Einen Garten anlegen

Der erste Spatenstich
Den Garten planen © Peter Smola / pixelio.de

Immer öfter träumen heute die Menschen von einem eigenen kleinen Garten, in dem sie ihr Gemüse selbst anpflanzen können. Selber Gemüse anzupflanzen hat viele Vorteile. Zum einen weiß man genau, welche Dünger man genutzt hat und wie stark die Belastung durch Rückstände derselbigen ist und zum anderen macht es viel Spaß, wenn man sieht, wie alles wächst und gedeiht. Hat man Kinder, dann ist die Freude gleich doppelt so groß. Gerade die Kleinen freuen sich über jedes Pflänzchen, das anwächst und wenn dann die erste Ernte ansteht, ist die Freude oft grenzenlos.

 

 

 

 

Erst mal planen – dann Garten anlegen

Bevor es mit dem Pflanzen losgeht, sollten Sie genau planen, was Sie später ernten wollen und wie groß die einzelnen Beete sein sollen. Gerade die Größe der Beete ist wichtig, damit Sie wissen, wie viel Saatgut Sie denn kaufen müssen. Als äußerst sinnvoll hat sich eine Beetbreite von ca. 1,30 m erwiesen, denn hier kann man bequem von beiden Seiten aus die Beetmitte erreichen. Natürlich können Sie die Beetbreite auch selbst bestimmen. Dazu gehen Sie in die Hocke und markieren die Stelle, die Sie mit den Händen noch bequem erreichen. Diese Stelle wäre dann die Mitte des Beetes.

Sie sollten auch die Wege zwischen den Beeten nicht vergessen. Man rechnet hier eine durchschnittliche Breite von 30 cm. Als nächstes sollten Sie entscheiden, ob sie diese Wege befestigen oder gar als Trampelpfad belassen. Ein befestigter Weg hat den Vorteil, dass man hier auch mal ohne schmutzige Schuhe das Gemüse ernten kann. Fällt Ihre Entscheidung für einen unbefestigten Weg, dann sollten Sie diesen mit Rindenmulch oder Holzhäcksel ausstreuen. Als Hauptweg im Garten rechnet man mit einer Breite von 80 cm, damit man hier auch eine Schubkarre bequem abstellen kann. Dieser Hauptweg sollte aus dem Grund auch gepflastert sein.

Als nächstes kommen die Beeteinfassungen. Dadurch sind die Beete leicht erhöht. Für die Beeteinfassungen können witterungsbeständige Holzbohlen oder auch Beton-Kantsteine genutzt werden. Sollten ungewöhnlich viele Schnecken in Ihrem zukünftigen Garten unterwegs sein, dann bietet sich eine Einfassung mit einem stabilen Schneckenzaun an.

Die Fruchtfolge, der Fruchtwechsel und die Mischkultur

Die Beete sind eingeteilt und die Wege markiert bzw. befestigt. Jetzt geht es an die eigentliche Anbauplanung. Als Erstes sollten Sie sich darüber im Klaren sein, welches Obst und Gemüse Sie anpflanzen möchten. Dazu legen Sie sich eine Liste an und bestimmen hierbei gleich die zukünftige Beetgröße. Diese Liste wird in zwei Gruppen unterteilt. Das sind zum einen die Hauptkulturen, also Pflanzen mit einer langen Wachstumszeit. Hierzu zählen Kartoffeln, Möhren, Zuckermais und Gurken. Die zweite Gruppe umfasst die Vor- und Nachkulturen. Hierzu gehören Winterporree, Buschbohnen, Feldsalat, Spinat, Kohlrabi und Radieschen.

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Gartenprüfung

Kombination der Kulturen

Dies bedeutet, dass jede Hauptkultur mit einer Vor- oder Nachkultur kombiniert wird. Sie haben also die Möglichkeit eine Gemüseart mit kurzer Kulturzeit zu pflanzen oder zu säen und dann die Hauptkultur zu pflanzen. Dies funktioniert natürlich auch umgekehrt. Spinat ist hierbei eine gute Vorkultur für Möhren. Buschbohnen hingegen setzt man als Nachkultur zu Kartoffeln. So sieht es auch mit dem kälteunempfindlichen Feldsalat aus, den man erst nach der Kartoffelernte sät. Selbstverständlich muss man auch auf den unterschiedlichen Nährstoffbedarf der Pflanzen achten. Kartoffeln, alle Kohlarten, Kürbis und Zucchini gehören zu den Starkzehrern. Einen mittleren Nährstoffbedarf haben Paprika, Rettich, Stangenbohnen, Gurken, Lauch und auch Tomaten. Mit wenig Nährstoffen kommen Erbsen, Feldsalat, Kopfsalat, Radieschen und Zwiebeln aus.

Der Fruchtwechsel

Sie müssen unbedingt auf den Fruchtwechsel in den Beeten achten. Für die meisten Gemüsearten gilt, dass die Anbaufläche jährlich gewechselt werden soll. Mit dieser Methode beugen Sie Schädlingen und Krankheiten vor. Außerdem verhindert der Fruchtwechsel auch, dass der Boden einseitig ausgelaugt wird.

Die Mischkultur

Brokkoli neben Paprika
So kann eine Mischkultur aussehen © Albedo / pixelio.de

Langjährige Erfahrungen im Gärtner haben gezeigt, dass die Mischkultur ideal für den Anbau ist. Zum einen werden die Nährstoffe im Boden besser ausgenutzt und zum anderen schützen sich die Pflanzen gegenseitig. Als gute Partner haben sich Möhren und Zwiebeln, Feldsalat und Kohlrabi oder Tomaten und Paprika erwiesen. Der Möhrenduft vertreibt hier die Zwiebelfliege und der Zwiebelgeruch vertreibt die Möhrenfliege.

Aussaattermine

Gerade Anfänger sollten sich die Aussaattermine in einem Kalender notieren, damit der richtige Zeitpunkt nicht verpasst wird. Je nach Witterung können sich diese Termine aber um ca. 2 Wochen verschieben.

Saatgut kaufen

Saatgut sollte jedes Jahr frisch gekauft werden. Sie sollten auch auf Saatgut von namhaften Herstellern achten. Selbst geerntete Samen eignen sich nicht wirklich für die Aussaat, denn das gekaufte Saatgut ist in der Regel F1-Saatgut, das einem Qualitätsverlust deutlich vorbeugt. Ihre Arbeit soll ja nicht umsonst gewesen sein. Haben Sie noch altes Saatgut vom Vorjahr, dann machen Sie vor der Aussaat erst eine Keimprobe. Dazu legen Sie auf einen Teller ein mit Wasser getränktes Küchentuch und streuen einige Körner der Saat darauf. Der Teller muss jetzt mit Frischhaltefolie abgedeckt und auf die Fensterbank gestellt werden. Nach wenigen Tagen sollten die Samen keimen. Sie erkennen dann, wie gut das Saatgut noch ist. Gehen etwa die Hälfte der Körner auf, können Sie das Saatgut noch verwenden, sollten aber etwas dichter säen. Bei weniger aufgegangenen Samen sollten Sie sich lieber neues Saatgut besorgen.