Eichenprozessionsspinner: Ratgeber für den Garten

Raupen des Eichenprozessionsspinner
Raupen des Eichenprozessionsspinner © hhsow / pixelio.de

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter aus der Familie der Zahnspinner. Und seine Raupen sehen eigentlich fast schon putzig aus. Doch die Härchen, die für die kuschelige Optik sorgen, haben es in sich.

Am Abend versammeln sich die kleinen, kuschelig aussehenden Raupen. Im Gänsemarsch geht es dann auf Nahrungssuche. Mal trotten nur wenige Raupen hintereinander her, mal gehen sie in großer Formation auf Wanderschaft und bilden dabei eine lange Schlange aus mehreren Reihen nebeneinander. In der Baumkrone angekommen, machen sie sich über die Eichenblätter her, bis nur noch die Blattadern übrig sind. – So interessant dieses Naturphänomen auch aussehen mag: Statt die Tierchen gespannt zu beobachten, ist es besser, einen weiten Bogen um sie zu machen. Denn ihre feinen Härchen sind giftig und können allergieähnliche Symptome auslösen.

Aber was hat es überhaupt mit dem Eichenprozessionsspinner auf sich? Warum kann er nicht nur Bäumen, sondern auch Menschen und Tieren gefährlich werden? Und was kann der Hobbygärtner tun, wenn er Eichenprozessionsspinner in seinem Garten entdeckt? Dieser Ratgeber klärt auf!

Wo kommt der Eichenprozessionsspinner vor?

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) mag es warm und sonnig. Ursprünglich war er vor allem in den warmen Regionen Mitteleuropas heimisch, ist aber von der Iberischen Halbinsel über Süd- und Mitteleuropa bis nach Südrussland und Vorderasien verbreitet. Eine ganze Zeit lang galt der Eichenprozessionsspinner als nahezu ausgestorben. Doch seit Mitte der 1990er-Jahre breitet er sich wieder stark aus. Experten vermuten, dass der Klimawandel ein Grund dafür ist.

Und die Verbreitung in Deutschland?

Durch warme und trockene Jahre kam es zu Massenvermehrungen. In Deutschland sind inzwischen alle Bundesländer betroffen. Besonders häufig kommt der Eichenprozessionsspinner zwar in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt vor. Doch auch die übrigen Bundesländer bleiben nicht verschont. Allerdings macht sich der Eichenprozessionsspinner in erster Linie im Flachland breit.

Am liebsten lässt sich der Eichenprozessionsspinner in Eichenwäldern nieder. Daneben fühlt er sich in lichten Kiefern- und Hainbuchenwäldern, in denen Eichen stehen, wohl. Aber der Eichenprozessionsspinner befällt auch einzelne, freistehende Bäume an sonnigen Plätzen, etwa an Waldrändern, in Schwimmbädern, in Parkanlagen, an Spielplätzen oder auf Friedhöfen. Dabei ist der Eichenprozessionsspinner nicht wählerisch, wenn es um die Eichenart geht. Vielmehr nimmt er sich alle Arten von Eichen vor. Und notfalls befällt er auch einmal andere Bäume wie beispielsweise Hainbuchen.

Zu welcher Jahreszeit tritt der Eichenprozessionsspinner auf?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling. Da er ein Nachtfalter ist, ist er in den Nachtstunden aktiv. Dabei fliegt er von Ende Juli bis Anfang September umher. Problematischer für den Menschen sind aber die Raupen. Sie verpuppen sich im Juni oder Juli und schlüpfen dann im Mai des Folgejahres.

Wie läuft der Zyklus genau ab?

Gänsemarsch der Raupen
Gänsemarsch der Raupen © Albrecht E. Arnold / pixelio.de

Ein Weibchen des Eichenprozessionsspinners legt zwischen 100 und 200, manchmal sogar bis zu 300 Eier pro Jahr. Für die Eiablage wählt sie einen Bereich in der oberen Krone einer Eiche aus. Ihre weißen, etwa einen Millimeter großen Eier ordnet sie in einem länglichen, plattenähnlichen Gelege auf dünnen, ein bis zwei Jahre alten und sonnigen Eichenzweigen an. Um ihr Gelege zu tarnen, verwendet das Weibchen graue Afterschuppen und ein Sekret.

