Wicken richtig pflanzen, Arten, Standort, Wachstum und Pflege

Aktualisiert am 16. August 2023 von Selda Bekar

Wicken
Wicken © Anne Bermüller / pixelio.de

Wenn Gartenzäune oder Hauswände mit bunten Blüten erstrahlen, dann sind hier wahrscheinlich Wicken angepflanzt worden. Wicken sind stark wachsende Rankpflanzen, die innerhalb kürzester Zeit mit vielen schmetterlingsähnlichen Blüten in weiß, rosa oder violett den Pflanzort überziehen. Dabei sind Wicken relativ anspruchslos. Bei guter Witterung kannst Du Dich bis in den Herbst hinein an der Blütenpracht erfreuen.

 

Der richtige Standort

Die Wicken sind richtige Sonnenanbeter und daher kommt ein schattiger Platz für sie nicht infrage. Ihre volle Blütenpracht entwickeln die kleinen Pflanzen nur in voller sonniger Lage, die möglichst windgeschützt sein sollte. Das Substrat für die Wicken sollte möglichst humusreich und tiefgründig sein. Die Pflanzen bevorzugen außerdem einen neutralen pH-Wert.

  • Sonnig: Wicken lieben Sonnenlicht – je heller, desto besser!
  • Bodenbeschaffenheit: Durchlässig, humos – kein Staunässe, Wicken gedeihen prächtig.
  • Klimazone: Gemäßigtes Klima bevorzugt – zu extreme Temperaturen vermeiden.
  • Partnerpflanzen: Wicken neben Erbsen, Bohnen – Stickstoffbindung, Bodenverbesserung.
  • Wasserbedarf: Mäßige Bewässerung – Staunässe vermeiden, tief wurzelnde Pflanzen begünstigen.
  • Pflanzabstand: Genügend Platz – gesunde Pflanzen, weniger Schädlingsbefall.
  • Pflegeleichtigkeit: Wicken unkompliziert – ideal für Hobbygärtner und Profis!

Die Aussaat

Erfolgreich vermehren kannst Du die Wicken durch Aussaat. Fühlen sich die Wicken an ihrem Standort wohl, dann erfolgt jährlich die Selbstaussaat der Pflanzen. Um gezielt die Wicken anzupflanzen, greifst Du entweder auf Samen aus dem Handel oder aus den Samenkapseln zurück.

Ab Ende Februar werden die Samen auf einer hellen Fensterbank vorgezogen. Dazu steckst du die Samen ca. 1,5 cm tief in Erde und bedeckst diese leicht. Mit einem Wasserzerstäuber hältst Du die Erde leicht feucht, sodass keine Staunässe entsteht. Bis die Samen keimen, sollte die Anzuchtschale dunkel stehen. Wenn sich dann die ersten grünen Spitzen zeigen, wird die Schale auf die helle Fensterbank umgesiedelt. Es sollte auf der Fensterbank nicht zu warm. Die idealen Temperaturen liegen zwischen 15 und 17 Grad. Sobald sich ein Blattpaar zeigt, werden die Keimlinge pikiert. Wenn dann ab Anfang Mai kein Bodenfrost mehr droht, kommen die Setzlinge ins Freiland. Beim Auspflanzen solltest Du auf einen Mindestabstand von 60 cm zwischen den Pflanzen achten.

Du kannst aber auch zwischen April und Mai die Samen direkt ins Freiland säen. Der Boden dafür muss aufgelockert sein und mit etwas Kompost vermischt werden. Auch hier steckst Du die Samen ca. 1,5 cm tief in die Erde. Die Erde darf auf keinen Fall austrocknen und die jungen Keimlinge müssen vor Schneckenfraß geschützt werden.

