Wühlmaus bekämpfen: So geht’s

Infos zu Wühlmaus bekämpfen
Um Wühlmäuse im Garten zu bekämpfen, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Wühlmäuse können großen Schaden im Garten anrichten. Denn sie machen sich mit Vorliebe über das Wurzelwerk von verschiedenen Pflanzen wie Blumen, Gemüse und Obstbäumen her. Mit ihren Gängen und Hügeln ruinieren sie zudem den liebevoll gepflegten Rasen. Und wenn die Wühlmäuse erst einmal da sind, können sie sich flott vermehren und so zur echten Plage werden. Doch es gibt Mittel und Wege, wie Du die lästigen Nager vertreibst. Wir erklären, wie Du die Wühlmaus erfolgreich bekämpfen kannst!

Die Wühlmaus ist in Europa weit verbreitet. Und auch wenn die kleinen Nager vielleicht ganz putzig aussehen, möchte sie ein Gärtner nicht in seinem Garten haben. Denn hier können die gefräßigen Tierchen seinen Blumen- und Gemüsebeeten, den Bäumen und dem Rasen mächtig zusetzen.

Nur: Wie lassen sich Wühlmäuse vertreiben? Gibt es Hausmittel, die helfen? Und darf der Gärtner überhaupt die Wühlmaus bekämpfen oder steht sie unter Naturschutz? In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen – und geben Tipps gegen Wühlmäuse im Garten!

Was sollte der Gärtner über Wühlmäuse wissen?

Wühlmäuse sind in Europa heimisch und hier auch weit verbreitet. Andere Namen für die Wühlmaus sind Schermaus, Wollmaus oder Erdratte.

Ein Weibchen hat drei bis vier Würfe und bringt so in ihrem Nest jedes Jahr bis zu 25 Junge zur Welt. Die Vermehrung geht also ziemlich schnell.

Unter der Erde legen Wühlmäuse ein weit verzweigtes System aus Gängen an. Am Ende befinden sich aufgeschüttete Erdhaufen. Und diese Erdhaufen sind meist das erste Anzeichen, das Dir als Gärtner auffällt. Doch bevor Du Maßnahmen ergreifst, musst Du sicherstellen, dass der Haufen tatsächlich von einer Wühlmaus stammt – und nicht von einem Maulwurf. Dazu gleich mehr.

Wühlmäuse sind ziemlich gefräßig, dabei aber reine Vegetarier. Und sie haben durchaus ihre Lieblingsspeisen. So ist ihr bevorzugtes Futter das fleischige Wurzel- und Knollengewebe von Pflanzen wie zum Beispiel Möhren, Sellerie, Kartoffeln, Topinambur oder auch Blumenzwiebeln. Daneben machen sich Wühlmäuse gerne über die zarte Wurzelrinde von Obstbäumen und Rosen her.

Wann ist die beste Zeit, um Wühlmäuse zu bekämpfen?

Wühlmäuse kannst Du grundsätzlich das ganze Jahr über bekämpfen. Die größten Chancen auf einen Erfolg hast Du aber in der kalten Jahreszeit zwischen Herbst und Frühjahr.

Das liegt daran, dass Wühlmäuse auch im Winter aktiv sind. Sie machen also keinen Winterschlaf. Nur finden sie im Winter weniger Futter im Garten. Deshalb greifen sie eher auf Köder zurück. Im Unterschied dazu ist die Auswahl in der Gartensaison so groß, dass die Wühlmäuse Köder oft links liegen lassen.

Die besten Zeiten, um Wühlmäuse zu vertreiben oder zu bekämpfen, sind zum einen der Spätherbst, solange der Boden noch nicht gefroren ist. Und zum anderen das zeitige Frühjahr, wenn die Wühlmäuse noch nicht mit der Vermehrung begonnen haben.

Junge Wühlmäuse suchen sich die ganze Zeit über neue Flächen, wo sie Futter finden. Deshalb solltest Du beim Bekämpfen der Wühlmäuse nicht nur eine bestimmte Ecke im Garten, sondern das ganze Grundstück im Blick haben. Und am besten achtest Du auch auf die Nachbargrundstücke. Denn wenn in Nachbars Garten Wühlmäuse ihr Unwesen treiben, dauert es bestimmt nicht lange, bis sie auch Deinem Garten einen Besuch abstatten.

Wie erkenne ich, ob Wühlmäuse die Schäden im Garten angerichtet haben?