Der Embryo entwickelt sich schon im Herbst. Doch die junge Raupe bleibt im Ei und überwintert darin. Ende April, Anfang Mai schlüpft die Eichenprozessionsspinnerraupe dann aus. Dabei leben die Raupen von Anfang an in Familienverbänden zusammen. Sie bauen am Stamm oder in Astgabelungen Nester aus Blättern und Zweigen, die sie locker verspinnen und im Laufe der Zeit mit Kot und abgeworfenen Larvenhäuten füllen. Die Nester können bis zu ein Meter lang sein. Ab Mitte Juni ziehen sich die älteren Larven tagsüber in die Nester zurück, wo sie sich auch zu häuten. Bis zu ihrer Verpuppung passiert das fünf- bis sechsmal.

Abends machen sich die Raupen von den Nestern aus auf den Weg zur Nahrungsaufnahme. In einer Art Gänsemarsch sind dabei 20 bis 30 Raupen gemeinsam unterwegs. Dieses Phänomen hat den Tieren auch ihren Namen eingebracht. Denn die Raupen wandern wie in einer Prozession über die Eiche.

Ende Juni, Anfang Juli verpuppen sich die Raupen. Die Kokons liegen dicht nebeneinander im Nest. Die Puppenruhe dauert drei bis fünf Wochen. Dann schlüpfen die Falter aus.

Woran ist der Eichenprozessionsspinner zu erkennen?

Als Falter ist der Eichenprozessionsspinner ziemlich unscheinbar. Er ist zweieinhalb bis drei Zentimeter groß, seine Vorderflügel sind grau und haben zwei schwach ausgeprägte, dunkle Querlinien. Seine Hinterflügel sind weißgrau.

Als Raupe ist der Eichenprozessionsspinner bis zu fünf Zentimeter groß. Die Raupe ist an den Seiten weiß und hat einen dunkelbraunen Streifen auf dem Rücken. Das typische Merkmal des Eichenprozessionsspinners sind seine langen, weißen Haare. Dadurch sieht die Raupe weich und kuschelig aus. Ab dem dritten Entwicklungsstadium mischen sich die sogenannten Brennhaare unter die langen Haare. Die Brennhaare sind zwar nur 0,1 Millimeter kurz, verursachen bei einem Kontakt aber die sehr unangenehmen Symptome. Dabei hat eine ausgewachsene Raupe über 600.000 dieser Gifthärchen.

Warum ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich?

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners ernähren sich von den Blättern der Bäume, die sie befallen haben. Dabei futtern sie die gesamten Blätter weg, nur die Mitterippe und eventuell ein paar starke Blattadern bleiben übrig. Ein Kahlfraß kann die befallene Eiche schwächen. Ernsthafte Konsequenzen sind aber erst dann zu befürchten, wenn ein Baum mehrere Jahre hintereinander stark befallen ist. Denn durch die Fraßschäden ist die Eiche ohnehin schon geschwächt und dadurch auch anfälliger gegenüber weiteren Krankheiten und Schädlingen wie dem Mehltau oder dem Eichenprachtkäfer.

Die Fraßschäden sind aber nicht eigentliche Gefahr. Schlimmer sind die gesundheitlichen Auswirkungen auf den Menschen. Auslöser hierfür sind die giftigen Raupenhaare, die zu allergieähnlichen Symptomen führen. Dabei sind die Beschwerden zwar in aller Regel nicht lebensgefährlich und mit Medikamenten gut zu behandeln, aber eben äußerst unangenehm.

Welche Symptome ruft der Eichenprozessionsspinner hervor?

