Der richtige Erntezeitpunkt für Gemüse

Erntezeit
Erntezeit © Dorothea Jacob / pixelio.de

Bei der Ernte von Obst und Gemüse aus Deinem Garten spielt nicht nur der Reifegrad eine wichtige Rolle, sondern auch die Tageszeit. Gerade wenn es um den Vitamingehalt und den guten Geschmack geht, solltest Du diese Regeln beachten.

Der optimale Erntezeitpunkt

Bei den vielen Gemüsearten in Deinem Garten ist es sicherlich nicht immer einfach, den optimalen Erntezeitpunkt zu finden. Als Grundregel kannst Du Dir aber merken, dass Du Frühgemüse nicht zu spät ernten solltest. Du hast zwar einen höheren Ertrag, der aber auf Kosten des Geschmacks geht. So werden gerade Kohlrabi je nach Sorte schnell holzig und Erbsen werden mit zunehmendem Reifegrad mehlig im Geschmack. Möchtest Du Freilandgurken einlegen, dann solltest Du sie ernten so lange sie noch klein und zart sind.

Bei den späten Gemüsesorten hingegen wirkt sich die späte Ernte positiv auf den Geschmack aus. Gerade Rosenkohl oder Grünkohl, welche ja winterhart sind, bekommen ihren guten Geschmack erst, wenn sie die ersten knackigen Nachtfröste hinter sich haben. Viele Wurzelgemüse wie Möhren und Rettich schmecken deutlich besser, je länger du sie wachsen lässt. Schwarzwurzeln und Pastinaken kannst Du mit einer Schutzauflage aus Stroh sogar den ganzen Winter über im Boden lassen und so jederzeit über erntefrisches Gemüse verfügen.

Um den richtigen Reifegrad festzustellen, gibt es zum Beispiel bei Zwiebeln, Blumenkohl, Kürbis und vielen anderen Gemüsesorten einen kleinen Trick. Sobald das Laub vergilbt und umknickt, sind Zwiebeln erntereif. Kohlrabi solltest Du immer dann ernten, wenn die Knollen etwa so groß wie ein Tennisball sind. Beim Blumenkohl hingegen sollten die Röschen noch geschlossen sein und den Reifegrade beim Kürbis erkennst Du bei der Klopfprobe. Wenn die Frucht hohl klingt, dann ist sie reif für die Ernte.

Die richtige Tageszeit für die Ernte

Auch die richtige Tageszeit spielt eine große Rolle bei der Ernte. Am späten Nachmittag solltest Du generell Bohnen, Rote Bete, Salat, Möhren oder auch Mangold ernten, denn dann ist der Vitamingehalt des Gemüse am Höchsten sowie der Anteil am schädlichen Nitrat sehr niedrig. Würzkräuter solltest Du bereits am frühen Morgen schneiden, denn sie verlieren im Laufe des Tages deutlich an Aroma.

Gerade wegen der hohen Nitratbelastung sollte Gemüse erst am Nachmittag oder am Abend geerntet werden. Dies hat folgenden Grund. Nitrat ist ein wichtiger Nährstoff, den die Pflanzen zur Eiweißbildung benötigen. Dazu benötigen die Pflanzen aber auch Licht. Während des Tages baut sich so der Nitratwert ab. In der Nacht nimmt das Gemüse das Nitrat dann wieder aus dem Boden auf.

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Wenn du das Gemüse aus Deinem Garten kurz vor Verzehr erntest, dann ist dies natürlich am besten und da spielt die Tageszeit natürlich keine Rolle. Willst Du das Gemüse hingegen einige Zeit lagern, dann solltest Du morgens ernten, denn dann ist das Gemüse noch prall und hält sich länger. Gerade Blattsalate sind nach einem Tag intensiver Sonnenbestrahlung schlapp und wirken unappetitlich. Wenn Du Dir wegen des Nitratgehaltes Gedanken machst, dann solltest Du nitratreiche Gemüse wie Spinat oder Rucola nicht täglich auf Deinem Speiseplan stehen haben.

Ist für Dich der Vitamin- und Mineralstoffgehalt der Gemüse wichtig, dann spielt die Tageszeit der Ernte kaum eine Rolle. Studien haben hier ergeben, dass der Gehalt an Vitaminen und Mineralien auch nach einem Wasserverlust über den Tag hin konstant bleibt. Gerade das Vitamin C ist hier sehr stabil. Somit ist im Hinblick auf den Vitamin- und Mineralstoffgehalt nicht die Tageszeit wichtig, sondern viel mehr der Reifezeitpunkt.

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reife Tomaten
reife Tomaten © Dorothea Jacob / pixelio.de

Tomaten sind je nach Sorte zwischen Juni und Oktober erntereif. Hier pflückst Du natürlich nur die roten und reifen Früchte, denn Tomaten können nur kurzzeitig gelagert werden.

Gurken kannst Du schon rund 2 Wochen nach der Blüte ernten. Dabei sollte die Schale der Gurken gleichmäßig grün und glatt sein. Gurken solltest Du immer vorsichtig abschneiden, damit Du das zarte Gemüse nicht verletzt.

Frühkartoffeln kannst Du bereits Anfang Juni ernten, wenn sich die ersten Blüten an den pflanzen zeigen. Frühkartoffeln lassen sich schlecht lagern, daher solltest Du nur immer so viele Kartoffeln ernten, wie Du gerade benötigst. Den Rest lässt Du in der Erde.

Frühe Karotten solltest Du ernten so lange sie noch jung und zart sind. Die älteren dagegen kannst Du länger in der Erde belassen, damit sie für die Lagerung im Winter besser haltbar sind.

Radieschen kannst Du schon nach 4 Wochen ernten. Die frühen Sorten benötigen ca. 1-2 Wochen länger. Mit der Ernte solltest Du nicht zu lange warten, denn sonst werden die Knollen schnell holzig, was sich dann wiederum negativ auf den Geschmack auswirkt.

Salat solltest Du nur ernten, wenn es trocken ist. Ideal ist hier er sonnige Nachmittag. Je nach Sorte erntest Du den ganzen Kopf oder nur einzelne Blätter.

Bereits nach 8 Wochen kannst Du die ersten Bohnen ernten. Dazu schneidest oder die knipst Du die Hülsen einfach ab. Danach solltest Du regelmäßig 2 – 3-mal die Woche bis in den Herbst hinein ernten, denn dann wachsen immer wieder neue Hülsen nach.

Zucchini kannst Du je nach Sorte bereist nach rund 8 Wochen ernten. Die länglichen Früchte sollten hier eine Größe von 15 – 20 cm aufweisen. Bei regelmäßiger Ernte bilden sich immer wieder neue Blüten und Du hast laufend frische Zucchini.

Auberginen erntest Du halb reif mit Stiel und Blütenkelch. So ist sichergestellt, dass die Samenkörner im Inneren der Frucht noch weich und weiß sind.

Paprika und Peperoni wachsen zwar schnell, benötigen aber eine lange Zeit zur Reife. Je nach Sorten kann das sogar Wochen dauern.