Unkraut im Rasen bekämpfen

Weißklee
Rasenunkraut Weißklee © Martina Brunner / pixelio.de

Wird Dein Rasen schlecht gepflegt, dann machen sich hier schnell Weißklee und auch andere Unkrautsorten breit. Gänseblümchen, Löwenzahn oder auch Ehrenpreis zieren das satte Grün des Rasens mit weißen, blauen und gelben Farbtupfern. Spätestens jetzt denken die meisten Hobbygärtner über die Unkrautbekämpfung nach. Sicherlich manchen finden die Blüten im Rasen auch schön, aber hier ist Vorsicht geboten. Im Laufe der Zeit machen sich die Rasenunkräuter breit und verdrängen den Rasen fast vollständig. Irgendwann hast Du nur noch eine Unkrautwiese. Wir zeigen Dir hier, wie Du die unerwünschten Pflanzen wieder in den Griff bekommst.

Die Ursachen für Unkraut im Rasen

Zu den häufigsten Ursachen für Unkraut im Rasen zählt der Nährstoffmangel. Die Rasengräser haben normalerweise einen recht hohen Nährstoffbedarf. Wird dieser Bedarf nicht gedeckt, dann ziehen sich die Gräser zurück und es wird Platz für die Rasenunkräuter. Sehr schnell geht das übrigens, wenn neben dem Nährstoffmangel auch noch eine Wasserknappheit im Sommer dazukommt. Die Rasengräser verdorren und die Unkräuter gewinnen immer mehr die Oberhand.

Hast Du auch noch schlechtes Rasensaatgut verwendet, wie zum Beispiel „Berliner Tiergarten“ dann neigt der Rasen sehr stark zum Verunkrauten. Die Billigmischungen sind oftmals schon ab Werk mit Unkrautsamen durchsetzt. Außerdem werden diese Mischungen oft aus billigen Futtergräsern hergestellt, die schnell wachsen. Sie schießen also schnell in die Höhe und bilden dabei keine dichte Grasnarbe.

Ein sehr guter Schutz gegen Rasenunkräuter ist nicht nur die gute Düngung und eine ausreichende Bewässerung, sondern auch ein gutes Saatgut. Dazu kommt dann die richtige Schnitthöhe, denn das Rasenunkraut keimt nur bei guter Belichtung. 4 cm Schnitthöhe haben sich in der Praxis als sehr gut bewährt. Die Gräser werfen dann ausreichend Schatten, um eine Keimung der meisten Rasenunkräuter zu vermeiden.

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Die mechanische Unkrautbekämpfung

Durch das regelmäßige Vertikutieren kannst Du die teppichbildenden Unkräuter langfristig zurückdrängen. Es haben sich aber auch spezielle Unkrautstecker bewährt, die die Pfahlwurzel mit Metallzinken einklemmen und komplett aus dem Erdreiche entfernen.

Die chemische Unkrautbekämpfung

Spezielle Unkrautvernichter für den Rasen enthalten naturidentische und chemisch nachgebaute Wirkstoffe, die in hohen Konzentrationen alle zweikeimblätterigen Pflanzen, zu denen die Rasenunkräuter gehören, vernichten. Auf die einkeimblätterigen Pflanzen, als die Rasengräser haben die Wirkstoffe keinen Einfluss. Die meisten Unkrautvernichter für Rasen enthalten verschiedene Wirkstoffe. Hier sind Banvel M, Hedomat, Weedex und Loredo Quattro zu empfehlen.

Die optimale Wirkung

Damit die chemischen Mittel gut wirken können, ist eine richtige Vorbereitung und Anwendung sehr wichtig. Eine gute Wirkung erzielst Du bei einem feuchten und warmen Boden und bei milden Nachttemperaturen. Drohen Nachtfröste oder ist der Boden sehr trocken, dann solltest Du den Einsatz verschieben oder aber Du wässert den Rasen vor dem Einsatz gut. Vor der Anwendung solltest Du den Rasen auch nicht mähen, damit Du die Blattmasse nicht reduzierst, denn die meisten Rasenunkrautvernichter werden über die Blätter aufgenommen. Sehr wichtig ist es auch, dass die Blätter des Rasens trocken sind und es mindestens 8 Stunden nicht regnet, denn sonst würden die Wirkstoffe von den Blättern abgewachsen werden. Bewährt hat sich aus diesem Grund ein Aufbringen am späten Nachmittag, wenn die Sonne den Rasen nicht mehr so stark bescheint.

Den Rasenunkrautvernichter richtig anwenden

Die Lösung kannst Du entweder mit einer Gießkanne oder mit einer Spritze auftragen. Die Gießkanne ist in der Handhabung etwas einfacher, denn der Sprühnebel der Gartenspritze verteilt sich bei ungünstigen Windverhältnissen zu weitläufig. Im schlimmsten Fall kannst Du hier Sommerblumen oder Stauden schädigen. Das Präparat solltest Du möglichst auch nur auf den verunkrauteten Stellen ausbringen, damit Du mit möglichst wenig Herbizid auskommst.

Lücken nachsäen

Nach etwa 6 Wochen sind die meisten Rasenunkräuter abgestorben. Nach rund 8 Wochen solltest Du die kahlen Stellen mit einer Harke oder einem Rechen auflockern und mit frischen Rasensamen nachsäen.