Ab dem dritten Larvenstadium, das die Raupe des Eichenprozessionsspinners zwischen Anfang und Ende Mai erreicht, wird das Tierchen für den Menschen unangenehm. Denn ab diesem Larvenstadium verfügt es über kleine Gifthärchen. Die Härchen sind nur 0,1 Millimeter lang und mit bloßem Auge deshalb kaum zu erkennen. Aber sie enthalten einen giftigen Eiweißstoff, das Thaumetopoein. Dieses Eiweiß greift das Immunsystem an und läst allergieähnliche Reaktionen aus. Als Beschwerden können dann auftreten:

  • starker Juckreiz mit Hautrötungen, Brennen und Ausschlägen in Form von Quaddeln, Pusteln oder Knötchen
  • Reizungen der Mund- und Nasenschleimhäute
  • Hustenreiz und Brennen in den Atemwegen, bei sehr empfindlichen Personen selten auch Atemnot
  • Reizungen der Augenbindehaut mit roten Augen, geschwollenen Lidern und manchmal einer Bindehautentzündung
  • begleitende Allgemeinsymptome wie Schwindel, Fieber und Müdigkeit

Bei den Symptomen handelt es sich aber im Normalfall nicht um eine Allergie. Es ist zwar grundsätzlich denkbar, dass der Erstkontakt mit den giftigen Raupenhärchen eine Allergie auslöst. Doch das kommt nur sehr selten vor. Vielmehr sind die Beschwerden, die auftreten, die Reaktionen des Körpers auf den giftigen Eiweißstoff.

Wann treten die Symptome auf?

Die giftigen Härchen der Eichenprozessionsspinnerraupe brechen sehr leicht ab. Eine Berührung ist dafür aber nicht zwingend notwendig. Stattdessen können die Härchen auch schon dann abbrechen, wenn sich die Raupe bewegt. Die mikroskopisch kleinen Widerhaken an den Härchen führen dazu, dass sich die Gifthärchen in die Haut bohren. Das giftige Eiweiß wirkt deshalb zum einen mechanisch bei einem Kontakt mit den Härchen und zum anderen biochemisch.

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Bei günstiger Witterung kann der Wind die kaum sichtbaren Gifthärchen mehrere hundert Meter weit verteilen. Hinzu kommt, dass in den Nestern die alten Larvenhäute zurückbleiben. Da an abgeworfenen Häuten die Brennhaare vom vorhergehenden Larvenstadium haften, ist die Konzentration an Brennhaaren in den Gespinsten besonders hoch. Ob die Nester noch am Baum hängen oder auf dem Boden liegen, spielt dabei keine Rolle. Und: Die Giftwirkung bleibt mehrere Jahre lang erhalten. Deshalb kann das Gebiet um eine Eiche, die einmal mit dem Eichenprozessionsspinner befallen war, auch Jahre später noch voller Gifthärchen sein. Wenn sich dann jemand in diesem Gebiet aufhält, einen Spaziergang macht oder sich unter den Baum setzt, können daher Beschwerden auftreten, für die es zunächst keine Erklärung zu geben scheint.

Die allergieähnlichen Reaktionen treten immer dann auf, wenn es zu einer Berührung mit den giftigen Raupenhärchen kam. Allerdings machen sich die Symptome nicht sofort bemerkbar, sondern normalerweise erst einige Stunden später, meist in der Nacht oder am nächsten Tag. Wie stark die Reaktionen sind, ist zudem verschieden. So kann es sein, dass bei einer Person nur ein sehr leichter Ausschlag auftritt, der aussieht wie ein Insektenstich, während eine andere Person Eiterbläschen am ganzen Körper bekommt und schmerzhaft hustet. Bekannt ist jedoch, dass die Empfindlichkeit steigt und die Körperreaktionen zunehmend stärker ausfallen, je mehr Kontakte es mit den giftigen Raupenhärchen gab.

Wie lässt sich ein Ausschlag behandeln?

Die Beschwerden, die der Kontakt mit den Gifthärchen verursacht, sind in aller Regel nach einer, spätestens zwei Wochen überstanden. Bis dahin kann ein Ausschlag mit einer entzündungshemmenden Creme behandelt werden. Bei einem starken Juckreiz können Antihistaminika Linderung verschaffen. Und keine Sorge: Ansteckend ist der Ausschlag nicht.

Treten Husten, asthmaähnliche Beschwerden oder starke Reizungen der Mund- und Nasenschleimhäute auf, kann es notwendig sein, mit Kortisonsprays und Medikamenten, die die Bronchien erweitern, gegenzusteuern.

Sicherheitshalber sollte der Betroffene aber bei stärkeren Beschwerden immer seinen Hausarzt aufsuchen und ihm von dem Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner berichten. Der Arzt kann abschätzen, wie bedenklich die Symptome sind, und eine geeignete Therapie einleiten.

