Himbeeren pflanzen

Himbeeren
Leckere rote Früchte – Himbeeren © birgitH / pixelio.de

Die Himbeeren gehören wahrscheinlich mit zu den leckersten Pflanzen im Garten. Der Anbau ist einfach und die Pflanzen benötigen auch nicht all zu viel Pflege. Und dennoch haben die Himbeeren einen schlechten Ruf und man findet sie in viel zu wenig Gärten. Wenn dann mal doch welche angebaut werden, oftmals in der hintersten Ecke. Wir möchten Dir zeigen, wie einfach die Kultur der Himbeeren ist. Gerade wenn Du Dich für eine der neuen Züchtungen entscheidest, dann kannst Du Dich über eine ausreichende Ernte bei minimalem Aufwand erfreuen.

Himbeeren pflanzen – der richtige Standort

Die wilden Himbeeren wachsen in der Regel an Waldrändern und an Lichtungen. Bei den Kulturhimbeeren sieht es vom Standortwunsch nicht viel anders aus. Der Platz sollte auf jeden Fall hell sein, denn die Pflanzen benötigen viel Sonne. Sehr günstig ist es außerdem, wenn Du einen windgeschützten Platz hast.

Das richtige Substrat

Die Himbeeren lieben einen humosen und tiefgründigen Boden. Idealerweise liegt der PH-Wert bei 5 bis 6,5. Außerdem sollte der Boden nicht zu dicht sein. Staunässe führt sehr schnell zu Wurzelfäule, und wenn der Boden zu sandig ist, dann mische ihn mit etwas Mulch, denn damit garantierst Du, dass die Feuchtigkeit gleichmäßig gehalten wird.

Das Pflanzen der Himbeeren

Wichtig beim Himbeeren pflanzen ist das Gerüst zum Halten der Pflanzen. Hier kannst du verschiedene Arten von Gerüsten ausprobieren. Im ersten Schritt musst Du den Boden komplett von Unkraut befreien, denn dies fördert die Ausbildung der gefürchteten Rutenkrankheit. Himbeeren werden in Reihen mit einem Abstand von 1,25 bis 1,50 m gepflanzt. Zwischen den Pflanzen sollte ein Abstand von 40 – 50 cm sein. Zu lange und verletzte wurzeln kannst Du gleich abschneiden. Die Ruten der Himbeeren kürzt Du dabei auf 30 – 50 cm ein und stellst die Pflanzen vor dem Einpflanzen für 2 Stunden in Wasser. Etwa alle 10 Jahre sollte Du neue Himbeeren pflanzen.

Sommerhimbeeren müssen im August bis Oktober gepflanzt werden.

Das Gießen und Düngen

Himbeeren mögen weder Trockenheit noch zu viel Nässe. Hier ist also ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Vermeide es die Blätter zu begießen, denn das fördert den Pilzbefall. Am Anfang sollten die Himbeeren täglich gegossen werden, damit sie gut anwachsen. Im April und im Juni solltest Du die Himbeeren düngen. Es reichen hier ca. 50 g Volldünger pro Quadratmeter Pflanzen. Der Dünger sollte kalkfrei sein, denn Kalk behindert die Wuchs- und Ertragsleistung.

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Die unterschiedlichen Sorten

Da es so viele verschiedene Sorten an Himbeeren gibt, kannst Du eine lange Erntezeit in Deinem Garten erzielen. Du hast unter anderem die Auswahl unter den

  • einmal tragenden Sommerhimbeeren Sanibell, Glenn Ample, Malling Promise, Malling Exploit
  • Spät reifende Herbsthimbeeren Autumn Best, Polka, Zefa, Schönemann, Heritage
  • Zwo-Timer-Himbeeren wie Sugana
  • Virustolerante Sorten wie Meeker, Rutrago, Rumiloba

Der Schnitt

Der Schnitt ist beim Himbeeren sehr wichtig. Beim Schneiden lässt Du 7 – 8, aber höchstens 10 Ruten stehen. Den Rest schneidest du direkt bis auf den Boden ab. Auch alle schwachen Ruten solltest Du hierbei entfernen. Den Schnitt planst du dann, wenn die Ruten eine Höhe von 20 – 30 cm erreicht haben. Abgetragene Ruten werden sofort entfernt, denn sie sind ein Infektionsrisiko. Bei den Herbsthimbeeren schneidest Du im Winter komplett bis auf 3 cm alles ab.

Krankheiten und Schädlinge

Gerade bei falschem Standort treten oft Pilz- und Viruserkrankungen auf.

  • Die Rote Wurzelfäule erkennst Du an einem mangelnden Austrieb der Ruten. Die komplette Pflanze kann hier absterben.
  • Die Rutenkrankheit ist an blau-violetten Flecken zu erkennen, die sich schnell ausbreiten. Beeren werden nicht gebildet. Vorbeugen kannst Du hier, indem Du nicht zu viele Ruten stehen lässt.
  • Blattläuse, Spinnmilben und Gallmilben kannst Du mit einem Wasserstrahl absprühen oder Du besprühst die Himbeeren mit einer Brennnessel-Jauche.
  • Gelbe Blätter deuten auf einen Magnesiummangel hin. Hier hilft ein magnesiumhaltiger Dünger.

Inhaltsstoffe und Verwendung der Himbeeren

Die Blätter er Himbeeren enthalten Vitamin C, Gerbstoffe, Fruchtsäuren und Flavonoide aus den Blättern kann man wunderbar einen Tee herstellen.

Die Früchte enthalten zudem jede Menge an Kalium, Kalzium, Magnesium, Vitamin C und auch Flavonoide

In der Medizin werden Himbeeren als Heilmittel bei Gelenkschmerzen eingesetzt. Die Himbeeren wirken entzündungshemmend, schweißtreibend, sie stärken das Immunsystem und wirken bei Durchfall, Magenentzündung, Verstopfung und auch bei Skorbut.

Himbeertorte
Erfrischende Himbeertorte © gänseblümchen / pixelio.de

Himbeeren kannst Du entweder direkt vom Strauch roh essen oder aber Du stellst daraus Saft, Marmeladen und Gelees her. Aber auch ein leckerer Himbeerwein oder ein Likör kannst Du aus den Himbeeren machen. Himbeeren eignen sich in der Küche zum Backen oder für Kompott.