Wenn Du einen oder mehrere Erdhaufen im Garten entdeckt hast, liegt der Verdacht nahe, dass Wühlmäuse zu Gast sind. Doch bevor Du irgendetwas unternimmst, um die Wühlmäuse zu bekämpfen, musst Du sicherstellen, dass hier tatsächlich Wühlmäuse am Werk sind. Die Erdhaufen könnten nämlich auch von Maulwürfen stammen.

Aber: Anders als Wühlmäuse stehen Maulwürfe unter Naturschutz. Maulwürfe darfst Du deshalb bestenfalls vertreiben. Aber Du darfst Maulwürfe nicht fangen und schon gar nicht töten.

Dabei ist die Unterscheidung gar nicht so einfach. Denn beide Tiere legen Gänge im Boden an. Außerdem übernehmen Wühlmäuse gerne die alten, nicht mehr genutzten Gänge von Maulwürfen. Trotzdem gibt es zuverlässige Methoden, wie Du erkennen kannst, um welches Tier es sich handelt.

Genau hinschauen

Zunächst einmal solltest Du Dir den Erdhaufen genau anschauen. Stammt der Haufen von einer Wühlmaus, befindet sich das Loch etwas zur Seite versetzt. War hingegen ein Maulwurf am Werk, endet der Gang unter dem Haufen. Deshalb ist auch das Loch ziemlich in der Mitte.

Außerdem ist der Haufen einer Wühlmaus unregelmäßiger und niedriger als ein Maulwurfshügel. Und die Erde ist feiner und meist mit Wurzelstückchen und kleinen Pflanzenresten vermischt.

Ein weiteres Indiz ist die Form des Ausgangslochs und der Gänge. So verlaufen die Gänge der Wühlmäuse ziemlich gerade durch die Beete und haben einen hochovalen Querschnitt. Im Unterschied dazu sind die Gänge und Löcher von Maulwürfen eher breit als hoch. Außerdem verlaufen ihre Gänge im Zickzack.

Die sogenannte Verwühlprobe

Um herauszufinden, ob die Gänge genutzt werden und wenn ja, von welchem Tier, kannst Du die so genannte Verwühlprobe machen. Dafür stichst Du mit einem Stab im Kreis um den Erdhaufen herum in den Boden. Sackt der Boden ruckartig ein, hast Du einen Gang gefunden.

Mit einem Spaten kannst Du den Gang dann auf einer Länge von 20 bis 30 Zentimetern freilegen. Anschließend legst Du auf beiden Seiten je ein kleines Stückchen Möhre oder Sellerie in den Gang.

Eine Wühlmaus wird das Gemüse annagen und den freigelegten Gang wieder verwühlen. Ein Maulwurf hingegen wird das Gemüse verschmähen und den Gang untergaben. Ist der geöffnete Bereich nach ein paar Stunden wieder verschlossen, weißt Du also, dass eine Wühlmaus im Bau aktiv ist.

Und wie kann ich Maulwürfe vertreiben?

Hast Du einen Maulwurf zu Besuch, wirst Du mit Hausmitteln nicht weit kommen. Und andere Maßnahmen wie Fallen oder Köder darfst Du nicht verwenden. Aber es gibt eine effektive Methode: Lasse Deine Kinder und Deine Haustiere mehrere Tage hintereinander wild im Garten herumtoben. Das Getrampel erschüttert den Boden. Und das stört den Maulwurf so sehr, dass er sich schon bald ein neues Revier suchen wird.

Was hilft gegen Wühlmäuse im Garten?

Wie schon erwähnt, stehen Wühlmäuse nicht unter Naturschutz. Deshalb darfst Du Wühlmäuse sowohl vertreiben als auch bekämpfen. Bleibt nur die Frage, wie Du dabei am besten vorgehst. Du hast nämlich mehrere Möglichkeiten.

Fallen

Zu den effektivsten Methoden im Kampf gegen die Wühlmaus gehören Fallen. Dabei kannst Du klassische Zangenfallen, Kastenfallen oder spezielle Wühlmausfallen verwenden. Damit andere Tiere nicht zum Opfer werden, sind Kastenfallen aber die beste Wahl.

Setzt Du Fallen ein, musst Du systematisch vorgehen:

Deine Gärtnerprüfung: Wie gut bist Du?

