet die Drainage.
  3. Die Drainageschicht wird mit Unkrautvlies abgedeckt. Darauf wird eine Schicht aus Sand und Kies verteilt. Diese Sand-Kies-Schicht ergibt das Bett für die größeren Steine.
  4. Jetzt werden die größeren Steine im Pflanzgefäß arrangiert. Durch das Bett aus Sand und Kies sollten sie einen stabilen Halt haben.
  5. Sind die Steine positioniert, wird das Gefäß mit Substrat aufgefüllt. Als Substrat kann der Hobbygärtner spezielle Steinpflanzenerde aus dem Gartenmarkt verwenden. Genauso gut kann er aber auch normale Blumenerde mit Sand vermischen und um die Steine herum verteilen. Ist das Gefäß recht klein und flach, kann der Hobbygärtner auf das zusätzliche Sand-Kies-Bett für die Steine verzichten. Stattdessen kann er das Substrat direkt auf dem Vlies verteilen und die Steine in das Substrat setzen.
  6. Als nächstes sind die Pflanzen an der Reihe. Sie werden zwischen den Steinen eingepflanzt und gut angedrückt.
  7. Sind alle Pflanzen eingesetzt, werden sie großzügig angegossen.
  8. Zum Schluss werden die Räume zwischen den Pflanzen und den Steinen mit Kies bedeckt. Im fertigen Mini-Steingarten sollte vom Substrat nichts mehr zu sehen sein.

Den Steingarten im Miniformat kann der Hobbygärtner nun an einem warmen und sonnigen Platz aufstellen. Fertig!