Meerrettich pflanzen

Meerrettich
Pfahlwurzeln des Meerrettich © H.D.Volz / pixelio.de

Im Garten fällt der Meerrettich mit seinen imposanten Blättern und einer Höhe von bis zu 120 cm inklusive der weißen Blüten bestimmt jedem ins Auge. Bei der Pflanze sind aber nicht die Blätter oder die Blüten die Delikatesse, sondern die dicken Pfahlwurzeln, die im Inneren weiß sind. Gerieben ergeben sie eine köstliche Würze für viele Gerichte. In den südlichen Regionen von Deutschland und auch in Österreich ist Meerrettich als Kren bekannt. Die Pflanze ist unkompliziert im Anbau, sodass immer mehr Gartennutzer Meerrettich Pflanzen in ihrem Garten kultivieren.

Der Anbau der Meerrettich Pflanzen

Die Pfahlwurzel des Meerrettich entwickelt mehrere Seitenwurzeln, die man auch Fechser nennt. Diese Fechser werden im März oder April schräg in die Erde gepflanzt. Das obere Ende sollte hierbei ca. 5 cm mit Erde bedeckt sein. Möchtest Du mehrere Meerrettich Pflanzen in Deinem Garten kultivieren, dann solltest Du auf einen Pflanzabstand von 40 – 50 cm achten. Zwischen den Reihen sollte ein Abstand von 60 – 80 cm gewahrt werden. Auch wenn dies auf den ersten Blick sehr groß klingt, ist der Abstand wichtig, da die Meerrettich Pflanzen stark wuchern. Da Meerrettich generell stark wuchert, solltest Du den einzupflanzenden Fechser in einen Eimer mit Löchern stellen und diesen dann eingraben. Dies verhindert, dass sich die Meerrettich Pflanzen unkontrolliert ausbreiten.

Der Boden für Deine Meerrettich Pflanzen sollte nährstoffreich, humos und leicht sandig sein. Liebst Du den scharfen Meerrettich, dann ist saurer und magerer Boden genau die richtige Basis. Der ideale PH-Wert des Bodens sollte bei 6-7 liegen. Etwa 4-6 Wochen vor dem Meerrettich pflanzen solltest Du den Boden mit Stallmist oder Kompost anreichern. Nach dem Pflanzen müssen die Meerrettich Pflanzen gut angegossen werden.

Damit die Fechser im richtigen Winkel in den Boden kommen, gibt es im Fachhandel den Krenstecher. Dieser sorgt für den richtigen Pflanzwinkel, denn wenn dieser nicht stimmt, schießt der Meerrettich ins Kraut und die Bildung der Pfahlwurzel bleibt aus.

Die Pflege der Meerrettich Pflanzen

Die Pflege des Meerrettich erfordert nicht viel Aufwand. Wichtig sind hierbei nur wenige Dinge.

  • Regelmäßiges Gießen
  • In Trockenperioden täglich gießen
  • Mai/Juni das Beet mit Kompost anreichern
  • Unkraut regelmäßig jäten
  • Regelmäßig die Seitentriebe entfernen, damit die Pfahlwurzel sich gut ausbildet

Die Ernte

Wenn die Blätter der Meerrettich Pflanzen verwelken, bedeutet dies für dich, dass die Wurzeln ihr Wachstum eingestellt haben und Du mit der Ernte beginnen kannst. In der Regel wird dies ab September oder Oktober der Fall sein. Meerrettich sollte übrigens nur in den Monaten geerntet werden, die ein ‚r‘ enthalten.

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Die Lagerung

Es gibt zwei Möglichkeiten Meerrettich zu lagern. Wenn die geernteten Stangen gewaschen sind, dann kannst Du sie maximal 4 Wochen im Gemüsefach des Kühlschrankes lagern. Die Stangen sollten hierbei in Alufolie eingewickelt sein. Ungewaschene Stangen können mehrere Monate an einem kühlen Ort in einer Kiste mit Sand gelagert werden.

Meerrettich in der Mischkultur

Meerrettich eignet sich in Deinem Garten perfekt zur Mischkultur. Die idealen Nachbarn hierbei sind Kartoffeln, Salat, Tomaten, Möhren, Petersilie, Dill, Fenchel und auch Obstgehölze. Pflanzt Du zum Beispiel Meerrettich an die Ecken Deines Kartoffelbeetes, dann werden perfekt die Nacktschnecken vom Kartoffelbeet ferngehalten. Unter einem Kirschbaum beugt der Meerrettich der Monilia-Spitzendürre vor.

Krankheiten und Schädlinge

Die Meerrettich Pflanzen sind leider nicht vor Krankheiten gefeit. Sehr verbreitet ist hierbei der Erdfloh. Die Larven graben sich dabei in den Boden und fressen die Wurzeln an. Zur Vorbeugung kannst Du hier nur regelmäßig wässern und immer wieder frischen und feuchten Mulch verteilen.

Ernsthaften Schaden richtet die Meerrettich-Schwärze an. Dabei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die zuerst die Blätter vertrocknen lässt und danach Fäulnisstellen an den Wurzeln bildet. Bisher gibt es noch keine wirksamen Mittel gegen diese Pilzerkrankung. Du musst also die betroffenen Meerrettich Pflanzen sofort entfernen und entsorgen.

Der schlimmste Schädling der Meerrettich Pflanzen ist der Kohlweißling. Der nur 50 mm große Falter wird erst im zweiten Jahr seiner Generation für den Meerrettich gefährlich. Die Larven des Falters fressen das Laub des Meerrettichs komplett ab. Dadurch verkümmern und faulen die Wurzeln. Hilfreich sind hier nur Netze, die Du über den Meerrettich spannst. Vorbeugend kannst du auch mit niemhaltigen Spritzmitteln arbeiten oder Thymian zwischen den Meerrettich pflanzen. Die Raupen des Kohlweißling solltest Du täglich absammeln.

Verwendung

leckeres Gericht
Tafelspitz mit Meerrettich und Kartoffeln © w.r.wagner / pixelio.de

Zur Verfeinerung von Speisen ist Meerrettich sicherlich den meisten bekannt. Dass Meerrettich aber auch eine ausgeprägte Heilwirkung hat, wissen leider die wenigsten Menschen. Die scharfe Wurzel kann erfolgreich bei allerlei Infektionskrankheiten eingesetzt werden. Sie ist sogar hilfreich im Kampf gegen Grippeviren und sollte daher in keiner Hausapotheke fehlen. Dazu werden die Meerrettich Wurzeln gerieben, was gerade für die Nebenhöhlen schon eine gute Therapie ist. Die ätherischen Öle steigen sofort in die Nase und reizen zu Tränen. Geriebener Meerrettich ist auch eine gute Hilfe bei Insektenstichen oder bei Zahnschmerzen. Hartnäckiger Husten, Kopfschmerzen und auch neuralgische Schmerzen können gut mit einer Meerrettich-Auflage behandelt werden.