Gartenprüfung

  • Suche Dir am besten eine Ecke im Garten aus und statte dort jeden Gang mit einer oder mehreren Fallen aus.
  • Verwendet Du Kastenfallen, solltest Du zwei Fallen so hinstellen, dass ihre Eingänge jeweils voneinander abgewandt sind.
  • Um den Bereich, in dem die Falle steht, wieder lichtdicht zu verschließen, kannst Du ihn mit einem Brett oder einem dunklen Eimer zudecken.
  • Die Fallen musst Du dann mehrmals täglich kontrollieren und immer wieder an der gleichen Stelle aufstellen. Und zwar solange, bis sie leer bleiben.

Köder für die Fallen

Du musst nicht unbedingt Köder verwenden. Allerdings wirst Du mehr Erfolg haben, wenn Du die Wühlmäuse mit Ködern anlockst. Als Köder kannst Du kleine Stücke von geschälter Möhre oder Sellerie nehmen.

Im Fachhandel gibt es auch spezielle Köder für Wühlmäuse, die die Tiere vergiften. Solche Köder sind erlaubt. Ob Du sie nutzen willst, musst Du selbst entscheiden.

Achtung: Wühlmäuse reagieren sehr empfindlich auf Gerüche. Deshalb solltest Du die Fallen und die Köder nie mit bloßen Händen anfassen. Ziehe stattdessen alte Gartenhandschuhe über. Außerdem solltest Du neue Fallen mit etwas Erde einreiben. Neue Metallfallen sind oft mit einem dünnen Film aus Öl überzogen. Wasche diesen Ölfilm mit einem geruchsneutralen Mittel wie Kernseife ab und reibe die Fallen danach mit Erde ein.

Chemie

Im Fachhandel bekommst Du verschiedene chemische Präparate, mit denen Du die Wühlmaus bekämpfen kannst. Ob Du wirklich zu Chemie greifst, solltest Du Dir aber gut überlegen. Zumal Wühlmäuse Präparate wie zum Beispiel Giftweizen ohnehin nur im Winter fressen werden, wenn sie sonst keine andere Nahrung finden. Dafür könnten aber andere Tiere der Chemie zum Opfer fallen.

Ein anderes Mittel ist Wühlmausgas. Es ist auf Basis von Carbid hergestellt. Das Gas wird freigesetzt, wenn das Carbid mit der Feuchtigkeit im Boden reagiert. Durch das Gas werden die Wühlmäuse nicht getötet. Vielmehr vertreibt der Geruch die Nager. Ist der Boden im Garten eher sandig, tritt das Gas aber durch die Poren aus. Deshalb entfaltet es keine großartige Wirkung. Umweltfreundlicher und auch etwas effektiver sind dann schon Rauchmittel auf Basis von Rizinusöl.

Geräusche

Ähnlich wie Maulwürfe mögen auch Wühlmäuse keinen Lärm. Deshalb kannst Du versuchen, eine laut tickende Uhr wie zum Beispiel einen mechanischen Wecker in eine Blechdose zu stecken und im Boden zu vergraben. Oder Du schlägst Metallstangen in den Boden und klopfst mehrmals täglich mit einem Hammer dagegen.

Klappermühlen oder Ultraschallgeräte werden manchmal auch empfohlen. Gleiches gilt für Flaschen ohne Boden, die Du schräg in die Erde eingräbst. Der Wind erzeugt ein Pfeifgeräusch, das die Wühlmäuse in die Flucht schlagen soll.

Alle diese Methoden können eine Wirkung zeigen. Um Wühlmäuse langfristig aus dem Garten zu verbannen, eignen sie sich aber meist nicht. Vermutlich spielt hier die Bodenbeschaffenheit eine Rolle. Denn je lehmiger und fester der Boden ist, desto besser werden Schallwellen übertragen.

Natürliche Verbündete

Ganz ohne Fallen, Krach und Chemie kannst Du Wühlmäuse bekämpfen, wenn Du Dir tierische Hilfe holst. Verbündete im Kampf können zum Beispiel Katzen und Hunde sein. Katzen jagen die Mäuse, während Hunde die Bauten umgraben.

Natürliche Feinde der Wühlmäuse wiederum sind Mauswiesel, Füchse, Mäusebussarde und Eulen. Wieseln kannst Du einen Unterschlupf und ein Jagdrevier in Deinem Garten anbieten, indem Du lockere Haufen aus Steinen oder totem Holz aufsetzt. Für Mäusebussarde und andere Greifvögel kannst Du Sitzstangen aus Holz als Jagdsitze aufstellen. Einfluglöcher und Nistmöglichkeiten in der Scheune oder unter dem Dach des Gartenhauses locken Eulen an.

