Citrusbockkäfer – Vorsicht gefräßiger Käfer

Citrusbockkäfer
Citrusbockkäfer © topagrar.com

Gehörst Du zu denen, die sich in den letzten Monaten eventuell einen Fächerahorn gekauft haben? Wenn ja, dann kann es sein, dass Du Dir gleich einen neuen Pflanzenschädling mit gekauft hast. Die Rede ist vom Citrusbockkäfer.

 

Schädling mitgekauft

Intensive Recherchen haben ergeben, dass tausende von Fächerahorn, die aus China stammen und die in diesem Frühjahr in zahlreichen Supermärkten angeboten wurden, in ihrem Holz ein gefährliches Insekt verbergen – den Citrusbockkäfer. Es handelt sich hierbei um einen gefürchteten Schädling. Ab Juni schlüpfen die großen schwarzen und glänzenden Käfer. Sie verlassen also ihr Versteck. In Nordrhein-Westfalen und in Bayern sind schon die ersten Schädlinge aufgetaucht. Schon seit vielen Jahren steht der Citrusbockkäfer auf der schwarzen Liste der EU. Es soll unter allen Umständen verhindert werden, dass sich er Schädling in Europa ausbreitet, daher besteht eine Meldepflicht, sobald sich der Käfer bemerkbar macht. In Frankreich konnte zum Glück eine Epidemie verhindert werden, was aber in Italien nicht gelang. In Italien wütend der Käfer in einem Gebiet rund um Mailand und hat dort schon zahlreiche Bäume zum Absterben gebracht.

Citrusbockkäfer nicht wählerisch

Dabei ist der Citrusbockkäfer nicht sonderlich wählerisch. Auf seinem Speiseplan steht nämlich nicht nur der Fächerahorn, sondern auch Apfelbäume, Platanen, Haselnuss oder auch die Rosskastanie. Dort legt der Käfer zumeist seine Eier in die Stammbasis. Von dort fressen sich die Larven bis tief in das Holz und können so auch gesunde Bäume in wenigen Jahren töten. Nachdem man eine neue Lieferung von Fächerahornbäumen untersucht hat, stellte man fest, dass in rund 10 % der Bäume ein Befall mit dem Citrusbockkäfer nachgewiesen werden konnte. Es ist dabei überraschend, dass solch ein großer Käfer auch in die kleinen Bäume geht. Von außen kann man den Citrusbockkäfer nicht entdecken und nachweisen. So ist es natürlich auch möglich, dass schon in Bäumen aus den letzten Jahren der Citrusbockkäfer ins Land kam.

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Was kann man tun?

Wenn Du Dir kürzlich einen Fächerahorn gekauft hast, auch aus einer Baumschule, dann solltest Du diesen in den nächsten Monaten ganz genau beobachten. Plane Dir das Beobachten ruhig mehrmals in der Woche ein. Entdeckst du am Stammfuß Bohrspäne, dann kann dies ein Hinweis darauf sein, dass der Baum vom Citrusbockkäfer befallen ist. Die Larven sitzen hier im Stamm im oberen Wurzelbereich. Hat der Käfer den Stamm bereits verlassen, dann erkennst Du dies an einem ca. 1,5 cm großen Bohrloch am Stammfuß. Findest du Spuren des Citrusbockkäfers an einem Deiner Bäume, dann solltest Du den kompletten Baum mit wurzeln und eventuell Topf in einen großen Müllsack geben und diesen fest verschließen. Den Befall musst Du in jedem Fall dem zuständigen Pflanzenschutzamt melden.

Wie erkennst Du den Citrusbockkäfer?

Schadbild Citrusbockkäfer
Schadbild Citrusbockkäfer © waldwiesen.net

Der erwachsene Citrusbockkäfer ist in der Regel glänzend schwarz und hat unregelmäßig helle Flecken. Die Käfer sind etwa 2 – 4 cm groß. Sie haben lange bläulich gestreifte Fühler, die etwa doppelt solang sind, wie der Körper. Die Larven des Citrusbockkäfers sind Weiß bis Cremefarben. Sie haben keine Beine und sind etwa 6 cm lang. Der Citrusbockkäfer ist nahe verwandt mit dem zum Verwechseln ähnlichen Asiatischen Laubholzbockkäfer. Auch dieser Schädling wurde nach Mitteleuropa eingeschleppt und macht vor allen Dingen den Förstern große Sorgen.