  • Aussaatzeitpunkt: Frühjahr oder Herbst – abhängig von Wickenart und Klima.
  • Samen vorbereiten: Einweichen für 12-24 Stunden – beschleunigt Keimung, erhöht Keimrate.
  • Boden vorbereiten: Lockerung, Unkrautentfernung – optimale Bedingungen für Wicken.
  • Pflanzabstand: 10-15 cm zwischen den Pflanzen – genügend Raum für Wachstum, Belüftung.
  • Aussaattiefe: 3-5 cm – ausreichend Erde, Schutz vor Austrocknung, Vögeln.
  • Reihenabstand: 30-50 cm – Erleichterung von Pflegearbeiten, Luftzirkulation fördern.
  • Keimtemperatur: 10-20 °C – ideale Bedingungen für schnelle und gleichmäßige Keimung.
  • Lichtbedingungen: Helle, sonnige oder halbschattige Standorte – förderlich für Wachstum, Blütenbildung.
  • Kletterhilfe: Rankgitter, Stangen – Unterstützung für kletternde Wickenarten, attraktive Optik.
  • Mischkultur: Mit anderen Pflanzen kombinieren – Nährstoffbedarf ausgleichen, Schädlingsbefall reduzieren.
  • Pflege nach Aussaat: Regelmäßiges Gießen, Unkraut jäten – gesundes Wachstum gewährleisten.
  • Düngung: Bei Bedarf düngen – zusätzliche Nährstoffe für kräftiges Wachstum und schöne Blüten.

Rankhilfen

Wicken erreichen mühelos eine Höhe von 2 Metern. Sorge also für eine entsprechende Rankhilfe und bringe die jungen Pflanzen mit Drähten und Schnüren in die richtige Wuchsrichtung. Nach der Blütezeit lassen sich die Wicken ohne Rückstände von Hauswänden und dergleichen wieder entfernen.

Wicken in Kübeln

Wicken sind ideal als dekorativer Sichtschutz auf Terrassen und dergleichen. Leider sind Wicken nur bedingt in Kübeln zu kultivieren, denn das starke Wurzelwerk erreicht einen immensen Umfang, sodass viele der Kübel dem Druck nicht standhalten. Su kannst die Kultur aber durchaus in einem Kübel versuchen, wenn Du einen ausreichend großen Tontopf nutzt. Im Kübel darfst Du auf keinen Fall die wichtige Drainage vergessen, denn nur so schützt Du die Pflanzen vor der gefährlichen Staunässe.

Der Schnitt

Soweit es möglich ist, solltest Du die Wicken regelmäßig von verblühten Blütenständen befreien. Du kannst die Wicken auch behutsam zurückschneiden – dies fördert ein buschiges Wachstum. Entweder im zeitigen Frühjahr oder auch im Spätherbst gönnst Du den Wicken einen radikalen Schnitt und schneidest alle pflanzen bis auf wenige Zentimeter über der Erde ab.

  • Zweck des Schnitts: Gesundheit, Wachstum fördern; Blütenbildung, Formgebung.
  • Beste Zeit: Regelmäßig während Wachstumsperiode; verblühte Blüten entfernen.
  • Werkzeugauswahl: Scharfe, saubere Gartenschere – Infektionsrisiko minimieren.
  • Erziehungsschnitt: Junge Pflanzen auslichten – kletternde Triebe fördern, Lichteinfall erhöhen.
  • Entspitzen: Triebspitzen kürzen – buschigeres Wachstum anregen, Verzweigung fördern.
  • Seitentriebe entfernen: Bei Bedarf ausdünnen – Energie in Haupttriebe lenken.
  • Kletterhilfen prüfen: Stabilität sicherstellen – gesundes, sicheres Wachstum gewährleisten.
  • Blütenschnitt: Verblühte Blüten entfernen – längere Blütezeit, Energie in neue Blüten lenken.
  • Pflanzenstützen: Bereitstellen, falls erforderlich – aufrechtes Wachstum ermöglichen.
  • Wurzelschnitt: Nur bei Bedarf – Wicken selten wurzelschneiden, da empfindlich.
  • Krankheiten & Schädlinge: Beim Schneiden beobachten, behandeln – Gesundheit der Pflanze sichern.
  • Schnittwunden versorgen: Bei größeren Schnitten, Wundverschlussmittel verwenden – Infektionen vermeiden.
  • Rückschnitt im Herbst: Abgestorbene Pflanzenteile entfernen – Überwinterung erleichtern, Krankheiten vorbeugen.
  • Schnittabfälle entsorgen: Kompostieren oder fachgerecht beseitigen – keine Krankheiten verbreiten.
  • Sicherheitshinweise: Handschuhe tragen, vorsichtig schneiden – Verletzungen vermeiden.