Übrigens: Nicht nur Menschen machen die Gifthaare der Eichenprozessionsspinnerraupe zu schaffen. Auch bei Pferden löst ein Kontakt Beschwerden aus. Bei Schafen, Hasen und anderen Tieren wiederum, die die Brennhaare über das Futter aufnehmen, kann es zu Magenschleimhautentzündungen kommen.

Wie kann man sich schützen?

Damit es erst gar nicht so heftigen Körperreaktionen kommt, sollten folgende Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden:

  • Gebiete, die vom Eichenprozessionsspinner befallen sind, grundsätzlich meiden.
  • Die Raupen und die Nester auf keinen Fall anfassen.
  • Nach einem (möglichen) Kontakt mit den Brennhaaren ausgiebig duschen und die Haare gründlich waschen. Auch die Kleidung und die Schuhe durchwaschen, denn hier haften die Härchen ebenfalls.
  • Bei Waldspaziergängen und an Orten, an denen Eichen stehen, empfindliche Hautbereiche wie den Nacken, den Hals und die Unterarme schützen.
  • Solange Raupennester vorhanden sind, keine Pflegemaßnahmen am Baum durchführen und auf die Holzernte verzichten.
  • Raupen und Gespinste nicht selbst entfernen. Hier muss ein Profi ran!

Muss man den Eichenprozessionsspinner bekämpfen?

Aus fortwirtschaftlicher Sicht sind Maßnahmen zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nur selten notwendig. Denn die Fraßschäden sind nicht so ausgeprägt, dass massive Schäden drohen. Hinzu kommt, dass der Eichenprozessionsspinner viele natürliche Feinde hat. Raupenfliegen, Wanzen und Schlupfwesen beispielsweise gehören dazu. Wertvolle Dienste leisten auch räuberische Käfer und hier allen voran der Puppenräuber. Während der Käfer die Eichenprozessionsspinnerraupen angreift, die herumkrabbeln, suchen die Puppenräuberlarven in den Nestern nach Beute. Ein weiterer Helfer im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner ist der Kuckuck. Er frisst die Raupen auf. Die Brennhaare stören ihn dabei nicht. Stimmt das ökologische Gleichgewicht oder können die Nützlinge angesiedelt werden, nimmt die Natur also ihren Lauf und das Problem löst sich von selbst.

Wenn eine gezielte Bekämpfung durchgeführt wird, so hat das gesundheitlich-hygienische Gründe. Entsprechende Maßnahmen finden dann statt, wenn Eichen in der Nähe von Wohnsiedlungen, Friedhöfen, öffentlichen Parkanlagen, Spielplätzen, Sportstätten, Schwimmbändern und anderen Erholungseinrichtungen befallen sind. Und die Maßnahmen dienen weniger dem Schutz der Bäume, sondern in erster Linie dem Schutz der Menschen vor gesundheitlichen Gefahren.

Bei der Bekämpfung werden verschiedene Techniken genutzt. Chemische Pflanzenschutzmittel, das Spritzen mit einer Brühe mit einem speziellen Bakterium oder das Verkleben und anschließende Absaugen der Gespinste sind ein paar Beispiele dafür.

Eichenprozessionsspinner im Garten – was tun?

Wenn der Hobbygärtner Eichenprozessionsspinner an einem oder mehreren seiner Bäume entdeckt, gilt zuallererst:

Auf keinen Fall den Eichenprozessionsspinner selbst entfernen! Durch irgendwelche Experimente gefährdet der Hobbygärtner nicht nur seine Gesundheit. Stattdessen riskiert er, einen noch größeren Schaden anzurichten. Das Entfernen des Eichenprozessionsspinners muss professionell erfolgen – und ist deshalb eine Aufgabe für den Fachmann!

Und was ist mit Tipps zum Bekämpfen des Schädlings?