Wohnst Du auf dem Land, können Dir auch Füchse helfen. Auf ihren nächtlichen Streifzügen jagen sie sehr gerne und überaus erfolgreich Feld- und Wühlmäuse.

Hausmittel

Es gibt verschiedene Hausmittel, die Wühlmäuse vertreiben sollen. Meist handelt es sich dabei um stark riechende Pflanzen.

Ein echter Klassiker ist zum Beispiel Knoblauch. Doch nur weil der Mensch starken Knoblauchgeruch nicht unbedingt mag, trifft das auf die Wühlmaus nicht zu. Ganz im Gegenteil frisst sie sehr gerne Lauch und Zwiebeln von Pflanzen, die eng mit dem Knoblauch verwandt sind.

Auch Pflanzen wie die Kreuzblättrige Wolfsmilch, Kaiserkrone, Hundszunge oder Thuja erzielen oft nicht die erhoffte Wirkung. Ähnlich sieht es aus, wenn Du Nussbaumblätter oder Menschenhaare in die Gänge legst. Wirklich abschrecken lassen sich Wühlmäuse davon häufig nicht.

Effektiver ist da schon, wenn Du in einer Ecke Tulpen oder Topinambur pflanzt. Beides sind absolute Lieblingspflanzen von Wühlmäusen. So kannst Du versuchen, die Tiere in diese Ecke zu locken – in der Hoffnung, dass der Rest des Gartens verschont bleibt.

Einige Hobbygärtner schwören auch auf Brennspiritus oder anderen hochprozentigen Alkohol. Diesen spritzen sie in regelmäßigen Abständen in die Gänge der Wühlmäuse.

Als Extra: Wühlmauskörbe selber machen

Wenn Du vermeiden willst, dass es sich Wühlmäuse in Deinem Garten gemütlich machen, solltest Du ihnen die Nahrungssuche erschweren. Denn wenn sie kein Futter finden, ziehen sie weiter. Und eine sehr effektive Methode, um die Nager von Deinen Pflanzen fernzuhalten, sind Wühlmauskörbe.

Im Fachhandel kannst Du solche Körbe aus Kunststoff kaufen. Allerdings bringen sie oft nicht sehr viel. Denn zum einen sind sie meist zu flach. Und zum anderen können die Wühlmäuse den Kunststoff einfach durchbeißen. Sehr viel effektiver sind Körbe aus Metalldraht. Und sie kannst Du ganz einfach selbst anfertigen. Dafür brauchst Du lediglich:

  • Maschendraht mit einem engmaschigen Drahtgeflecht (maximal 15 mm)
  • Bindedraht
  • Seitenschneider
  • Metermaß

So wird’s gemacht

Grafik zu Wühlmaus bekämpfen
Achte darauf, dass die Seiten gut zusammenhalten, damit sich der Korb nicht öffnet.

Zuerst schneidest Du von Deinem Maschendraht ein Quadrat zu. Je nachdem, wie groß Dein Korb werden soll, nimmst Du als Maß die gewünschte Grundfläche plus die Höhe der Seiten. Soll Dein Korb zum Beispiel einen 20 x 20 cm großen Boden haben und 12 cm hoch werden, schneidest Du vom Maschendraht ein 44 x 44 cm großes Quadrat ab.

Anschließend schneidest Du das Quadrat an zwei gegenüberliegenden Kanten rechts und links jeweils seitenhoch ein. In unserem Beispiel also 12 cm weit. Überstehende Drahtenden an den Schnittkanten kannst Du mit dem Seitenschneider abknipsen.

Dann biegst Du die Seitenwände im rechten Winkel nach oben und die überstehenden Seitenlaschen nach innen.

Wenn Du den Korb geformt hast, bindest Du die Laschen mit Bindedraht an den Seitenwänden an. Dabei muss Dein Korb keine perfekte Form haben. Wichtig ist nur, dass die Seiten gut befestigt sind.

Eine Abdeckung brauchst Du nicht, denn Wühlmäuse kommen nur ungern an die Oberfläche. Und selbst wenn, gelangen Sie durch den hohen Korb nicht an die Wurzeln oder Zwiebeln.

Im Garten hebst Du nun ein Pflanzloch aus, das minimal tiefer ist als Dein Korb. Dort gibst Du dann Deine Blumenzwiebeln, Gemüseknollen oder das Wurzelwerk von Bäumen oder Sträuchern hinein. Anschließend füllst Du die Erde wieder auf, drückst alles gut an und wässerst bei Bedarf. Fertig ist Dein Wühlmaus-Schutz!