Kirschbaum pflanzen

Kirschbaum
Kirschen und Kirschblüten © Joujou / pixelio.de

Kirschbäume im Garten erfreuen sich sehr großer Beliebtheit. Dabei ist es vollkommen egal, ob Du dich für die Süßkirschen oder die Sauerkirschen entscheidest. Beide Arten gehören zur Familie der Rosengewächse und haben jede für sich ihren ganz besonderen Reiz. Ein Süßkirschbaum kann durchaus bis zu 30 m hoch werden. Sauerkirschen hingegen werden hier nur 10 m hoch und wachsen zum Teil auch als Büsche. Entscheidest Du Dich für einen Süßkirschbaum, solltest Du hier durchaus an die Zukunft denken, dann Süßkirschbäume bekommen im Alter eine sehr ausladende Krone.

Unterschiede von Süß- und Sauerkirschen

Es hier natürlich nicht nur der Geschmack, der den Unterschied zwischen den beiden Kirschsorten ausmacht. Süßkirschen haben oftmals größere Laubblätter als die Sauerkirschen. Die Früchte der Süßkirschen sind größer als die Sauerkirschen. Süßkirschen bekommen einen fruchtig süßen Geschmack, während Sauerkirschen auch ausgereift meist sehr sauer sind. Die Blätter der beiden Kirscharten sind länglich, am Rand gesägt und mattgrün. Das Laub bildet sich erst nach der Blüte im Mai oder Juni. Die Blüten stehen bei beiden Sorten in Büscheln an den Ästen und leuchten während des gesamten Mai und Juni weit in die Natur. Die Blütenfarbe ist hierbei weiß, wobei die Zierkirschen auch rosa blühen können und einen dekorativen Blickfang im Garten ergeben. Nach den Blüten bilden die Bäume ihre typischen Steinfrüchte aus, die je nach Sorten in den unterschiedlichsten Farben leuchten. Je nach Wetterlage reifen die Früchte zwischen Juni und Juli. Sauerkirschen sind in der Regel etwas später reif.

Einen Kirschbaum pflanzen – der richtige Standort

Die beste Lage für das Kirschbaum pflanzen sind vollsonnige Lagen, denn hier bilden die Bäume viele Blüten und später auch Früchte aus. Ausgewachsene Bäume können es hier durchaus auf über eine Million an Blüten bringen. Der Boden sollte locker, nährstoffreich und mittel- bis tiefgründig sein.

Pflanzen solltest Du Deinen Kirschbaum im zeitigen Frühjahr. Je nachdem wie hoch der Kirschbaum werden soll, benötigst du eine Umkreis von 5 m Platz rund um den Baum. So ist sichergestellt, dass er auch später noch ausreichend Licht und Luft bekommt.

Das Pflanzloch beim Kirschbaum pflanzen, sollte der Größe des Wurzelballens entsprechen. Beim einpflanzen musst du unbedingt darauf achten, dass die Veredlungsstelle des Kirschbaums etwa 10 cm über dem Erdboden bleibt. Jetzt kannst du das Pflanzloch mit Erde auffüllen, festtreten und kräftig angießen. Bei jungen Kirschbäumen solltest Du einen Pfahl als Stützte zur Seite stellen, damit der junge Baum Wind und Sturm standhalten kann.

Die richtige Pflege und der Schnitt

Dem Pflanzloch solltest Du schon beim Einpflanzen ausreichend Kompost beimischen. Den Boden rund um den Kirschbaum bedeckst Du mit Mulch, denn dies gewährleistet, dass die Feuchtigkeit besser gehalten wird. Bereits wenn die Kirschbäume blühen, solltest Du sie mit Vogelnetzen schützen, denn gerade die Süßkirschen stellen eine Delikatesse für die Vögel dar.

Deine Gärtnerprüfung: Wie gut bist Du?

Gartenprüfung

Der Schnitt ist beim Kirschbaum unerläßlich. Der Mittelast wird hierbei um etwa ein Drittel gekürzt. Achte darauf, dass der Mittelast ca. 20 cm länger ist als die Seitentriebe. Die weiteren Triebe werden dann an der Basis entfernt. Solltest du unsicher sein, dann empfiehlt sich ein Obstbaum-Schnittkurs im Fachhandel oder bei einem Obstbauern.

Die Ernte

Je nach Sorte reifen die Kirschen innerhalb weniger Tage und sollten dann auch zügig geerntet werden. Ansonsten fallen sie ab und faulen.

Krankheiten und Schädlinge

Die bekannteste Krankheit an Kirschen ist die Monilia. Sie äußert sich als Spitzendürre oder mit der Monilia-Fruchtfäule. Auslöser dieser Erkrankung ist ein Pilz, der nur schwer zu bekämpfen ist. Entdeckst Du ihn früh genug, dann kannst Du befallene Pflanzenteile entfernen und vernichten. Eine Behandlung mit chemischen Mitteln aus dem Fachhandel ist meist unumgänglich.

Oft beobachtet man auch die Schrotschusskrankheit an Kirschbäumen. Die Blätter sind dabei durchlöchert. Auslöser ist auch hier ein Pilz. Wird er nicht behandelt, dann wachsen die Früchte verkrüppelt und haben Flecken. Befallene Pflanzenteile solltest du entfernen und vernichten. In der Regel muss eine Fungizid-Behandlung folgen.

Gelegentlich werden Kirschbäume auch vom Apfelwickler befallen.

Möchtest Du natürlich gegen die Erkrankungen und Schädlinge vorgehen, dann kannst Du im zeitigen Frühjahr alle 14 Tage mit einem Knoblauch- oder Meerrettichsud die Kirschbäume besprühen.

Inhaltsstoffe und Verwendung der Kirschen

konservierte Kirschen
Leckerer Vorrat – eingekochte Kirschen © Maja Dumat / pixelio.de

Kirschen enthalten sehr viel Kalium, Eisen, Phosphor, Folsäure und Vitamine. Durch die bioaktiven Inhaltsstoffe werden Kirschen gerne bei Herzkreislauferkrankungen und bei Krebs empfohlen.

Kirschen sind vielfältig in der Verwendung. Du kannst daraus Säfte, Marmeladen, Gelees und auch Kompott herstellen. Kirschen lassen sich sehr gut zum Backen verwenden. Sowohl Süß- als auch Sauerkirschen kannst Du in Gläsern konservieren. Zum einfrieren eignen sich nur Sauerkirschen. Süßkirschen werden beim Auftauen matschig und schmecken wässerig.

Unbedingt beachten!

Solltest du einmal zu viel Kirschen gegessen haben – mehr als 1 Pfund, dann solltest du danach nicht zu viel Wasser trinken. Auf den Schalen der Kirsche befindet sich ein Hefepilz, der normalerweise von der Magensäure abgetötet wird. Durch das Trinken von Wasser wird die Magensäure aber verdünnt und kann nicht mehr ausreichend wirken. Die Folge sind dann heftige Bauchschmerzen. Übrigens kennen sicherlich viele diesen Rat von ihrer Großmutter, die schon immer vor Wasser und Kirschen warnte. Allerdings aus anderen Gründen.