Das Düngen und Gießen

Wocken sind zwar sehr anspruchslos, aber in der Blütezeit verlangen sie doch etwas mehr an Nährstoffen. Es ist daher ratsam, wenn Du regelmäßig mit etwas Flüssigdünger im Gießwasser die Wicken versorgst. Im Frühjahr und im Herbst kannst Du das Beet zusätzlich mulchen und mit etwas Kompost anreichern. Damit Du lange an der Blütenpracht Deine Freude hast, sollte der Boden immer ausreichend feucht sein.

  • Stickstofffixierung: Wicken fixieren Stickstoff – Düngung oft unnötig, aber dennoch sinnvoll.
  • Phosphor und Kalium: Gabe dieser Nährstoffe empfehlenswert – besseres Wachstum, Blütenbildung.
  • Organische Dünger: Kompost, Mist – natürliche Nährstoffquellen, schonend für Umwelt und Pflanzen.
  • Langzeitdünger: Pellets, Stäbchen – kontinuierliche Nährstoffversorgung, weniger Düngeraufwand.
  • Flüssigdünger: Bei Bedarf anwenden – schnelle Verfügbarkeit, gezielte Nährstoffzufuhr.
  • Bodenprobe: Nährstoffbedarf ermitteln – optimale Düngung gewährleisten, Überdüngung vermeiden.
  • Mäßiges Gießen: Regelmäßig, aber nicht zu viel – Staunässe verhindern, Wurzelfäulnis vorbeugen.
  • Gießmenge anpassen: Witterung, Jahreszeit berücksichtigen – mehr Wasser im Sommer, weniger im Winter.
  • Tropfbewässerung: Effiziente Wasserzufuhr – sparsamer Verbrauch, gleichmäßige Versorgung.
  • Regenwasser: Umweltfreundliche Bewässerung – weicher, kalkarm, gut für Pflanzen.
  • Gießzeitpunkt: Früh morgens oder abends – geringere Verdunstung, effektivere Wasseraufnahme.
  • Mulchen: Feuchtigkeitsspeicherung – Wasserverbrauch reduzieren, Unkrautwuchs unterdrücken.

Überwintern

Wicken sind mehrjährig und winterhart. Sie benötigen keinen besonderen Schutz. Kübel sollten vor dem Durchfrieren geschützt werden, indem Du ein Vlies darumlegst.

Pflegetipps

farbenfrohe Blüten der Wicken
farbenfrohe Blüten der Wicken © Romy2004 / pixelio.de

Wenn die Pflanzen vor sich hinkümmern, dann fehlt es ihnen wahrscheinlich an Sonnenlicht und auch etwas Dünger. Eine Überdüngung kannst Du an gekräuselten Triebspitzen und Blättern erkennen. Du solltest die Versorgung mit Dünger sofort einstellen. Wenn die Wicken nicht blühen, dann fehlt ihnen auf jeden Fall Sonne.

