Saat und Ernte – der Einkauf

verschiedene Samenkörner
verschiedene Samenkörner © Claudia Hautumm / pixelio.de

Du hast jetzt Deinen Garten soweit geplant, dass Du weißt, welche Beete, wo sind und auch welche Gemüsesorten Du anbauen willst. Kommen wir nun zu dem fast wichtigsten Teil der Vorbereitung, wenn es um den perfekten Gemüsegarten geht. Gemeint ist hiermit, der Kauf des Saatgutes. Selbst der Fachmann kann dem Saatgut nicht ansehen, ob es sich hier um gutes oder schlechtes Saatgut handelt. Das Haltbarkeitsdatum auf den Tüten kann zwar ein erster Hinweis sein. Dies reicht aber bei Weitem nicht aus, wenn Du eine ertragreiche Ernte anstrebst.

Was versteht man denn unter Saatgut?

Saatgut ist viel mehr als die kleinen Samenkörnchen, die Du in den Tüten vorfindest. Im Allgemeinen befinden sich im Saatgut die vollständigen Keimanlagen der Pflanzen. Diese Keimanlagen befinden sich im Saatgut in einem ruhenden Zustand und werden durch die Saat oder die Kultur wieder aktiviert.

Saatgut Hybride

Bis vor einigen Jahren war es durchaus üblich, dass gerade Landwirte ihr Saatgut selbst produzierten. Hobbygärtner haben dies natürlich auch übernommen, denn vermeintlich wollte man Geld sparen. Sehr oft geht dies schief und man spart nicht wirklich Geld, denn die Ernte fällt häufig nicht sonderlich ertragreich aus. Als Saatgutproduzenten dann aber mit immer neueren Sorten, die vor allen Dingen auch ertragreich sein sollten auf den Markt kamen, wurde das selbst produzieren von Saatgut und das tauschen mit anderen zur Nebensache. Natürlich gibt es auch noch zahlreiche weitere Vorteile, wenn man sein Saatgut von einem Produzenten erwirbt, denn dieses Saatgut ist oftmals residenter gegen Schädlinge und Krankheiten. Nachdem dann die sogenannten Hybridsorten gezüchtet wurden, war es in der Regel sowieso nicht mehr möglich sich Saatgut für das nächste Jahr zurückzulegen, denn die Hybrid Saat muss in jedem Jahr komplett erneuert werden.

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Was versteht man unter gebeiztem Saatgut?

Sicherlich hast Du auch schon mal den Begriff gebeiztes Saatgut gehört. Beim Beizen handelt es sich um eine Maßnahme zum Schutz vor Krankheiten und Schädlingen. Das Saatgut wird hierbei mit Pflanzenschutzmitteln vorbehandelt. Man möchte damit verhindern, dass die Pflanzen aus diesem Saatgut später von den entsprechenden Krankheiten oder Schädlingen betroffen werden. Auch heute wird immer wieder gebeiztes Saatgut mit Neonicotinoiden behandelt. Dieses Mittel ist mittlerweile stark in der Diskussion, denn es soll für das Bienensterben verantwortlich sein. Schon kleinste Mengen reichen hier vollkommen aus, um die Bienen zu schwächen oder gar zu verwirren, sodass sie nicht mehr in ihren Bienenstock zurückfinden. Und finden Bienen in ihren Stock zurück, dann tragen sie mit den Pollen den Stoff in den Bienenstock, der hier wiederum den Nachwuchs schädigt. Daher solltest Du Dich genau informieren, mit welchen Mitteln das von Dir gekaufte Saatgut gebeizt ist und Dich gegebenenfalls dagegen entscheiden.

Bio Saatgut – die Alternative?

Wir empfehlen Dir auf jeden Fall den Griff zu dem sogenannten Bio Saatgut. Bio Saatgut muss sehr streng den Vorschriften der EU-Öko-Verordnung entsprechen, bevor es als Bio Saatgut deklariert in den Handel kommen darf. Bei der ökologischen Herstellung des Saatguts dürfen in keinem Fall Neonicotinoide oder ähnliche Stoffe verwendet werden. Weit verbreitet ist hier ein behandeln des Saatguts mit heißem Wasser oder auch mit Pflanzenschutzmitteln, die auf Basis von Senfmehl oder anderen Mikroorganismen hergestellt sind. Die Vorteile von Bio Saatgut sind:

  • frei von Gentechnik
  • keine chemisch-synthetischen Rückstände
  • gute Keimfähigkeit
  • umweltschonend hergestellt
  • nicht gebeizt
  • handverlesenes und robustes Saatgut

Die wichtigsten Einkaufstipps für Saatgut

Wenn Du biologisches Saatgut kaufst, dann solltest Du auf die Bio-Gütesiegel achten.

Idealerweise greifst Du zu Saatgut aus der Region.

Verwende nur Saatgut, das zu den regionalen Gegebenheiten und dem Standort passt.

Kaufe niemals Saatgut, das älter als 1 Jahr ist.

Bevorzuge Saatgut in Verpackungen, die vor Licht und Feuchtigkeit schützen.

Hybridsaatgut erkennst Du an den Bezeichnungen „Hybrid“ oder „F1“. Du solltest dennoch auf gentechnikfreie Hybride achten.