Thermokomposter selbst bauen

Thermokomposter
Thermokomposter © Erika Hartmann / pixelio.de

Viele Hobbygärtner bezeichnen den Gartenkompost als das braune Gold von Mutter Natur. Auf jeden Fall ist Kompost aber die Spardose vieler Hobbygärtner, denn wenn Du einen Kompost in Deinem Garten hast, dann ersparst Du Dir den Kauf von teueren Düngern und Humus. Vollkommen unsichtbar für Dich sind Millionen von Mikroorganismen im Kompost damit beschäftigt, aus dem Abfall naturreinen Dünger zu produzieren. Je nachdem, wie groß der Komposthaufen ist, dauert das mindestens 1 Jahr – eher länger. Wählst Du dagegen einen geschlossenen Thermokomposter, dann geht dies schneller vonstatten. Thermokomposter kannst Du in verschiedenen Ausführungen kaufen, aber auch mit ein wenig Geschick Selbstbauen.

 

 

Der richtige Standort

Im Garten stehen Dir für einen offenen Holzkomposter zahlreiche versteckte Plätze zur Verfügung. Ist der Garten aber kleiner, dann mangelt es sehr oft an solch einem Platz, denn ein Komposter stört die Optik im Garten massiv. Mit einem verschließbaren Schnellkomposter kannst Du diesem entgegenwirken. Der Standort für den Komposter sollte allerdings einige Bedingungen erfüllen, damit aus den Gartenabfällen auch wirklich guter Kompost wird.

  • Sonnige bis halbschattige und luftige Lage
  • Unversiegelter Boden ohne Staunässe
  • 50 cm Abstand zum Nachbargrundstück
  • Deckel und Entnahmeöffnung müssen gut erreichbar sein

Der Bau eines Thermokomposters

Wenn Du Dich zum Bau eines Thermokomposters entschließt, benötigst Du ein Kunststofffass oder ein Metall-Fass mit Deckel. Der Deckel ist hierbei sehr wichtig, denn dadurch entstehen in den warmen Sommermonaten Temperaturen von 50 – 70 Grad innerhalb des Komposters. Die Wärmeentwicklung sorgt hierbei für eine Beschleunigung der Verrottung. An Material benötigst Du

  • 1 Fass mit 75 – 240 Liter Volumen
  • Eventuell etwas Maschendraht
  • 1 Lochbohrer
  • 1 Stichsäge
  • 1 Klappscharnier
  • 1 Verschluss
  • Schraubenzieher und Schrauben

Der Arbeitsablauf

Bevor Du Deinen neuen Schnellkomposter platzierst, musst Du sowohl an den Seiten einige Luftlöcher und am Boden 2 – 3 Schlitze machen. Willst Du ganz sicher gehen, dass sich von unten keine Mäuse in den Thermokomposter mogeln, dann lege den Boden mit etwas Maschendraht aus. Als Nächstes musst Du an dem Fass in Bodennähe eine Klappe installieren, durch die Du den fertigen Kompost entnehmen kannst. Dazu schneidest Du ein großes Stück aus dem Fass heraus, bringst am untern Rand die Scharniere und am oberen den Verschluss an. Später beim Befüllen wird der Deckel des Komposters immer nur kurz geöffnet und dann schnell wieder geschlossen, damit die sich bereits entwickelte Wärme nicht entweichen kann. Zur Belüftung des Inhalts dienen ausschließlich die Luftlöcher in den Seitenwänden.

Deine Gärtnerprüfung: Wie gut bist Du?

Gartenprüfung

Die Highspeed-Variante – der Trommelkomposter

Bei der Arbeit
Bei der Arbeit © sabine schmidt / pixelio.de

Obwohl der Schnellkomposter im Schnitt doppelt so schnell arbeitet wie der offene Komposter, gibt es noch eine schnellere Variante. Die Rede ist hier vom Trommelkomposter. Das Geheimnis liegt hier in der zusätzlichen Bewegung, denn durch das Drehen des Trommelkomposters wird der Inhalt effektiv vermischt und das Mischen von Hand entfällt. Ein fertiger Trommelkomposter ist eine kostspielige Angelegenheit, sodass viele Hobbygärtner diesen gerne selbst bauen.

Du benötigst dazu:

  • 1 Metall-Fass mit 75 – 240 Liter Volumen
  • 1 PVC-Rohr in 50er Stärke und einer Länge von 1,25 m
  • 4 Holzleisten in der Größe von mindestens 40 x 70 mm
  • 2 Kanthölzer
  • 1 Winkelblech
  • 1 Lochbohrer
  • Zollstock
  • Hammer und Nägel
  • Schraubenzieher und Schrauben
  • Metallsäge
  • Klappscharnier und Verschluss

Die Bauanleitung

Genau in die Mitte von Boden und Deckel wird ein Loch im Durchmesser des Rohres gebohrt. Hierdurch wird das Rohr geschoben. Im oberen und unteren Drittel des Behälters werden einige Luftlöcher gebohrt. Den so vorbereiteten Trommelkomposter kannst Du erst mal beiseitelegen. Jetzt kommt das zugehörige Holzgestell an die Reihe. Dazu werden 2 Holzleisten miteinander verschraubt und durch die Kanthölzer so verbunden, dass ein stabiler Fuß entsteht. Das Ganze sieht wie ein Sägebock aus. Das Fass wird nun in das Gestell gehängt. Das Rohr dient hierbei als Drehachse. Jetzt fehlt nur noch die Öffnung zum Befüllen und Entnehmen. Diese Klappe wird an die Seite des Trommelkomposters gelegt, und zwar genau an der Stelle, wo keine Luftlöcher sind, also in der Mitte. Der Trommelkomposter ist nun fertig.

Je dunkler die Farbe des Fasses ist, umso mehr Wärme entwickelt sich. Wenn Du also ein helles Fass genutzt hast, dann solltest Du es dunkel streichen.