  • Standortwahl: Sonnig bis halbschattig – Wicken bevorzugen helle Plätze, vertragen aber auch etwas Schatten.
  • Bodenbeschaffenheit prüfen: Gut durchlässig, humos, leicht sauer – ideal für gesundes Wickenwachstum.
  • Aussaat: Direktsaat im Frühjahr – Wicken sind Kaltkeimer und vertragen leichte Fröste.
  • Wasserbedarf decken: Regelmäßig gießen, aber Staunässe vermeiden – Wicken benötigen gleichmäßige Feuchtigkeit.
  • Düngen: Mäßig düngen, da stickstofffixierend – Kompost oder organische Dünger verwenden.
  • Kletterhilfen bereitstellen: Rankgitter, Stäbe oder Drahtnetze – Wicken sind Kletterpflanzen und benötigen Stützen.
  • Pflanzabstand einhalten: 20-30 cm – ausreichend Platz für gesundes Wachstum und Luftzirkulation ermöglichen.
  • Schädlinge & Krankheiten kontrollieren: Regelmäßig überprüfen – bei Befall frühzeitig Maßnahmen ergreifen.
  • Mulchen: Boden mit organischem Material abdecken – Feuchtigkeit bewahren, Unkraut unterdrücken.
  • Fruchtfolge beachten: Nicht in direkter Nachbarschaft zu Erbsen oder Bohnen – Krankheiten vermeiden, Nährstoffkonkurrenz reduzieren.
  • Wicken unterpflanzen: Mit niedrigen Blumen oder Stauden – optische Akzente setzen, Boden bedecken.
  • Schnittmaßnahmen durchführen: Regelmäßiges Auslichten, Entfernen verblühter Blüten – gesundes Wachstum und lange Blütezeit fördern.
  • Überwinterung: Einjährige Wicken entsorgen, mehrjährige Arten schützen – Winterschutz bei empfindlichen Sorten anbringen.
  • Mischkultur nutzen: Wicken in Kombination mit anderen Pflanzen – Bodenverbesserung, Schädlingsabwehr unterstützen.
  • Samenernte: Samenkapseln ernten, wenn sie bräunlich werden – eigene Samen für kommende Saison gewinnen.

Schädlinge und Krankheiten

Bei den kleinsten Veränderungen an den Wicken solltest Du diese auf Schädlinge kontrollieren. Blattläuse saugen den Zellsaft der Pflanzen, was zu welken Blättern und eingerollten Triebspitzen führt. Bei einem Befall sich das Besprühen mit Brennnessel-Jauche sehr bewährt. Hilfreich sind auch natürliche Fressfeinde wie Marienkäfer oder Florfliegenlarven.

Beim Echten Mehltau handelt es sich um einen Schönwetter-Pilz, den du an einem weiß-grauen mehlartigen Belag erkennst. Die betroffenen Pflanzenteile müssen sofort entfernt werden. Danach mit einer Schachtelhalm-Brühe oder einer Mischung aus Frischmilch und Wasser besprühen.

Den Falschen Mehltau erkennst Du an einem weißen Pilzgeflecht auf der Blattunterseite. Dieser Pilz tritt oft nach längeren Regenperioden auf. Befallene Pflanzenteile müssen dann entfernt werden. Diese kannst Du ohne Weiteres über den Kompost entsorgen.

  • Blattläuse: Pflanzensaftsauger, Virenüberträger – natürliche Feinde fördern.
  • Schnecken: Fressen Triebe – Schneckenschutz nutzen.
  • Spinnmilben: Trockenheitsliebend – Feuchtigkeit erhöhen.
  • Erbsenwickler: Schädlicher Schmetterling – Pheromonfallen einsetzen.
  • Mehltau: Pilzbefall – befallene Pflanzenteile entfernen.
  • Wurzelfäule: Staunässe vermeiden, gut durchlässiger Boden.
  • Viren: Übertragung durch Schädlinge – resistente Sorten wählen.
  • Bakterien: Pflanzenabstand einhalten, Luftzirkulation fördern.
  • Nematoden: Bodenleben beachten – Fruchtwechsel, Nematodenbekämpfung.
  • Rostpilze: Gelborange Flecken – befallene Blätter entfernen.
  • Fusarium: Welkekrankheit – Pflanzenreste entfernen, Boden desinfizieren.
  • Verticillium: Welkesyndrom – resistente Sorten, Fruchtwechsel.
  • Anthracnose: Pilzbefall – gute Hygiene, Fungizide.
  • Krebskrankheiten: Wucherungen – betroffene Pflanzenteile abschneiden.
  • Thripse: Winzige Insekten – Gelbtafeln, biologische Bekämpfung.