Wenn der Hobbygärtner im Internet recherchiert, wird er vermutlich auf den einen oder anderen Tipp treffen, wie er den Eichenprozessionsspinner selber bekämpfen kann. Allerdings sollte er von irgendwelchen Anleitungen die Finger lassen. Und dafür gibt es gute Gründe:

  • Den Eichenprozessionsspinner chemisch bekämpfen: Es gibt Chemikalien, die den Eichenprozessionsspinner zuverlässig abtöten. Allerdings sind diese Chemikalien in aller Regel nicht für den Haus- und Kleingartenbereich zugelassen. Und falls doch, müssen sie von einem Fachmann sachgerecht ausgebracht werden. Außerdem können chemische Mittel nicht zwischen Schädlingen und Nützlingen unterscheiden. Sie vernichten daher nicht nur den Eichenprozessspinner, sondern setzen auch die anderen Tieren und Pflanzen zu, belasten den Boden und schaden der Umwelt.
  • Den Eichenprozessionsspinner abflammen: Immer wieder wird geraten, die Gespinste mit dem Gasbrenner abzuflammen. Doch beim Abflammen entstehen Aufwinde, die dazu führen, dass die giftigen Härchen aufgewirbelt werden und sich weiträumig verteilen. Das Ergebnis davon ist, dass eine weitläufige Fläche mit den Brennhaaren, die mehrere Jahre lang giftig bleiben und bei jeder neuen Berührung wieder zu Beschwerden führen, übersät ist. Außerdem besteht beim Abflammen das Risiko, dass mit dem Gasbrenner eigentlich gesunde Baumsubstanz zerstört wird. Ist es im Sommer warm und trocken, kommt überdies noch die Brandgefahr dazu.
  • Die Eiablage oder die Raupen abspritzen: Die Raupen und Gespinste mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen zu wollen, ist ebenfalls keine gute Idee. Denn durch den Wasserstrahl werden die giftigen Raupenhaare sehr stark verwirbelt. Dadurch können sie sich prima ausbreiten.
  • Das Gespinst verkleben: Eine bewährte Methode ist, das Gespinst mit einem Sprühkleber oder einer anderen Substanz zu binden. Anschließend werden alle organischen Teile eingesammelt oder abgesaugt. Und schließlich müssen sie fachgerecht in einer Verbrennungsanlage vernichtet werden. Für alle diese Schritte ist aber Spezialausrüstung notwendig. Und diese wird der Hobbygärtner nicht haben.

Das Problem bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners sind weniger die Raupen oder die Falter. Das Hauptproblem sind die kleinen, kaum sichtbaren Brennhaare der Raupen, die sehr leicht abbrechen und sich dann durch den Wind weitflächig verteilen. Für eine wirksame Bekämpfung ist daher entscheidend, dass die Härchen gebunden und anschließend zusammen mit dem Gespinst fachgerecht entsorgt werden. Das kann aber letztlich nur ein Fachmann leisten.

Welche Kosten verursacht eine Bekämpfung?

Wie teuer es wird, einen befallenen Baum restlos vom Eichenprozessionsspinner zu befreien, hängt von mehreren Faktoren ab. Zu diesen Faktoren gehören das Ausmaß des Befalls sowie die Größe und die Zugänglichkeit der Eiche. Das angewendete Verfahren und der Anbieter selbst beeinflussen den Preis natürlich ebenfalls. Als grobe Orientierungshilfe sollte ein Privatkunde aber mit Kosten zwischen 150 und 250 Euro pro Baum rechnen.

Wo muss man den Eichenprozessionsspinner melden?

Wer irgendwo einen Eichenprozessionsspinner sichtet, sollte seine Entdeckung melden. Wer der richtige Ansprechpartner ist, hängt davon ab, wo der befallene Baum steht:

  • Ist ein Baum im Wald vom Eichenprozessionsspinner befallen, ist der örtliche Förster die zuständige Stelle.
  • Bei einem Befall an einem öffentlichen Platz, also beispielsweise an einer Eiche auf einem Spielplatz, in einem Park, auf dem Friedhof oder an einer Straße, muss der Grünflächenverwaltung der Kommune oder Gemeinde informiert werden. Daneben ist auch eine Meldung beim Gesundheits- oder Umweltamt möglich.
  • Steht der befallene Baum auf dem Privatgrundstück, muss keine offizielle Stelle informiert werden. Allerdings sollte sich der Baumbesitzer dann an einen staatlich anerkannten Schädlingsbekämpfer oder einen professionellen Baumpfleger wenden.