Netzwanzen bekämpfen

Netzwanze
Netzwanze © de.wikipedia.org

Als Gärtner ärgerst Du Dich sicherlich auch über abgefressene Blätter oder vertrocknete Knospen. Zu den bekannten Schädlingen sind jetzt noch neu dazu gekommen. So tritt zum Beispiel an der Lavendelheide seit einigen Jahren das Schadbild der aus Japan eingeschleppten Andromeda Netzwanze auf.

Die Netzwanzen

Weltweit gibt es über 2000 Arten der Netzwanzen. Du erkennst diese Schädlinge aus der Wanzenfamilie an den namensgebenden netzartigen Flügeln. Man nennt diese Schädlinge manchmal auch Gitterwanzen. Eine ganz besondere Art hat sich in den letzten Jahren hier in Deutschland breit gemacht und befällt bevorzugt die Rhododendron und viele der Pieris-Arten. Die Rede ist hier von der Andromeda Netzwanze.

Diese Art der Netzwanzen ist ursprünglich in Japan heimisch, wurde ab in den 90 er Jahren von den Niederlanden aus nach Europa und Nordamerika eingeschleppt. Seit 2002 ist die Wanze auch in Deutschland nachgewiesen. Du kannst die Andromeda Netzwanze sehr leicht mit Amerikanischen Rhododendren-Netzwanze oder auch mit der heimischen Stephanitis oberti verwechseln. Die Andromeda Netzwanze trägt ein deutliches schwarzes X auf ihren Flügeln und sie ist im vorderen Flügelbereich braun gezeichnet.

Besonderheiten der Netzwanzen

Netzwanzen haben eine große Besonderheit. Sie binden sich an eine oder aber an sehr wenige Futterpflanzen. Dies bedeutet, dass sie sich auf eine ganz bestimmte Pflanzenart spezialisieren und dort dann auch gehäuft auftreten. Durch dieses Verhalten und ihre daraus resultierende massenhafte Vermehrung sind sie eine starke Belastung für diese Pflanzen und werden somit zum Schädling. Die Andromeda Netzwanze bevorzugt in erster Linie die Lavendelheide (Pieris), Rhododendron und Azaleen. Die heimischen netzwanzen haben sich dagegen auf Heidekrautgewächse spezialisiert, sind mittlerweile aber auch immer häufiger auf den Rhododendren anzutreffen.

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Der Lebenszyklus und das Verhalten der Netzwanzen

Die kleine Netzwanzen erreichen eine Größe von nur 3 – 4 Millimeter und sind im Allgemeinen sehr träge. Obwohl sie fliegen können, sind sie doch eher ortstreu. Am liebsten haben sie sonnige und trockene Standorte. Die Wanzen sitzen bei den Pflanzen meist an der Blattunterseite. Die weiblichen Tiere legen mit einem Stachel im Herbst ihre Eier direkt in das junge Pflanzengewebe, das entlang der Blattmittelrippe liegt. Das dabei entstehende Loch wir mit einem Kottröpfchen verschlossen. In diesem Eistadium überdauern die Tiere den Winter. Zwischen April und Mai schlüpfen dann die wenigen Millimeter großen Larven. Diese Larven sind stachelig und haben keine Flügel. Erst nachdem sie sich viermal gehäutet haben, entwickeln sie sich zu dem erwachsenen Insekt.

Das Schadbild der Netzwanzen

Schadbild Netzwanze
Schadbild Netzwanze © rhodo.de

Die ersten Anzeichen für einen Wanzenbefall bemerkst Du an gelben Blattverfärbungen. Findest Du dann noch dunkle Kotflecken auf den Blattunterseiten, ist dies ein deutliches Zeichen für einen Wanzenbefall. Die Blätter bekommen durch das Saugen an den pflanzen helle Sprenkel, die im Laufe der Zeit immer größer werden und dann ineinander verlaufen. Das betroffene Blatt verfärbt sich gelb, rollt sich nach unten an und fällt schließlich ab. Handelt es sich um einen sehr starken Befall, dann kann dies zur Verkahlung der gesamten Pflanze führen. Nachdem die Larven im Frühjahr geschlüpft sind, sind die Blattunterseiten der befallenen Pflanzen sehr stark mit Kotresten und auch mit Larvenhäuten beschmutzt.

Die Bekämpfung der Netzwanzen

Da die Wanzen ihre Eier im Sommer legen, kann die Anzahl der Gelege im Frühjahr reduziert werden. Gegen Wanzen musst Du frühzeitig mit einem Insektizid gegen Blattsauger vorgehen. Eine Empfehlung hierbei wären folgende Mittel: Provado 5 WG, Spruzit, Careo Konzentrat, Lizetan Plus Zierpflanzenspray, Schädlingsfrei Neem oder aber auch Calypso. Es muss eine gründliche Behandlung der Blattunterseite vorgenommen werden. Handelt es sich um einen extremen Befall, muss die ganze Pflanze vernichtet werden. Denn nur so kann die Ausbreitung vorgebeugt werden. Ganz wichtig: Die befallenen Pflanzenteile dürfen nicht auf den Komposthaufen gelegt werden. Bevor Du eine neue Pflanze kaufst, musst Du darauf achten, dass die Blattunterseiten makellos sind und keine schwarzen Punkte aufzeigen. Um eine natürliche Stärkung der Pflanzen in deinem Garten zu gewährleisten, solltest Du in erster Linie eine optimale Pflege anstreben. Pflanzenarten die eine behaarte Blattunterseite aufweisen, sind von den Netzwanzen geschützt.